Und das ist auch gut so

von Heather De Lisle5.06.2011Außenpolitik, Gesellschaft & Kultur, Medien

Mitt Romney ist die neue Hoffnung der Republikaner, zumindest wenn es nach unserer Kolumnistin geht. Sarah Palin, die olle alaskanische Dumpfbacke, hat es sich mit den Konservativen verscherzt. Nur zwei Probleme, die gibt es mit Romney noch.

Mitt Romney will also Präsident der Vereinigten Staaten werden. Und, um Klaus Wowereit zu zitieren, das ist gut so. Als ich meine Entscheidung, Romney zu unterstützen, am Freitag bei Facebook bekannt gab, fand meine „Armee“ von Freunden das nicht so witzig. Wieso ich nicht mehr Sarah Palin unterstütze, wollten sie wissen. Das erkläre ich kurz, damit ich über Romney reden kann, was ich eigentlich will. Die olle alaskanische Dumpfbacke hat nämlich den letzen Funken Respekt, den ich für sie hatte, zerstört, indem sie in Boston die legendäre Geschichte von Paul Reveres Mitternachtsritt total durcheinandergebracht hat. Das ist fast genauso schlimm wie Christina Aguileras besoffene Umtextung von der Nationalhymne beim Superbowl. Wer mehr über diese Schandtaten erfahren will, kann’s gerne googlen.

Zwei Probleme

Aber zurück zum Anwärter: Mitt Romney ist ein erfolgreicher CEO gewesen, er ist gläubig, aber nicht fanatisch, er hat zweieinhalb Jahre in Europa gelebt (in Frankreich als Missionar), er hat eine Firma und die Olympischen Winterspiele vor dem finanziellen Ruin bewahrt, er ist Manns genug, um auch mal seine Position zu ändern, wenn er genug Gründe dafür bekommt, und er hat eine erfolgreiche Gesundheitsreform in Massachusetts durchgesetzt. Genau diese Gesundheitsreform wird oft von der konservativen Basis als Untauglichkeitsbeweis benutzt, eben weil sie Obamas Plänen sehr ähnelt. Aber – und das ist ein ganz großes Aber – Romney hat immer betont, das solche Reformen nicht bundesweit eingesetzt werden sollen, sondern dass jeder Bundesstaat für sich entscheiden muss, wie eine passende Gesundheitsreform auszusehen hat. So steht’s ja auch in unserer Verfassung. Problempunkt zwei: Er ist Mormone. Nun wissen die meisten Amerikaner nicht, was Mormonen sind, und betrachten sie eher als eine merkwürdige Sekte Perverser, die alle 16 Ehefrauen haben und 300 Kinder. Diese Ansicht wurde ja auch durch Fernsehsendungen wie „Big Love“ oder die Reality-Soap „Sister Wives“ unterstützt. Oft werden sie auch für Zeugen Jehovas gehalten. Stimmt auch nicht. Die Realität sieht anders aus. Offiziell unterstützt die LDS-Kirche schon lange keine Vielehen mehr und die Jungs und Mädels sind mehr oder weniger „normal“. Der größte Unterschied besteht darin, dass Mormonen öfter als Missionare unterwegs sind. Nervig vielleicht für die, die nicht konvertiert werden möchten, aber nicht wirklich anders als die Baptisten. Schade finde ich an der ganzen Sache, dass er als Mormone eigentlich einer Minderheit angehört, das aber nicht als Bonus gilt wie manch andere „Minderheit“.

Keine Alternative

Tja, und die Tea Party mag ihn auch nicht, weil er nicht konservativ genug ist. Die Tea Party brauchten wir, um einen Weckruf Richtung Washington zu schicken, ist aber viel zu weit rechts, um jemals Amerika zu vereinen. Wir brauchen einen Kandidaten, der das Land wieder in Ordnung bringen kann, und dazu gehören nun mal ab und zu auch Kompromisse. Ich freue mich auf jeden Fall über das kommende Jahr und bin total gespannt, ob Romney auch tatsächlich die Nominierung kriegen wird. Eine Alternative sehe ich nicht. Und noch 4 Jahre Obama will ja nun wirklich keiner.

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