Die Fähigkeit, nicht zu trauern

von Harry Tisch10.09.2011Gesellschaft & Kultur

Seit zehn Jahren bemühen sich deutsche Journalisten mutig und unter Einsatz der eigenen Reputation, endlich Licht hinter die Anschläge des 11. September zu bringen. Ihr Drang nach Wahrheit ist so stark, dass dabei sogar die Trauer vergessen geht.

Der Blick sprach Bände und war kennzeichnend für sein Versagen, als er während des Vorlesens im Kindergarten von den Flugzeugen erfuhr, die im World Trade Center eingeschlagen waren. Bush hätte in jenem Moment einen Heribert Prantl oder zumindest Elmar Theveßen in seinem Beraterstab gebraucht, um die Situation auch nur annähernd adäquat handlen zu können, aber ohne sie fehlten ihm und seiner Administration von Beginn an jene Kompetenz und Weitsicht, die deutsche Journalisten und fortschrittliche Politiker bereits kurz nach den Anschlägen bewiesen hatten. Die Leichen waren noch nicht mal kalt, da verstanden es bereits Geistesgrößen wie

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