Warum sich die Energiewende beim Diesel nicht wiederholen darf

Hans-Olaf Henkel6.12.2017Wirtschaft

Unzählige Gipfeltreffen sind eine Marotte der Politik Merkels .Sie dienen der Öffentlichkeitsarbeit und finden meist keine probate Lösung

Warum sich die Energiewende beim Diesel nicht wiederholen darf

Unzählige Gipfeltreffen sind eine Marotte der Politik Merkels. Sie dienen der Öffentlichkeitsarbeit und finden meist keine probate Lösung. Technologien sind immer weniger Resultate ergebnisoffener Prozesse. Radikalen Ansichten, die mit Verboten den technischen Fortschritt politisch steuern wollen, wird kaum Einhalt mehr geboten: Energiewende, Agrarwende, Dieselverbot. Und es ist die Technologie- und Fortschrittsfeindlichkeit dahinter, die der Umwelt am meisten schadet. Technologische Diversität, die sich auf dem Markt bewähren und ihren Platz finden muss, hat unseren Fortschritt geschaffen. Der Sozialismus wollte den Fortschritt im Gemeinschaftsinteresse auch zentralistisch steuern. Er ist daran gescheitert.

Fortschritt hat kein Ziel, er ist nicht planbar. Fortschritt ist aber auch kein Zufall. Nur mit einer pragmatischen Planung in einer effektiven, technologischen Praxis kann dem Fortschritt begegnet werden. Sie betrifft den einzelnen Menschen und kann keinem zentralistischen Staat gehorchen. Als Kunde, Experte oder Politiker nimmt der Mensch an konkurrierenden Planungspraxen teil, die in Auseinandersetzung um die richtige Ansicht der Sache verschiedene Planungsoptionen hervorbringen. Was die Sachlage erfordert ist niemanden von Anfang an vollständig klar. Diejenigen, die das Gegenteil behaupten, sind ideologisch verblendet. Partiell wird sich der Sachlage angenähert. Die beste Idee wird sich im Organisationsrahmen einer freiheitlichen Ordnung durchsetzen. Durch die verschiedensten Interessengruppen hindurch ist politisches Engagement gefordert. Umgeht die Politik diesen Prozess, ist die Demokratie gefährdet. Die Energiewende war reine Willkür. Bezahlt wird sie von der alleinerziehenden Mutter oder den Opfern der abwandernden energieintensiven Industrie. Das darf sich beim Diesel nicht wiederholen.

Das Vertrauen in diese freiheitliche Ordnung ist durch moralisierende Politiker ausgehöhlt worden. Ein Schwarz-Weiß-Denken hat sich durchgesetzt. Für eine Brücken- oder Nischentechnologie gibt es keinen Platz mehr. Das kann nicht vor der Wahrheit schützen, dass der Diesel noch immer der effizienteste Motor ist. Seit 1990 sind die Stickoxid-Emissionen mit dem größten Anteil im Verkehrsbereich um 59 Prozent zurückgegangen. Und der Ausstoß von Feinstaub aus Dieselfahrzeugen ist um 97 Prozent reduziert worden. Ballungsräume haben ein Problem. Das kann durch andere Rahmenbedingungen für die Verkehrsinfrastruktur gelöst werden. Busse mit Erdgas oder Kleinwagen mit Elektroantrieb und entsprechenden Lademöglichkeiten in den Städten erscheinen sinnvoll. Aber wie bei der Kernenergie, die bei der Dekarbonisierung helfen könnte, bietet auch der Diesel beispielsweise in der Anforderungen der Mittelklasse zurzeit die beste technische Lösung. Verbote aber zerstören die technologische Vielfalt, die in Zukunft noch gebraucht wird. Es gibt Unterschiede, die unübersehbar sind: Ein BMW 520d hat einen NOx-Ausstoß von nur 28 mg/km unter Realbedingungen. Ein Suzuki Vitara stößt dagegen 646 mg aus. Fortschritt wird zu Unrecht schlecht gemacht.

Eine wirkliche Energiewende ist nur möglich, wenn wir uns wieder vom Fortschritt begeistern lassen. In Japan boomt der Dieselmotor aufgrund der faszinierenden Technik.

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