Bleibt der Euro, scheitert Europa!

von Hans-Olaf Henkel14.09.2017Außenpolitik, Europa, Innenpolitik, Wirtschaft

Wenn wir die Stabilität in Europa erhalten wollen, müssen wir als erstes für unser eigenes Land sorgen.

Europa: Schmelztiegel unterschiedlichster Kulturen und Völker. Genau diese Vielfalt – die auf so engem Raum wahrscheinlich weltweit einzigartig ist, macht für mich den Reiz Europas aus. Die Geschichte, in der die Unterschiede zu Krieg und Zwietracht geführt haben, schien überwunden. Das wichtigste und stärkste europäische Friedensprojekt ist und war der gemeinsame Binnenmarkt. Wo wir zusammen Handel treiben, von welchem alle profitieren, wächst der Wohlstand. Handel überwindet Grenzen, führt zum Austausch von Wissen, Kultur und bringt die Menschen über Ländergrenzen hinweg zusammen. Das ist der wahre Kern der Europäischen Union, welcher erhaltenswert ist.

Die etablierten Parteien – CDU/CSU, SPD oder die FDP möchten alle, daß der deutsche Einfluß in der EU sinkt und die finanziellen Belastungen für Deutschland zunehmen. Legt man ihr Abstimmungsverhalten hier im Plenum zu Grunde, ist das – fernab schöner Wahlkampfreden, die politische Realität. Deutschland ist in der EU das einzige Land, welches nicht die eigenen Interessen zum Wohle seiner Bürger und im Sinne künftiger Generationen vertritt. Die psychoanalytischen Gründe für dieses abnorme Verhalten, habe ich in meinem Buch „Deutschland gehört auf die Couch“ dargelegt. – Kurzum es liegt an einem kollektiven Helfersyndrom.

Umverteilung, Zentralisierung, Harmonisierung – so lauten die neuen Schlagwörter des „mehr Europa“, die nicht etwa aus den Zeiten von Chruschtschow und Honecker stammen, sondern die Leitbilder der sogenannten „liberalen“ (ALDE-Fraktion / FDP) und der bürgerlichen EVP-Fraktion (CDU/CSU) im Europäischen Parlament darstellen. So eine EU schwächt Deutschland und wird am Ende zerbrechen.

Wenn wir die Stabilität in Europa erhalten wollen, müssen wir als erstes für unser eigenes Land sorgen. Wir müssen Risiken reduzieren und uns den Problemen der Gegenwart stellen. Deutschland ist seit Jahrzehnten der wirtschaftliche Motor Europas. Durch eine harte Währung – die Deutsche Mark, sah sich unsere Wirtschaft einem erheblichen Innovationsdruck ausgesetzt, der uns voran gebracht hat. Die südlichen Länder konnten durch Abwertung in regelmäßigen Abständen ihre Wettbewerbsfähigkeit wieder herstellen und somit die eigenen Produkte preiswerter im Binnenmarkt anbieten. Das war ein bewährtes und gut funktionierendes System, welches großen Anteil am Wachstum in Europa gehabt hat. Dieses System wurde abgeschafft und durch den Euro ersetzt. Jeden Monat wachsen seither die Risiken und Probleme, welche sich innerhalb der Eurozone anhäufen, schleichend, wie eine zunehmende Vergiftung. Alleine die deutschen Risiken belaufen sich gegenwärtig auf mehr als 1.433 Milliarden Euro!. Wir müssen raus aus dem Teufelskreis der permanenten Eurorettung. Schlußendlich laufen wir sonst Gefahr, daß der Euro den Frieden und die Stabilität in Europa zerstört.

Es ist Zeit an Deutschland zu denken. Wenn wir die wirtschaftlich richtige Entscheidung treffen – raus aus dem bestehenden Euro – dann ist das in unserem, im gleichen Maße aber auch im europäischen Interesse.

Quelle: “Hans Olaf Henkel”:https://www.facebook.com/hansolafhenkel/posts/1384685051652513

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Die AfD ist der Aufstand der Straße gegen die Zumutung des kategorischen Imperativs

Die mangelnde Problemlösungsfähigkeit, die den regierenden Parteien in Umfragen unterstellt wird, scheint mir das eigentliche Problem. Keiner behauptet, die AfD könne die Probleme lösen oder habe die Konzepte dafür; sie ist reine Protestpartei, inhaltlich nichts sagend.

Die DDR kommt wieder!

Zwei Drittel der Berliner befürworten einen Mietendeckel, wenn die Mieten zu stark ansteigen. Das Bundesverfassungsgericht sagt, dass „preisrechtliche Vorschriften, die durch sozialpolitische Ziele legitimiert werden, verfassungsrechtlich nicht ausgeschlossen sind“. Die Mietpreisexplosion in Be

Die AfD verändert die politische Geographie

Am 1. September wird in Brandenburg und Sachsen gewählt. Die ermatteten Volksparteien bekommen ihre Quittung für eine Politik politischer Lethargie. Die AfD pflügt seit Wochen die politische Landschaft um, aber warum hat sie so eine Macht in Ostdeutschland?

Das völkische Denken der AfD ist antibürgerlich

Frank-Walter Steinmeier hat große Zweifel an der bürgerlichen Selbstdarstellung der AfD geäußert. Damit reagierteder Bundespräsident auf Äußerungen des Parteivorsitzenden Alexander Gauland, der seine Partei nach den Wahlen in Brandenburg und Sachsen als "Vertreter des Bürgertums" bezeichnet

Der Klassenkampf hat gerade erst begonnen

Es ist hohe Zeit zu begreifen, dass der linke Zeitgeist brandgefährlich ist. Jene, die das, was sie für das Gute halten, wie eine Monstranz vor sich her tragen und unermüdlich die Welt verbessern wollen, lassen alle Hemmungen fallen, wenn sie feststellen müssen, dass es Andersdenkende gibt.

Die GroKo versagt in der Migrationspolitik

Die Bilder aus Lesbos sind ein Menetekel: Der „Türkei-Deal“ ist gescheitert. Die Balkanroute ist wieder offen, aber die Regierung verschließt die Augen. Die GroKo versagt auf ganzer Linie, nicht nur in der Migrationspolitik.

Mobile Sliding Menu