Das öffentlich-rechtliche Fernsehen ist eine Katastrophe

von Hans-Martin Esser23.08.2017Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik, Medien

Im Privatfernsehen filmt man lieber Schlichtbürger beim Verwahrlosen. Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, das mit Ausnahme des Presseclubs und des Senders Phoenix eine Katastrophe ist, spezialisiert man sich auf die Wahlkampfeinstimmung. Vier weitere Jahre Merkel wollen orchestriert werden.

Kulturschock

Nachdem ich seit geraumer Zeit Netflix habe, verirrte ich mich erstmals wieder in die Niederungen des deutschen Fernsehens. Im Privatfernsehen filmt man ja lieber Schlichtbürger beim Verwahrlosen. Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, das mit Ausnahme des Presseclubs und des Senders Phoenix eine Katastrophe ist, spezialisiert man sich auf die Wahlkampfeinstimmung. Vier weitere Jahre Merkel wollen orchestriert werden.

Nach langer Zeit in der Dunkelheit gibt es einen Kohlrauschknick. Man sieht erst einmal nichts, weil das Licht zu sehr blendet. Beim ersten Anblick öffentlich-rechtlicher Zumutung hatte ich ein ähnliches Gefühl, allerdings in anderer Richtung. 10 Minuten Dunja Hayali und ich war restlos bedient. Welcher Absturz nach Stranger Things, einer Produktion, die nicht durch Zwangsabgaben finanziert ist, aber gerade darum besonders gut sein muss, um nicht abgesetzt zu werden beziehungsweise als Zugpferd Abonnenten anzulocken.

Zwangsabgaben geben keinen Anreiz für Qualität. Ein Ensemble von Teenagern um Millie Bobby Brown, einer Art jungen Natalie Portman, gewann für die darstellerische Leistung in Stranger Things kollektiv den Golden Globe. Und was haben wir: Til Schweiger als Tatort-Kommissar Tschiller, einen untalentierten Schauspieler, der in die Jahre gekommen ist und aus gutem Grund in Hollywood nicht landen konnte. Wenn Zwerge große Schuhe tragen, bleiben sie dennoch Zwerge, kann man da nur sagen…..

Parallelen

Inhaltlich fand ich Dunja Hayali recht öde, weil das Thema Flüchtlingskrise wieder auf den Stundenplan kam. Helfer durften betonen, wie lange, nämlich Jahrzehnte, Integration dauern wird. Man hat also noch bis 2050 Ausreden, warum es eine stetig und exponentiell wachsende Asylindustrie geben muss, die gerade durch Versagen den eigenen Job sichert. Ein bisschen wie öffentlich-rechtlicher Rundfunk.

Ich weiß nicht, ob Neflix einen genialen Drehbuchautor aufgrund unpassender politischer Ansichten aussortieren würde, vermute aber, dass es nicht so wäre. Qualität kennt keine Gesinnung und Gesinnungsschnüffelei gebiert keine Qualität.

Jedenfalls muss man sich bei Dunja Hayali keine Gedanken machen. Sie weiß zweifelsohne, was gut und richtig ist, und das für ihre Zuschauer gleich mit. Der Unterton war dementsprechend auch, dass wir es nur schaffen, wenn wir jetzt Jahrzehntelang artig das Portemonnaie öffnen. Netflix kann ich kündigen, das öffentlich-rechtliche Zwangsabo nicht. Und die Kanzlerin werden wir nicht los, weil genug Dumme sie noch für weitere vier Jahre wählen werden.

Zum Thema Flüchtlinge: Ist es so, dass Integration Jahrzehnte benötigt?

In meinem näheren Umfeld habe ich jemanden, der vor drei Jahren in die USA auswanderte. Er musste sich ohne Integrationsindustrie zurechtfinden, all seine Steuerdaten der letzten Jahre genauso offenlegen wie Blut- und Sprachtests sowie Diplome. Natürlich steht er auf eigenen Beinen, hatte in kurzer Zeit einen gut bezahlten Job und zahlt Steuern, Abgaben und ernährt eine Familie, ohne religiöse Sonderrechte vor sich herzutragen. Ganz ohne Sozialindustrie.

Warum Sozialindustrie?

Die Antwort für Deutschland ist, dass schon während des Studiums sehr viele junge Menschen aus Idealismus und weil studieren ja nichts kostet, wahllos auf Studiengänge zugehen, für die es keine marktmäßige Nachfrage gibt. Da unser Land überaltert, hat man sehr erfolgreich behaupten können, dass man ein Land auf der Luftwurzel von Pflegefällen und Krankenschwestern aufbauen könne.

Zur Finanzierung, und das wird ja gern verschwiegen, greift man dann gern, um die offensichtlichen Schwächen dieser Logik zu kaschieren, auf „die Reichen“ zurück. Das Narrativ lässt sich auf das ganze Land ausweiten. Unser Land, das im internationalen Vergleich wohlhabend ist, hat vorgeblich Schuld am Elend der Drittweltländer. Nicht fehlende Verhütung, mangelnde Produktivität und Korruption sind also schuld am Elend der Länder südlich des Mittelmeers, sondern wir. Reiche müssen also bestraft werden und bei Dunja Hayali erfährt man aus erster Hand, dass das auch gut so sei.

Die Flüchtlinge sind also der Hebel, um einen Grund zu haben, staatliche und karitative Stellen massiv auszubauen für nicht marktmäßig ausgebildete Absolventen, die wiederum Leute betüdeln, die gar nichts können. Fragen werden nicht gestellt. Die demokratische Tradition ist hierzu zu schwach ausgebildet. Wenn die Tante Merkel sagt, dass wir es schaffen, will man doch nicht aus der Reihe tanzen.

Es gibt allerdings eine Nachfrage dieser jungen idealistischen Absolventen nach Arbeitsplätzen jenseits der Marktgesetze. Versagt ein Unternehmer, Manager, Angestellter oder Arbeiter, fliegt er hochkant oder geht pleite. Versagt ein Sozialarbeiter, hat er die nächsten Jahre einen umso sichereren Job. Früher studierte man irgendwas mit Medien, heute irgendwas mit Flüchtlingen.

Das Abo eines Pay-TV-Senders kann man bei Nichtgefallen abbestellen, das des übergriffigen Sozialstaates hingegen genauso wenig wie das des öffentlich-rechtlichen Rundfunks oder das der Abokanzlerin.

Es sei denn, man wandert aus. Mein Freund hat es mir vorgemacht. Die USA nehmen nicht jeden Dahergelaufenen, sondern nur die Qualifizierten. Dort gibt es auch keine Dunja Hayali zu sehen….

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