Sie erziehen uns lauter Öko-Weicheier

von Hans-Martin Esser14.03.2017Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik, Medien

Wenn man sich ansieht, zu welchen Schlappschwänzen und künftigen Opfertypen die lieben Kleinen erzogen werden, könnten sie einem beinahe leidtun.

Mir graut vor den jetzt 5jährigen, die zurzeit von ihren Eltern in Deutschland erzogen werden. Wenn man anfängt, über die heutige Jugend zu räsonieren, ist es eigentlich Zeit, sich einen Platz im Altenheim zu suchen. Aber ich gehe in diesem Artikel vielmehr mit der Elterngeneration ins Gericht, also mit Gleichaltrigen. Puh, Glück gehabt, komme ich doch noch mal um die Seniorenresidenz Kirchhofsblick herum.

Wenn man sich ansieht, zu welchen Schlappschwänzen und künftigen Opfertypen die lieben Kleinen erzogen werden, könnten sie einem beinahe leidtun. Hier eine Kategorisierung der Eltern, die ihren Kindern systematisch Selbstbewusstsein, Selbstverteidigung und Optimismus abtrainieren.

Typ 1: Die Sagrotan-Mutti

Sie, Mitte 30, hat ihren Bürojob deshalb gewählt, um nicht mit Schmutz in Berührung zu kommen, wobei Dreck schon beim Atem anderer Menschen anfängt. Permanent wird der Staubsauger ausgepackt, sobald Gäste die Wohnung verlassen. „Nein, Charlotte“ ist ihr Lieblingswort, wenn sie mit ihrer Tochter spricht. Ein Wunder, dass sie sich mit ihrem Mann zum Geschlechtsakt durchringen konnte, da Sperma zweifelsohne in die Kategorie Schmutz fällt.

Die Kinder haben permanent Lungenentzündung, da Reinigungsmittel gegen alles verwendet werden. Die Anfälligkeit der Kleinen ist extrem.

Typ 2: Die Sozialpädagogik-Sektiererin

Sie hatte vor ihrer Mutterschaft mal Sozialpädagogik studiert. Jetzt fühlt sie sich diffus unterausgelastet. Überall in der Wohnung hängen Zettel mit Sprüchen vom Schlage „Kinder sollten die Welt regieren, dann wäre sie friedlicher“. Max und Moritz werden den Kindern nicht vorgelesen, weil zu brutal. Wasserpistolen sind indiskutabel. Friedlich und freundlich sind die Lieblingsworte, die in pädagogisierender Weise überintoniert werden. Ihre Kinder kennen hässliche Worte hingegen ebenso wenig wie den Namen von Fastfoodketten oder den dort zubereiteten Speisen. Kommt es zur Kabbelei auf dem Spielplatz, hält das Kind lieber noch die andere Wange hin, anstatt sich zu wehren, da es Angst hat, Mutti könnte den kleinen Schläger nicht mehr liebhaben.

Typ 3: Der Funktionsjacken-Papi

Er ist der nützliche Trottel, den Frauen sich nehmen, die eigentlich lieber Brad Pitt oder George Clooney hätten, welche aber entweder selbst nicht in der Liga spielen oder wissen, dass solche Typen schnell weg sind, sobald eine attraktive Konkurrentin auftaucht. Lebte er in den 1950ern, würde er in Kontaktanzeigen mit seinem Beamtenstatus hausieren gehen. Sein Lieblingsidiom: „Dann ist man auf der sicheren Seite“. Er ist das „männliche“ Pendant zu Typ 1, obwohl er sich selbst nicht so sicher über sein Geschlecht ist. Das ganze Jahr trägt er Funktionsjacken. Seine Körpersprache ist die eines Verlierers. Das schlägt schnell auf die Kinder durch, besonders, wenn Typ 1 oder 2 seine bessere Hälfte ist. Sein Lebensmotto hat er einem winselnden Lied von Andreas Bourani entnommen „Hey – es geht vorbei.“.

Typ 4: Der Oberlehrer

Er ist das Pendant zu Typ 2. Nation, Grenzsicherung sowie Landes- und Selbstverteidigung sind ihm ein Grauen. Der Höhepunkt seines Lebenslaufes ist nach dem Zivildienst ein freiwilliges soziales Jahr, worauf ein Soziologie-Studium folgte. Harald Welzer hält er für den größten deutschen Denker der Gegenwart, da Denken für ihn implizit mit der richtigen Gesinnung zu tun hat. Jeden Politiker, der sich nicht schämt, die Interessen seines Landes zu vertreten, bezeichnet er offen als Rechtspopulisten. Die Armut in Ländern der 4. & 5. Welt schreibt er der Kolonialzeit von anno dunnemal zu. Die Quittung für die Vergangenheit müssen also er und seine Kinder zahlen – und das bitteschön gern.

Fragt man Befürworter von Ganztagsschulen nach den Gründen ihrer Präferenz, hört man in 4-Augen-Gesprächen häufig des Satz „Bei vielen Kindern sollte man dafür sorgen, dass sie möglichst wenig Zeit mit ihren Eltern verbringen“. Gemeint sind eigentlich hiermit Eltern aus der Unterschicht.

In diesem Fall jedoch sind Typ 1-4 auch ein Grund, Kinder davor zu bewahren. Das Dumme nur: diese Typen haben oft ihren Arbeitsplatz im Lehrerzimmer und genügend Zeit, anderer Leute Kinder gleich noch mit zu verderben.

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