Donald Trump und Hollywood

Hans-Martin Esser23.01.2017Außenpolitik

Trump ist das Ergebnis einer unmöglichen Wahl. Hillary Clinton war ebenso unwählbar wie der Mann mit den Vorfahren aus dem pfälzischen Kallstadt. Auch Bernie Sanders hätte keinen guten Präsidenten abgegeben.

Wer sich jetzt über Donald Trump ärgert, sollte wissen, dass es anders hätte kommen können. Wenn Hollywoodstars wie Meryl Streep, Robert de Niro, Angelina Jolie und George Clooney im Nachhinein vor Trump warnen und ihn verspotten, wären sie wohl besser selbst angetreten als Kandidat für die Demokraten.

Jeder von ihnen hätte gegen Trump gewonnen, so unterstelle ich. Trump ist das Ergebnis einer unmöglichen Wahl. Hillary Clinton war ebenso unwählbar wie der Mann mit den Vorfahren aus dem pfälzischen Kallstadt. Auch Bernie Sanders hätte keinen guten Präsidenten abgegeben.

Das Feld der Bewerber aufseiten der Republikaner war äußerst schwach aufgestellt. Allen voran Jeb Bush gab ein schlechtes Bild an. Ein klangvoller Nachname allein reicht nicht für den härtesten Job der Welt.

Bereits im Sommer 2015 warf Donald Trump seinen Hut in den Ring. Spätestens dann hätten George Clooney, Meryl Streep und Co handeln können.

Man hätte es wissen können

Wenn man sich ansieht, wie häufig Show-Stars in den USA Wahlen gewonnen hatten, wäre es besser gewesen, Trump nicht zu unterschätzen. Jesse Ventura, Arnold Schwarzenegger und Ronald Reagan kamen, sahen, siegten.

Typen, die – wenn auch ungehobelt – das Heft des Handelns an sich reißen, mögen Amerikaner tendenziell eher als professorale Zauderer.

Dass George Clooney häufig für die UN fotogen und elegant unterwegs ist, mag schön und gut sein. Er hätte antreten müssen, statt nur zu reden. Vieles hätte er uns erspart. Trump legte keinen Wert auf Fototermine mit Mächtigen, er wollte selbst regieren, das unterscheidet das linksliberale Hollywood vom 45. Präsident.

Zweitplatzierte werden nicht Präsident

Hillary Clinton verlor – wenn auch knapp – 2008 in den Vorwahlen gegen Barack Obama. Die alte Boxer-Weisheit „They never come back again“ gilt in der US-Politik. Mit John McCain sah es nicht anders aus. 2000 in den Vorwahlen gegen George W. Bush unterlegen, verlor er 2008 deutlich gegen Obama, dem man zuvor gesagt hatte, er sei zu jung und zu schlecht vernetzt.

Home of the brave

Frechheit siegt hingegen bei Wahlen in den USA regelmäßig: Obama, Reagan, Trump, Schwarzenegger, JFK. Die Liste derjenigen, die durchstarteten und alles erreichten, ist hingegen sehr lang. Das unterscheidet die USA auch mentalitätsmäßig vom alten Europa, besonders Deutschland, wo die Ochsentour unumgänglich ist.

Der Typus des politischen Unternehmers ist also weit verbreitet, desjenigen also, der gegen jede Chance („against all odds“) und vor allem gegen „besseren“ Rat antrat.

Diesen „besseren“ Rat kann man sich von der Tribüne holen. Halb Hollywood und auch ewige mögliche Kandidaten wie Michael Bloomberg, die dann doch nicht antreten, gewinnen nichts, bleiben machtlose Zaungäste, die eine Mitschuld an Donald Trumps Präsidentschaft trifft.
Für 2020 kann ich also denjenigen, die es schon immer wussten, empfehlen, nun endlich einmal anzutreten. Springsteen und Clooney würden jeden demokratischen Senator oder Ex-Governor ausstechen, wahrscheinlich auch Trump besiegen. Nur den Mut müssten sie haben. Wer den nicht hat, verwirkt das Recht zum Besser-Wissen.

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