Wie sieht es seit 1945 mit der Unterwanderung der KPD/SPD durch Nazis aus?

Hans-Jürgen Wünschel23.02.2020Gesellschaft & Kultur, Medien, Wissenschaft

Der „Fall“ Thüringen fordert heraus, einmal nachzuprüfen wie es denn die D“D“R mit ihrem Umgang mit dem Nationalen Sozialismus hielt. Dabei kommt Erstaunliches heraus.

Wenn jetzt gesagt wird, dass die Linke sich „demokratisiert“ habe und kein Vergleich mit der AfD erlaubt sei, dann heißt dies doch, dass die Linke genau das praktiziert was die D“D“R seit 1945 als totalitäres System den Menschen auferlegt hat. Wieso war denn die D“D“R demokratisch? Ich welchen Belangen? Heute taucht der Kommunismus nicht mehr als Kommunismus sondern als Linke oder Sozialisten auf, doch der totalitäre Inhalt ist gleich geblieben.   Das gewaltige Haltungsmedienimperium der Sozialdemokratie, herrscht immer noch hervorragend und lenkt von historischen Tatsachen ab. Oder haben Sie schon einmal bei den sozialistischen und Grünen Gazetten eine Story über einen SS-Mann gelesen, der strammer KPD/SPD Funktionär geworden ist – oder gar Redakteur des „Spiegel“? Wer wissenschaftlich versuchte, Nationale und sonstige Sozialisten und Kommunisten zu benennen wie Michael Wolffsohn ( Die Deutschlandakte. Tatsachen und Legenden, München, 1995) wurde von Haltungsmedien kaltgestellt, aus den TV-Programmen verbannt. Dabei wollte er doch nur anhand der Quellen aus der D“D“R nachprüfen, ob Karl Radek nicht Recht hatte, der die „braune Masse als Reservoir des Kommunismus“ wähnte.

Warum musste Wolffsohn auch die Legende unserer bundesrepublikanischen Intellektuellen entlarven, die D“D“R sei antifaschistisch und judenfreundlich gewesen? Warum musste er auch nachweisen, dass nach 1945 viele Nazis in der KPD/SPD-Partei und in hohen Ämtern des D“D“R-Staates gesessen haben? Über 240 ehemalige Nazis hatten hohe und höchste Stellen im KPD/SPD-Staat inne. Über 50 ehemalige NSDAP-Mitglieder waren Abgeordnete der Volkskammer der D“D“R u.a. ein NS-Gaustudentenführer, ein Oberscharführer der SA, 12 NSDAP-Mitglieder wurden Kandidaten des Zentralkomitees der KPD/SPD und Minister der D“D“R waren NSDAP-Angehörige. Stuka-Oberst Hans Ullrich Rudel war gefeierter Redner in der D“D“R und stand auf der Gehaltsliste der KPD/SPD. Waren doch auch im sozialistischen „Führungsring ehemaliger Soldaten“ einige Offiziere der Waffen-SS Mitglied. Selbst Helmut Schmidt, war im Westen strammer Gast bei ehemaligen SS-Soldaten. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass die KPD/SPD, also der freiwillige Zusammenschluss der beiden sozialistischen Parteien in der D“D“R, eine stattliche Anzahl von Nationalsozialisten bis in höchste Ämter belohnte, wenn sie der Partei zu willen waren: Die KPD/SPD ruft dich zur Mithilfe am Neuanfang Deutschlands! Sie ruft dich dann, wenn du nicht aus materiell-egoistischen Gründen, sondern aus Überzeugung und Idealismus einstmals zur NSDAP gegangen bist, wenn du dorthin gingst im Glauben, das Gute, den Sozialismus zu finden. Dann komme zu uns. Denn was Hitler dir versprochen hat und niemals hielt, das wird die die KPD/SPD geben.

Im KPD/SPD-Staat gab es sehr viele Nationalen Sozialisten in hohen Regierungsämtern? Wie sieht es seit 1945 mit der Unterwanderung der KPD/SPD durch Nazis aus? Ist dieses Thema, bis zum heutigen Tag auch ein politisches Tabu? Bestand bzw. besteht die Linkspartei nicht immer noch aus alten KPD/SPD-Kadern? War nicht die Partei des Nationalen Sozialismus bis zum 8. Mai 1945 die führende sozialistische Bewegung auch im Bereich der späteren D“D“R? Hatten nicht Millionen Wähler der KPD und SPD   12 Jahre zuvor   für die nationale Variante des Sozialismus gestimmt und waren zu ihr übergelaufen? Einige Kurzbiographien von KPD/SPD-Genossen aus der Dissertation von Sandra Meenzen (Die SED – Arbeitermythos und Staatspartei. Zusammensetzung und Rekrutierung der Parteimitglieder und des Funktionärsapparats (1961-1989)) dokumentieren das Tabu.

Karl-Heinz Bartsch (1923-2004). NSDAP 1940-1945. Unteroffizier der Waffen-SS. KPD/SPD 1949 Mitglied der KPD/SPD1954–1960. Mitglied der KPD/SPD-Bezirksleitung Erfurt; 1963 stellvertretender Landwirtschaftsminister, Vorsitzender des Landwirtschaftsrats beim kommunistische D”D”R-Ministerrat, Mitglied des Präsidiums des Ministerrats, Kandidat des Politbüros und Mitglied des ZK. 1963 sämtlicher Ämter enthoben wegen Verschweigens seiner SS-Vergangenheit; 1981–1988 LPG-Vorsitzender eines Färsenaufzuchtbetriebs.

Bentzien, Hans (1927–2015). NSDAP 1944-1945. KPD/SPD 1946. 1961–1965 Minister für Kultur.

Biermann, Wolfgang (1927–2001). NSDAP 1944. KPD/SPD 1956, ab 1976 Mitglied des Zentralkomitees der KPD/SPD, Generaldirektor im VEB Werkzeugmaschinenkombinat „7. Oktober“ in Berlin.

Blecha Kurt (1923-2013). NSDAP 1941-1943. KPD/SPD 1946, 1958–1989 Leiter des Presseamtes beim Vorsitzenden des Ministerrates.

Bock, Siegfried (*1926). NSDAP 1944-45. KPD/SPD 1956. Bis 1984 kommunistische D”D”R-Botschafter in Rumänien und anschließend bis 1990 Leiter der Abteilung Rechts- und Vertragswesen im Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten, ab 1976 Mitglied des Zentralkomitees der KPD/SPD.

Eichler, Heinz (1927–2013). NSDAP 1944. KPD/SPD 1946 1971 Sekretär des Staatsrates der kommunistische D”D”R; bis 1989 Präsidiumsmitglied der Volkskammer der kommunistische D”D”R und Sekretär des Staatsrates.

Ewald, Manfred (1926-2002). NSDAP 1944. KPD/SPD 1946. 1952 bis 1960 Vorsitzender des Staatlichen Komitees für Körperkultur und Sport; 1961 Präsident des Deutschen Turn- und Sportbunds (DTSB), ab 1973 Präsident des NOK der kommunistische D”D”R, ab 1963 Mitglied des ZK der KPD/SPD.

Gerstner, Karl-Heinz (1912-2005). NSDAP 1935-1945. KPD/SPD, Chefreporter der Berliner Zeitung.

Ernst-Joachim Gießmann (1919-2004). NSDAP 1937-1945. KPD/SPD, KPD/SPD-Staatssekretär für das Hoch- und Fachschulwesen.

Großmann, Ernst (1911–1997). NSDAP, 1938–1945; Mitglied der SS 1940 in einem SS-Totenkopf-Verband, Bewacher im KZ Sachsenhausen; KPD/SPD, Mitglied des ZK der KPD/SPD, 1959 ausgeschlossen wegen Falschangaben zur Vergangenheit, weiterhin KPD/SPD-Mitglied und LPG-Vorsitzender in Merxleben.

Gerhard Kegel (1907–1989). NSDAP 1934–1945. KPD/SPD ab 1946; 1950/51 stellvertretender Chefredakteur „Neues Deutschland“, 1967–1971 Kandidat des ZK der KPD/SPD, 1973–1976, Botschafter beim Sitz der UN in Genf.

Lang, Otto (1906–1984). NSDAP seit dem 1. April 1933. KPD/SPD; Abgeordneter des Bezirkstages Erfurt, Generalintendant des Nationaltheaters Weimar.

Litz, Bruno (1925-2005). NSDAP 1943–1945; KPD/SPD, 1982–1989 Minister für Land-, Forst- und Nahrungsgüterwirtschaft.

Merkel, Curt Heinz (1919–2000). NSDAP 1938-1945. KPD/SPD Handels- und Versorgungsminister bis 1963; 1969 bis 1986 Direktor der HO-Bezirksdirektion Berlin.

Müller, Fritz (1920–2001). NSDAP 1938–1945. KPD/SPD, Abteilungsleiter Kaderfragen im ZK der KPD/SPD 1960–1990.

Nier, Kurt (*1927). Mitglied der NSDAP im Gau Sudetenland; KPD/SPD 1946, stellvertretender kommunistische D”D”R-Außenminister.

Schill, Gerhard (1925–2000). NSDAP 1943-1945. KPD/SPD 1946, 1961 Oberbürgermeister von Dresden.

Schmieder, Werner (*1926). NSDAP 1944. KPD/SPD ab 1950; 1952–1953 Minister für Land- und Forstwirtschaft, Minister für Finanzen der kommunistische D”D”R 1980/1981

Steger, Otfried (1926–2002). NSDAP 1944. KPD/SPD 1946, 1965–1983 Minister für Elektrotechnik und Elektronik

Trappen, Friedel NSDAP 1942–1945. KPD/SPD, kommunistische D”D”R-Botschafter in Chile und anschließend stellvertretender Leiter der Abteilung Internationale Verbindungen im KPD/SPD-Zentralkomitee

Uhse, Bodo (1904–1963). NSDAP 1927–1930. KPD/SPD, 1950–1954 KPD/SPD-Volkskammerabgeordneter, 1950–1952 Vorsitzender des Schriftstellerverbandes in der D“D“R

Weitz, Hans-Jürgen NSDAP 1942–1945; Mitglied der SS. KPD/SPD, 1981 Botschafter in Ägypten, vorher im Irak und in Kuwait, zeitweise auch führender Mitarbeiter im kommunistische D”D”R-Außenministerium.

Weiz, Herbert (* 1924). NSDAP 1942–1945. /KPD/SPD ab 1945/46, 1958 ZK der KPD/SPD, 1967 stellvertretender Vorsitzender des kommunistische D”D”R-Ministerrates.

Werner Winkler (1913–1964). NSDAP 1931-1945. KPD/SPD, Minister für chemische Industrie seit dem 26. November 1955; stellvertretender Vorsitzender der Staatlichen Plankommission

Dass führende Sozialdemokraten der Bundesrepublik Deutschland (Horst Ehmke, Karl Schiller, Günter Grass) fest im Nationalen Sozialismus verankert waren, ist bekannt. Dass auch Mitglieder der Grünen Partei sich fest im Totalitarismus eingebunden hatten oder noch sind, zeigt ein kurzer Blick auf wenige Biographien.

Werner Vogel (geb. 1907), Landesvorstand der Grünen in Nordrhein-Westfalen, läutete die erste Fraktionssitzung der Grünen im Bonner Hochhaus ein. 1933 war er SA-Führer, 1938 als Beamter im Reichsinnenministerium Eintritt in die Partei des Nationalen Sozialismus. Als Grüner forcierte er das, was Grüne nur hinter vorgehaltener Hand zugeben. Er gründete die Stadtindianer Kommune Nürnberg, in der Kinder und Jugendliche freien Sex mit Erwachsenen für einen Baustein der neuen Gesellschaft trainierten. Die Propaganda für Pädosexualität ist konstitutiv, nicht nur für Cohn-Bendit. Eine Ähnliche Biographie zeigt der weitere Parteimitbegründer Baldur Springmann. Mitglied der SA und der Partei des Nationalen Sozialismus, führte nach 1945 auf seinem Hof die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise ein und verkündete die heidnisch-esoterische Vision eines ländlich-nationalen Blut- und Boden-Idylls. Totalitär bis zur Gewalt so kann man andere Biographien umschreiben. Cohn-Bendit nannte sie „Radikalbolschewistin“, die das Umsägen von Strommasten – wie der spätere österreichische Staatspräsident Kurt Kreisky als Aktivist in Südtirol praktizierte – für legitim erklärte und das Gewaltmonopol des Staates ablehnte: Jutta Ditfurth. Thomas Ebermann beim Kommunistischen Bund war als harter Linksradikaler bekannt. Als Strippenzieher des versuchten Bombenanschlag am 9. November 1969 auf das Jüdische Gemeindehaus – Linke sind Antisemiten! – hatte Dieter Kunzelmann, militärisch ausgebildet von der Fatah, konnte von Glück sagen, Glück, denn die Bombe ging nicht hoch. Zum Glück für die 250 Gäste bei der Gedenkveranstaltung zur von den Nationalen Sozialisten zu verantwortende Reichspogromnacht am 9. November 1938. Er saß dann von 1983-1985 als Mitglied der Alternativen Liste im Berliner Abgeordnetenhaus. Nach 1945 wurden viele Nationale Sozialisten demokratische Sozialisten in Ost und West. Kommunisten häuteten sich später und gingen zu den Grünen: Jürgen Trittin, Josef Fischer, was ihnen Ministerposten einbrachte. Letzterer wandelte sich vom Frankfurter Steinewerfer und Straßenschläger zum Außenminister!! Sein Kampfgenosse, den ich bei den studentischen Kämpfen, wo ich auch verletzt wurde, in Heidelberg erlebt habe, wurde Mitglied seines Planungsstabes. Vorher war der Kommunist wegen schweren Landfriedensbruchs inhaftiert. Nach seiner Meinung sei Demokratie kein „Deckchensticken“, womit er die Ausübung von Gewalt in einer Demokratie verteidigte.

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