Zur Doppelmoral bei der Verurteilung von Gewalt

von Hamed Abdel-Samad14.01.2019Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik, Medien

Man stelle sich vor, ein grüner Politiker wäre von Rechtsradikalen brutal attackiert und verletzt worden. Alle auf Facebook würden dann ihre Solidarität zeigen und den Angriff schon als Gefahr für die Demokratie erklären. Man stelle sich vor, wie die Medien dann darauf reagiert hätten. Ist der Angegriffene aber ein AFD-Politiker, halten sich die Empörung und die Solidarität in Grenzen.

Von Hamed Abdel-Samad

Man stelle sich vor, ein grüner Politiker wäre von Rechtsradikalen brutal attackiert und verletzt worden. Alle auf Facebook würden dann ihre Solidarität zeigen und den Angriff schon als Gefahr für die Demokratie erklären. Man stelle sich vor, wie die Medien dann darauf reagiert hätten. Ist der Angegriffene aber ein AFD-Politiker, halten sich die Empörung und die Solidarität in Grenzen. Manche empfinden sogar dabei heimlich Schadenfreude. Manche Demokraten finden es nicht angebracht, Solidarität mit jemandem zu zeigen, mit denen sie politisch nicht einverstanden sind.

Aber gerade als Demokrat muss man jede Form von Gewalt als Mittel der Politik ächten und verurteilen, denn Gewalt ist Gewalt egal aus welcher Seite sie kommt, und egal gegen wen sie sich richtet. Denn es gibt keine gute und keine schlechte Gewalt. Und die, die heute einen AFDler attackieren, würden morgen alle anderen attackieren, die ihrer Linie nicht folgen, denn Radikale aller Art wollen nur die eigene Stimme hören!Ich stehe für eine offene und faire Streitkultur. Wer einen Politiker nicht gut findet, kann mit ihm politisch streiten oder ihn abwählen. Wer Gewalt bejaht, relativiert, duldet oder dazu schweigt, hat sich als Demokrat disqualifiziert!

Von Joachim Steinhöfel

Hier nur ein Beispiel, das die unappetitliche Doppelmoral bei der Verteilung von oder dem Berichten über Gewalt dokumentiert. Hier

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