Wir dürfen nicht nach Hause gehen und denken, dass die Klimakonferenz das Problem gelöst hat. Rajendra Pachauri

Geschichte ist Politik – Die Causa Hubertus Knabe

Der Berliner Kultursenator Klaus Lederer will den Direktor der Stasigedenkstätte Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, unbedingt loswerden. Während Knabe DDR-unrecht gnadenlos aufdeckte, Lederer steht Lederer für das Aushängeschild der SED-Nachfolgepartei, so zumindst sieht des Gunter Weißgerber.

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Zusammenhänge in der Causa Hubertus Knabe. Aus rechtlichen Gründen ist der komplette Abdruck an dieser Stelle nicht möglich. Deshalb verweise ich auf diesen Link zu meinem Essay. Hier ein kurzer Auszug:

„… Der Streit um die Gedenkstätte Hohenschönhausen und um Hubertus Knabe ist nun nicht von allgemeinen Restaurationsentwicklungen zu trennen. Es war die politische Geheimpolizei der kommunistischen Diktatur, die in Hohenschönhausen ihre Zentrale hatte. Und es sind mit Knabe als unerschrockenem Aufklärer einerseits und Lederer als Aushängeschild der SED-Nachfolgepartei andererseits zwei Antipoden im öffentlichen Fokus, die sich nichts schenken können.

Knabe als wissenschaftlicher Pfadfinder wider die Verbrechen der Diktatur und Lederer als Prototyp einer Partei, die die nationalsozialistischen Verbrechen zu Recht nicht der Vergessenheit anheimfallen lassen will und die doch andererseits die Verbrechen des Kommunismus bagatellisiert. Zwei Züge kollidierten und Passagiere im Lederer-Zug sind nicht nur die üblichen Verdächtigen. Das macht die Sache noch unerquicklicher.

Lederers Parteivorfahren sahen sich bis Herbst 1989 als Kommunisten, sprachen von den „Kommunistischen und Arbeiterparteien“ der Welt. Den „Sozialisten“ in sich kehrten sie erst in der Morgendämmerung des Herbstes 1989 heraus. Plötzlich waren alle die Sozialisten, die kurz zuvor noch als Kommunisten den Kasernensozialismus stützten.

1990 brachten wir also nicht nur uns mit in die Einheit. Huckepack hatten wir SED (Blockflöten nahm der gemeine DDR-Untertan nicht ernst), MfS und KGB sowie die „Gruppe Luch“, eine in Vergessenheit geratene geheime KGB-Gruppe. Erich Loest lässt seinen Ratzel im „Falco“ sinngemäß sagen: „Wir haben den Staat aufgegeben um die Partei zu retten. Wir werden wieder da sein.“ Die Opfer der SED-Diktatur erleben genau das seit zweieinhalb Jahrzehnten fassungslos mit. …“

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Sahra Wagenknecht, Maximilian Zech , Konstantin von Notz.

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