Von Pyrrhus lernen heißt, kommende Niederlagen vermeiden

von Gunter Weißgerber24.01.2018Innenpolitik

Martin Schulz ist schlichter Parteifunktionär, erfolgversprechende Strategien sind ihm nachweislich fremd und aus geänderten Fahrbahnverhältnissen lernen ist auch nicht sein Ding.

„Wenn wir die Römer in einer weiteren Schlacht besiegen, werden wir gänzlich verloren sein!“ soll Pyrrhus 279 v.u.Z. nach seinem Sieg über die Römer gesagt haben.

Ich werde hier Marin Schulz nicht mit dem Strategen Pyrrhus (Hannibal sah in ihm sogar den fähigsten Feldherrn noch vor ihm selbst) gleichsetzen. So eine Beleidigung hat Pyrrhus wahrlich nicht verdient.

Martin Schulz ist schlichter Parteifunktionär, erfolgversprechende Strategien sind ihm nachweislich fremd und aus geänderten Fahrbahnverhältnissen lernen ist auch nicht sein Ding.

Vor einem Jahr wurde auf einer riesigen Vertrauens-Vorschuss-Welle mit dem Europa-Politiker Martin Schulz ein Mann SPD-Vorsitzender, der vom Tuten und Blasen in der Deutschlandpolitik keine Ahnung hatte. Die Erosion der Gesellschaft infolge der europapolitisch einsamen Merkel’schen Völkerwanderung war ihm genauso unbekannt wie die Wirkung der RRG-Drohung auf das Wahlvolk.

Nach einem Jahr unaufhörlich aufeinander folgender Pleiten, Pech und Pannen der Schulz‘schen SPD-Führung ist der Parteitagsbeschluss von Bonn zugunsten der Koalitionsverhandlungen von SPD und Union eher ein Scheinsieg. Die Mehrheit war sehr knapp, eine geheime Abstimmung hätte das Gegenteil ergeben können. Nicht weil die GroKo-Gegner die tolleren Argumente hatten, sondern weil Martin Schulz mit seinem Schlitterkurs zwischen den Banden Kronzeuge eigener strategischer Unfähigkeit und keineswegs angesehener Anführer einer stringenten Politik sein kann. Es ist schwer, solche Persönlichkeiten engagiert zu verteidigen.

Soll der Sieg von Bonn am 21.01.2018 kein Scheinsieg Schulzens‘ bleiben, muss Schulz die SPD in die Realitäten der Zuwanderungsdiskussion führen. Um im Verantwortungs- und Regierungsboot bleiben zu können. Die CSU wäre mit dem Klammerbeutel gepudert, würde sie erkennbar von ihren Zuwanderungspositionen abgehen.

Martin Schulz hat ja noch nicht einmal das begriffen, dass sich der ungehemmte sogenannte Familiennachzug umgekehrt proportional zu den SPD-Prozenten verhält. Ungebremster Nachzug und SPD-Verschwinden sind Geschwister. Weil es weniger ein Familiennachzug als der Nachzug von Parallelgesellschaften ist. Auch geht es beim subsidiären Schutz um den zeitweiligen Schutz von Verfolgten und deren Rückreise nach einem Gefährdungsrückgang. Der subsidiäre Schutz wurde 2015 nicht als erste Stufe einer unkontrollierten Einwanderung ins Gesetz installiert!

Martin Schulz und die SPD haben sich noch immer nicht entschieden, vom Souverän in Deutschland gewählt werden zu wollen. Auch das war gestern deutlich zu erkennen.

Angenommen, die SPD wird sich in den kommenden Verhandlungen auf mehr Realität festlegen wollen, was wären die Folgen für die Mitgliederbefragung hinsichtlich der Annahme des Koalitionsvertrages? Die NoGroKo-Gruppe würde stärker als gestern trommeln. Na und? Gestern hatten die die Chance, die SPD-Basis aus dem Verfahren rauszuwerfen. Ihr Sieg hätte die GroKo-Verhandlungen verhindert und die Basis wäre nicht mehr zu fragen gewesen. Was das große Engagement der Verhinderer recht gut zu erklären vermag. Denn vor der Basisentscheidung müssen die NoGroKOs mehr Angst haben als die Schulzens in der SPD. Basis ist Basis und die Basis will genauso sicher leben wie der viel größere Nicht-SPD-Bevölkerungteil.

So gesehen bleibt Martin Schulz nur zu wünschen, mehr Realität zu kosten und den NoGroKo‘s nicht noch mehr Sozialdemokratie zu opfern. Nach unten ist nicht mehr viel Luft.

Schulz‘ wichtigster Partner ist die eigene Mitgliedschaft. Zudem diese mit der Bevölkerung viel identischer ist als die NoGroKo’s in ihrer politischen Ausrichtung. Denen geht es nämlich nur um die SPD und nicht um das Land.

Über die eigene Mitgliedschaft ist das Wiederandocken an den Souverän durchaus möglich.

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