Farmville statt Fontane

von Gunnar Sohn5.06.2013Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik

Unsere bildungsbürgerliche Elite kann vielleicht Schillers Glocke auswendig runterbeten, versagt aber bei der Unterscheidung von Bits und Bytes. Zeit für einen Besuch bei der Gamescom.

So sieht die digitale Wirklichkeit in der Bimbes-Republik aus: Störerhaftung zur Unterbindung von offenen WLAN-Netzen, Leistungsschutzrecht für überforderte Altverleger, taktische Angriffe der Telekom gegen vermeintliche Vielnutzer und unbelehrbare Netzaktivisten zur Rechtfertigung eines Zweiklassen-Netzes sowie alternativlose Schwafeleien auf IT-Gipfeln, um den pomadigen Breitbandausbau in Deutschland als Großtat erscheinen zu lassen.

Da kann ich Wutausbrüche verstehen, wenn die Qualität von Internetverbindungen etwa zwischen Hannover und Berlin eher “Erinnerungen an die Transsibirische Eisenbahn wecken als an eine moderne Netzökonomie https://www.facebook.com/andreas.weck1/posts/480105125393674.

Selbst die “Pilgerreisen von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler ins Silicon Valley http://www.theeuropean.de/christoph-giesa/6970-engagement-fuer-den-gruenderstandort-deutschland inklusive Verbrüderungsumarmungen mit Ikonen des Axel-Springer-Verlages helfen nicht weiter.

Die Aussagen von Rösler über den Ausbau der Wirtschaftsförderung für Start-up-Unternehmen sind reiner Aktionismus und kaschieren die Tatenlosigkeit der Regierungskoalition bei der Transformation ins Digitale.

Es riecht nach volkspädagogischer Belehrung

Man müsse jetzt sehr schnell einen Zugang zu Hochtechnologien vermitteln, fordert Gaming-Experte Christoph Deeg im ichsagmal-Interview.