Auf Cookie-Niveau

von Gunnar Sohn15.01.2012Gesellschaft & Kultur, Medien, Wirtschaft

Es wird wieder einmal um den Datenschutz gerungen. Der Hamburger Beauftragte Johannes Caspar agiert dabei auf Cookie-Niveau, wenn er zuerst an die Sammelwut amerikanischer Konzerne erinnert. Denn auch Vater Staat ist an unseren Festplatten interessiert. Zeit, den Schlapphut zu lüften.

Die Berliner Kongressmesse Call Center World steht Ende Februar unter dem Leitthema „Den Kundenservice neu erfinden“. Als Einführungsredner wird der Hamburger Datenschützer Professor Johannes Caspar angepriesen. In einer Pressemitteilung des Veranstalters wirbt er mit folgenden Worten für sein Referat: „Persönliche Daten werden immer mehr zu einer Handelsware, an der private Unternehmen mehr Interesse haben als der Staat. Um Bürgerinnen und Bürger vor einem Ausverkauf dieser Daten zu schützen, bedarf es einer modernen Datenschutzstrategie.“ Liegt hier das berufliche Selbstverständnis des Staatsvertreters? Er möchte mich vor dem Ausverkauf meiner Daten schützen, weil gewinnsüchtige Konzerne, in der Regel in den USA angesiedelt, begierig meine Privatsphäre und geheimen Wünschen ausspionieren wollen? Hat der Staat also keine Interessen, mich kollektiv in die Kategorie von Kinderpornografie-Konsumenten einzustufen? Oder wie sieht es mit dem Vorhaben der „vorauseilenden Volksüberwachung“ aus – besser bekannt unter dem Namen „Vorratsdatenspeicherung“ (siehe die „Spiegel Online“-Kolumne von Sascha Lobo(Link)

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