Wir statt Ich

von Gunnar Sohn6.06.2012Gesellschaft & Kultur, Medien, Wirtschaft

Eine Währungsunion funktioniert auf Dauer nur mit der politischen Union. Es geht nicht um die Rettung des Euro, sondern um die Rettung der europäischen Idee.

Jetzt ist die Zeit, die Geburtsfehler des Maastricht-Vertrages, der zur Währungsunion führte, zu beseitigen. Schon 1994 hätte klar sein müssen, dass die Entkopplung des Euro von der politischen Union ein Kardinalfehler war. Es lag an den kurzsichtigen machtpolitischen Manövern von Staatsmännern wie Kohl und Mitterand. Nun war Kohl nicht gerade ein Meister der wirtschaftspolitischen Staatskunst. Aber auch ihm hätte klar sein müssen, dass es schwerfallen wird, Staaten mit höchst unterschiedlichen Wirtschafts- und Finanzpolitiken einheitlich zu steuern. Der nachgeschobene Stabilitätspakt mit seinen Sanktionsmechanismen war von Anfang an ein stumpfes Schwert. Gleiches werden wir mit dem Fiskalpakt erleben. Strafen, Diktate oder Restriktionen sind ein Sprengsatz für die politische Architektur der Europäischen Union. Wer wirft den ersten Stein, wer kann das politisch aushalten, wer wird isoliert, wer spielt den Buhmann, wer wird zum Sündenbock stilisiert? All das kann man innenpolitisch in Griechenland derzeit wie im Brennglas beobachten. Auch die sogenannte Austeritätsdebatte über Sinn und Unsinn der Reformauflagen für die angeschlagenen Euro-Länder ist davon geprägt(Link)

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