Warum man auf Blogger nicht scheißen sollte

von Gunnar Sohn18.09.2011Gesellschaft & Kultur, Medien, Wirtschaft

Wenn Twitter im Alltag der Journalisten unbekannt ist, dann nehmen sie die Wirklichkeit nicht mehr wahr. Zeit für die Medien, sich selbst weniger wichtig zu nehmen und das Internet zu verstehen.

Die liebwertesten Gichtlinge in Politik und Wirtschaft sollten Blogger nicht mehr unterschätzen. Ein Lehrbeispiel präsentierte der Journalist Richard Gutjahr auf dem DJV-Fachkongress „Besser Online“ im Bonner Post-Tower. Landläufig herrsche die Auffassung, dass Organisationen nur bei Anfragen etablierter Medien wichtige Informationen preisgeben. Gutjahr verwies auf die Besonderheit des Veranstaltungsortes. „Ich habe vor rund einem Jahr bei der Deutschen Post angerufen, bevor ich in die Sommerferien geflogen bin. In dem Telefonat mit der Pressestelle sagte ich, dass ich zwar für den Bayerischen Rundfunk arbeite, aber die Anfrage als Blogger stelle“, so Gutjahr. Die Recherche drehte sich um den legendären E-Postbrief mit dem Versprechen des Gelben Riesen, das Briefgeheimnis ins Internet zu bringen. Kompliziert, teuer und nicht besonders sicher lautete das erste Urteil der Stiftung Warentest. Gutjahr wollte etwas zu den AGBs wissen. „Denn die verkaufen nämlich die Adressen der vermeintlich sicheren Geschäftsidee. Dann gab mir der Konzern-Pressesprecher sinngemäß folgende Antwort: ‚Wenn Sie für die ARD anrufen, gebe ich Ihnen eine Auskunft. Blogger interessieren uns nicht‘. Dann habe ich denen danach noch einen Fragenkatalog per E-Mail geschickt und telefonisch nachgehakt. Der Herr hat nicht mehr reagiert“, erläuterte Gutjahr.

Ignoranz führt zum Shitstorm

Er teilte der Post mit, den Beitrag auch ohne eine Stellungnahme des DAX-Konzerns auf seinem Blog veröffentlichen. Wieder keine Reaktion. „Auf dem Weg zum Flughafen drückte ich den Publish-Button auf meinem iPhone. Als ich aus dem Flieger am Urlaubsort ausstieg, war der Server zusammengebrochen. Lesen Sie mal meinen Blogpost

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