Altherren-Riege ohne Masterplan

von Gunnar Sohn14.02.2011Gesellschaft & Kultur, Medien, Wirtschaft

Deutschland verpasst den Anschluss an die Zukunft des Internets. Während anderorts fleißig ausgebaut wird, ist die Regierung in Berlin offensichtlich noch nicht in der digitalen Realität angekommen. Das muss sich ändern. Wir brauchen endlich ein Informationsministerium.

Wir stehen technologisch vor einer der größten Revolutionen der vergangenen 50 Jahre. So drückte es der Unternehmensberater Roman Friedrich von Booz & Company mit Blick auf die diesjährige Fachmesse Mobile World in Barcelona aus. Durch die rasante Digitalisierung fast aller Lebensbereiche explodiert die Nachfrage der Verbraucher und Unternehmen nach konstantem und universellem Internetzugang. Die neuen _always on_-Welten führen schon jetzt zu Kapazitätsengpässen: „Die Netze kommen aktuell durch das exponentiell wachsende Datenaufkommen an die Grenze der Belastbarkeit. Daraus ergibt sich für die Telekommunikationsnetzbetreiber ein gewaltiger Investitionsdruck für LTE- und Glasfaserinfrastruktur, um die Datenvolumina ohne Engpass und mit weiter zunehmender Geschwindigkeit bewältigen zu können. Alleine der Ausbau der Netze mit Glasfasertechnologie wird in den nächsten fünf Jahren 34 Milliarden Euro verschlingen. Das entspricht dem gesamten Telekommunikationsumsatz mit klassischen TK-Diensten im Jahr 2015“, prognostiziert Friedrich.

Was helfen uns zwei MB?

Die klassischen Technologien für Festnetz und Mobilfunk (DSL und 3G) reichen für eine Weiterentwicklung der Netze nicht mehr aus. Erst ab einer Downloadrate von 30 Megabit (MB) pro Sekunde könne man von Breitband sprechen. In deutschen Ministerien seien diese Zusammenhänge schlichtweg nicht bekannt: „Man ist stolz darauf, dass wir zwei MB haben. Was helfen uns zwei MB? Der Markt geht woandershin“, kritisiert Friedrich. Es liege vielleicht an die Vielzahl von alten Herren, die in der Regierung für diese Fragen verantwortlich sind, so der Einwurf eines Journalisten während des Booz-Pressegesprächs. Darauf antwortete der Booz-Berater: „Mir hat einer aus Regierungskreisen gesagt, ‚brauchen wir denn wirklich diese Bandbreite, Herr Dr. Friedrich? Da werden doch sowieso nur Pornos

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