Schluss mit dem digitalen Tschakka-Gebrüll!

von Gunnar Sohn10.06.2015Innenpolitik, Medien, Wirtschaft

Der digitale Wandel wird von der Netzgemeinde betrieben. Wertschätzung erfährt diese dafür nicht. Stattdessen belächelt das krawattentragende Establishment die Nerds und zerstört so den Barcamp-Geist. Ein Beitrag zur #KölnerBarcampKontroverse.

Manchmal gibt es Diskussionen und Lebenssituationen, die erzeugen einen Heureka-Moment und man weiß, wo man steht und in welche Richtung es weitergehen soll. So war es beim fünften Netzökonomie-Campus mit Käsekuchen in Köln, den Mister Unternehmer-Plattform Winfried Felser perfekt organisiert hat. Auch seine Backkünste konnten überzeugen.

In unserem offenen Format, an dem jeder Interessierte teilnehmen kann – real und virtuell über eine Liveschalte via Hangout on Air – steht die Disputation im Vordergrund. Absprachen, Kontrolle der Gespräche, Sprachregelungen oder sonstige aseptische Vorkehrungen kommen für uns nicht infrage. Da gibt es ausreichend Plastik-Frontal-Formate, die besonders in Wirtschaftskreisen dominieren.

Wir leben die Barcamp-Kultur und setzen auf Überraschungen. Das Schwerpunktthema kann der jeweilige Gastgeber oder die Gastgeberin auswählen und in einem Eingangsstatement vorstellen. Einzige Bedingung: Der Käsekuchen muss in Eigenregie gebacken werden

Wenn Blindfisch über Barcamps redet

Beim Netzökonomie-Campus am vergangenen Sonntag gab es schon in den ersten Minuten eine Bestätigung des Veranstaltungstitels: „Doppelter Hochmut kommt vor dem doppelten Fall: Dialogunfähigkeit zwischen Netzszene und Wirtschaft“.