Unsere Aufgabe ist nicht leicht, aber dieses Gericht wird die Welt verändern. Luis Moreno Ocampo

Rente mit 73 ist Unsinn!

Gregor Gysi findet drastische Worte für den Vorschlag, die Rente auf 73 erhöhen: Unsinn!

Das Institut der deutschen Wirtschaft schlägt vor, das Renteneintrittsalter auf 73 Jahre anzuheben und rät zu mehr privater Vorsorge. So einen Unsinn müssen wir uns in regelmäßigen Abständen immer wieder einmal anhören. Diese Herren verwechseln wie Politiker ihren Beruf immer mit anderen Berufen. Solchen Unsinn kann man auch im hohen Alter vertreten, aber eben kein Dach mehr decken und keine Operation mehr durchführen.

Sollte man das Renteneintrittsalter auf 73 erhöhen?
Ja
Nein

Statistik spricht dagegen

Schon heute arbeitet laut Statistischem Bundesamt gerade einmal noch die Hälfte der Menschen im Alter zwischen 60 und 65 Jahren. Ein großer Teil von Ihnen ist krank, weil der Stress zugenommen hat, ein anderer findet bei bestem Willen keinen Job. Über 58-Jährige, denen zwei Jahre lang kein Job mehr angeboten wurde, werden aus der Arbeitslosenstatistik gestrichen. Wie schon Churchill sagte: Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast. Die Riester-Rente ist ein Flop, von dem nur die Versicherungskonzerne profitiert haben. Um den Vormarsch der Altersarmut, der schon im Gange ist, zu stoppen, muss das Rentenniveau wieder auf 53 Prozent erhöht werden. Wir brauchen die frühere Rentenformel zurück.

Und dann benötigen wir eine große Reform: Die Unternehmen sind wieder so heranzuziehen wie ihre Beschäftigten. Alle Menschen der neuen Generation mit Erwerbseinkommen – auch Selbstständige, Beamtinnen und Beamte sowie Politikerinnen und Politiker – müssen ohne Beitragsbemessungsgrenze in die Rentenversicherung einzahlen. Für die Spitzenverdiener kann der Rentenanstieg abgeflacht werden. Auch dem Institut, vor allem aber den Menschen, wäre geholfen, denn wir bräuchten über Altersarmut nicht mehr zu reden. Ich verstehe auch den irrigen Egoismus einiger Wirtschaftsvertreter nicht, die Altersvorsorge komplett abwälzen zu wollen. Diese Entsolidarisierung schadet letztlich der gesamten Gesellschaft, also auch der Wirtschaft.

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Rainer Zitelmann, Matthias Matussek, Vera Lengsfeld.

Leserbriefe

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