Merz liegt vorne, Röttgen mit Achtungserfolg
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Die Spannung steigt. In der CDU steht die Wahl des neuen Vorsitzenden an. Immer mehr Orts- und Kreisverbände verkünden ihre Präferenzen. Hier die aktuelle Sondierungsanalyse.
Die CDU erlebt eine spektakuläre Kampfabstimmung um den Parteivorsitz. Armin Laschet, Friedrich Merz oder Norbert Röttgen – wer wird CDU-Chef und damit Favorit auf die nächste Kanzlerkandidatur? Anders als bei normalen Parteitagen finden die üblichen Sondierungen und Hintergrundabsprachen diesmal nicht in persönlichen Gesprächen statt. Informelle Begegnungen fallen weitgehend aus. Deswegen kommt es jetzt unter den CDU-Delegierten zu intensiven Telefon-Sondierungen. Die unterschiedlichen Lager telefonieren Delegiertenlisten durch und tasten Gefolgschaften ab.
Dabei zeigt sich folgendes Bild: Friedrich Merz hat deutlichen Rückhalt in den ostdeutschen Landesverbänden und eine Mehrheit in Baden-Württemberg, Niedersachsen sowie Hamburg. Dazu stehen die Mittelständler, die Junge Union, Wertkonservative und der Wirtschaftsflügel weitgehend hinter ihm. Armin Laschet hat in Schleswig-Holstein, im Saarland und – abgeschwächt – in Rheinland-Pfalz Rückhalt. Die Arbeitnehmerschaft sowie die Frauen-Union und der Merkel-Führungskreis neigen ebenfalls ihm zu. Die Landesverbände Hessen und Nordrhein-Westfalen sind gespalten. Summiert man die derzeitige Stimmungslage und Gefolgschaften so kann Friedrich Merz mit rund 395 Delegiertenstimmen halbwegs sicher rechnen. Hinter Armin Laschet versammeln sich zum Jahresauftakt etwa 290 latente Stimmen. Norbert Röttgen kann trotz seines Aufschwung in Umfragen außerhalb der CDU nur 115 Delegierte einigermaßen sicher mobilisieren. Rund 200 Delegierte sind noch unentschieden oder äußern ihre Neigung nicht. Damit geht Friedrich Merz als Favorit in den Parteitag. Norbert Röttgen kann im ersten Wahlgang auf ein achtbares Ergebnis hoffen.
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