Immer auf Achse

von George Hazel6.12.2010Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik, Wirtschaft

Die Welt wird immer urbaner. Die Studie “Megacity Challenges” untersuchte die Entwicklung von 25 Großstädten. Das eindeutige Ergebnis: Mobilität wird immer wichtiger – und immer personalisierter. Bestehende Verkehrssysteme werden weichen müssen.

Alle Städte sind durch wirtschaftliches Konkurrenzdenken getrieben. In diesem Zusammenhang ist für sie die Bereitstellung guter Verkehrssysteme und Infrastruktur ein zentrales Thema. Die weltweiten Entwicklungstendenzen – zum Beispiel das Wachsen der Vorstädte, die alternde Bevölkerung oder die zunehmende Komplexität unseres Alltagslebens – werden sich in den kommenden Jahrzehnten nur verstärken. Das eventuelle Endstadium dieses Prozesses ist die komplette Mobilität. Die Infrastruktur der Zukunft wird demnach stark auf den Endnutzer zugeschnitten sein, nahtlos Menschen miteinander verbinden und nicht mehr aus unserer Kultur wegzudenken sein.

Nahtlose Mobilität

Dies hat einen grundlegenden Einfluss auf die Art und Weise, wie wir die Mobilitätssysteme der Zukunft planen, konzipieren und ausliefern. Es stellt unsere heutigen Gepflogenheiten auf den Kopf. Im Moment basiert unsere Infrastruktur – zum Beispiel im Personennahverkehr oder bei der drahtlosen Kommunikation – auf getrennten Prozessen, die nicht im Hinblick auf den Nutzer konzipiert wurden. Das wird sich aus zwei Gründen ändern: zum einen durch den Druck der globalen Informations- und Kommunikationstechnologie und zum anderen durch die Entstehung eines neuen Marktes für personalisiertes Mobilitätsmanagement. Die weltweite Entwicklung hin zu stärkerer Personalisierung unseres Alltagslebens, zu zunehmender Komplexität und zur Partizipation aller im Arbeitsleben wird eine Infrastruktur erfordern, die qualitativ über dem heutigen Niveau liegt und weitaus stärker auf den Nutzer konzentriert ist. Es muss ein einheitliches System mit erkennbarem Mehrwert sein. Wenn wir dies mit der Entwicklung der Informationstechnologien kombinieren, wird unbegrenzte Mobilität zur Realität. Wer daran zweifelt, braucht sich nur mal die Geschäftspläne der großen Telekommunikationsanbieter und Medien dieser Welt anzuschauen. Dort werden täglich neue Anwendungen für Smartphones und Smartcards vorgestellt. Wenn wir unbegrenzte Mobilität anstreben – also ein System aufbauen, das auf den Nutzer zugeschnitten, flächendeckend und hochwertig ist – brauchen wir ein neues Geschäftsmodell. Wir brauchen ein Mobilitätsmanagement, welches individuelle Mobilitätssysteme zusammenfasst und den Nutzern personalisierte Mobilitätspläne anbietet. Diese könnten von Basispaketen bis hin zu Komplettangeboten reichen, mit unterschiedlichen Preisen und Inhalten. Mit diesem Modell wäre es möglich, die Mobilitätsbedürfnisse des Nutzers in Echtzeit zu organisieren. Er würde auf Veränderungen im System aufmerksam gemacht, und ihm würden Mobilitätsalternativen angeboten; einige davon mit Aufpreis. Das Modell bietet vielversprechende neue Einnahmequellen durch gesammelte Guthaben auf Konten, Werbung und dem Verkauf von Mehrwertdiensten wie Shopping oder Sicherheitsdienste.

Mobilität als profitables Geschäft

Unbegrenzte Mobilität ist die Zukunft der Mobilität in den Städten. Sie erfüllt die Bedürfnisse der künftigen Nutzer, ermöglicht wirtschaftliches Wachstum aufgrund vergrößerter Mobilität und schafft neue Geschäftsfelder, um die Mobilität zu liefern, die benötigt wird. Mit anderen Worten: Sie ist für die Nutzer, die Wirtschaft und die Städte gleichermaßen gut – und das bedeutet, dass sie auch politisch interessant ist und kommen wird.

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