Sag mal, Mutti

Gabriele Warminski-Leitheußer15.03.2012Gesellschaft & Kultur, Wissenschaft

Was auch immer schiefläuft, Mama und Papa sind die ersten Ansprechpartner für Alltagsprobleme. Aber auch in der Schule müssen mehr praktische Kompetenzen vermittelt werden.

Junge Menschen brauchen eine solide und gute Allgemeinbildung. Das ist für ihre erfolgreiche Berufs- und Lebensplanung unabdingbar. Dazu gehört neben der Lese- und Schreibkompetenz sowie den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fertigkeiten selbstverständlich auch die Fähigkeit, den Alltag mit seinen vielfältigen Anforderungen gut bewältigen zu können. Bei der Entwicklung von Alltagskompetenz ist die Familie ein zentraler Lernort. So werden beispielsweise der Umgang mit Geld, die Haushaltsführung, das Konsumverhalten oder gesunde und bewusste Ernährung in der Regel in den Elternhäusern gelernt und eingeübt.

Eltern und Schulen müssen zusammenarbeiten

Alltagskompetenz und die Vermittlung von alltagspraktischen Fertigkeiten sind aber auch eine wichtige Aufgabe der Schule. Dabei geht es um mehr als die reine Wissensvermittlung von Unterrichtsstoffen. Es geht vielmehr um nachhaltiges Lernen. Die Schülerinnen und Schüler sollen das Gelernte langfristig abrufen und in unterschiedlichsten Anforderungen und Situationen anwenden können. Für eine gelingende Berufs- oder Studienwahl beispielsweise bieten wir gemeinsam mit Partnern aus der Arbeitswelt in allen weiterführenden Schularten Praktika und andere Möglichkeiten an, die Jugendliche zur Berufsorientierung nutzen können. Neben einer guten Bildung und Kenntnissen ihrer individuellen Möglichkeiten brauchen junge Menschen allerdings noch mehr: Sie müssen auch in der Lage sein, ihre Interessen und Fähigkeiten klar zu erkennen und einzuschätzen. Und sie brauchen Sozialkompetenz. Dafür ist eine Persönlichkeitsentwicklung notwendig, die gerade von der Schule zu einem großen Teil mitgestaltet wird. Wesentlich ist für mich deshalb auch ein guter Kontakt von Schule und Elternhaus. Ideal ist es, wenn die Eltern sich intensiv am schulischen Leben beteiligen und die Entwicklung ihrer Kinder Schritt für Schritt miterleben.

Mehr Alltagskompetenz in der Schule vermitteln

Wichtige Instrumente, um alltagsnahen Unterricht zu gestalten, sind Praxisbezug, Projektarbeit, Experimentieren und Herleiten von Zusammenhängen. Wenn wir die Schülerinnen und Schüler damit im Unterricht konfrontieren, werden sie sich auch schon in jungen Jahren aktiv am Lernen mit Alltagsbezug beteiligen. Sie fühlen sich beim Lernen in ihrem Alltag persönlich betroffen, lernen eigenständig und mit größerem Interesse. Dadurch werden sie frühzeitig Eigenverantwortung für ihr Lernen und für ihr Leben insgesamt übernehmen. Schon bisher ist die Vermittlung von Lebensbezügen bei uns ein durchgängiges Unterrichtsprinzip in weitgehend allen Fächern und Fächerverbünden. Bei der aktuell anstehenden Weiterentwicklung der baden-württembergischen Bildungspläne für die allgemeinbildenden Schulen werden diese Aspekte eine noch größere Rolle spielen als bisher. Alltagskompetenz muss vernetzt und wirklichkeitsnah vermittelt werden.

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