Ich befürworte nicht das Tragen von Burkinis im Schwimmunterricht

von Franziska Giffey7.07.2018Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik

Familienministerin Franziska Giffey (SPD) ist gegen das Tragen von Burkinis im Schwimmunterricht. Dennoch sollen alle Kinder schwimmen lernen, egal wecher Herkunft sie sind und welche Religion sie haben – eine Ausstattung von Schulen mit Burkinis aus öffentlichen Geldern lehnt die aber SPD-Politikerin ab.

Zur aktuellen Burkini-Debatte stelle ich folgendes klar:

1. Um es deutlich zu sagen: ich befürworte nicht das Tragen von Burkinis im Schwimmunterricht.

2. Zu keinem Zeitpunkt habe ich das Tragen von Burkinis im Schwimmunterricht für “unproblematisch” erklärt. Im Gegenteil – es ist ein sehr schwieriges Thema.

3. Wir müssen aber sehr konsequent darin sein, dafür zu sorgen, dass alle Kinder schwimmen lernen, egal welcher Herkunft sie sind und welche Religion sie haben. Schwimmen ist Teil des Sportunterrichts und damit Teil der Schulpflicht. Diese ist durchzusetzen.

4. Wir erleben aber in der Praxis, dass dies umgangen wird. Zum Beispiel durch ärztliche Atteste. Im Ergebnis nehmen Mädchen nicht am Schwimmunterricht teil und lernen deswegen nicht schwimmen. Das kann nicht unser Ziel sein.

5. Wenn Schulleiter dann vor Ort eine pragmatische Lösung finden, ist das zwar nicht optimal, aber ich finde nicht, dass sich Bundespolitiker darüber erheben sollten. Ich habe mich zu dem pragmatischen Weg der Schule geäußert, aber nicht grundsätzlich Burkinis befürwortet.

6. Ich habe erlebt, was es für die Familie und Freunde bedeutet, wenn ein kleines Mädchen ertrunken ist, das nicht schwimmen konnte. Für mich ist das Vermitteln einer Überlebenstechnik
wichtiger als die Badebekleidung.

7. Eine Ausstattung von Schulen mit Burkinis aus öffentlichen Geldern lehne ich ab. Badesachen sind von jeder Schülerin und jedem Schüler selbst mitzubringen.

8. Ich bin Initiatorin und Schirmherrin des Neuköllner Wassergewöhnungsprojektes Neuköllner Schwimmbär, mit dem wir die Nichtschwimmerquote in den letzten vier Jahren halbiert haben – für alle Kinder, egal welcher Herkunft.

9. Ich engagiere mich seit Jahren für ein konsequentes Vorgehen gegen Gewalt an Frauen und Zwangsheirat und für ein selbstbestimmtes Leben von Mädchen und jungen Frauen. Frauen und Männer sind gleichberechtigt. Dafür trete ich ein.

10. Aus meiner Sicht haben kleine Mädchen keine sexuellen Reize, die es zu verhüllen gilt.

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