Journalisten: Wegelagerer und Indiskretins. Helmut Schmidt

Fangschuss für Annegret Kramp-Karrenbauer

Gabor Steingart kann es nicht verwinden, dass AKK erst den von ihm doch so gepämperten Friedrich Merz besiegt und dann – noch schlimmer – in der Talkshow von Anne Will Steingarts Verachtung für Politikerinnen und die deutsche Provinz offen gelegt hatte, betont Franz Sommerfeld.

Wer die Sendung nicht gesehen hat, sie lohnt sich, nicht zuletzt wegen dieser Feststellungen von AKK: „Die Art und Weise, wie hier gesprochen wird, begleitet mich mein ganzes Leben lang…Als ich angefangen habe Politik zu machen, bin ich gefragt worden: ‘Was wird eigentlich aus Ihren drei Kindern, wenn Sie in den Bundestag gehen?’ Die Kollegen, die neben mir auch in den Bundestag gegangen sind, mussten sich diese Frage nie gefallen lassen….Als ob man als Frau eine zu bemitleidende Minderheit in diesem Land wäre."

Gemeint waren Wolfgang Kubicki und Gabor Steingart. Letzterer nahm seiner vermutlich in manchem zutreffenden Kritik an saarländischen Verhältnisse jede Wirkung, weil er zu sehr in sich und seine Attitüde der Arroganz gegenüber Frauen und der deutschen Provinz verliebt war.

In seinem heutigen Newsletter spielt er damit, dass der CDU-Vorsitzenden ein Fangschuss verpasst werden könne: „FDP und AfD putzen schon ihre Jagdgewehre. Sie werden, nun da die weltanschaulichen Schutzzäune eingerissen wurden, als Wilderer in das Revier der CDU ziehen. Sie hoffen unter bürgerlichen CDU-Wählern auf fette Beute. Nicht auszuschließen, dass sie damit auch der neuen Vorsitzenden einen Fangschuss verpassen.

„Als Fangschuss wird in der Jägersprache derjenige Schuss bezeichnet, welcher abgegeben wird, um schwer verletztes oder nicht unmittelbar tödlich getroffenes Wild zu erlegen. Der Fangschuss steht oft am Ende einer Nachsuche oder nach einem Verkehrsunfall, bei dem Wild verletzt wurde und deshalb von seinem Leid erlöst werden muss“, heisst es bei Wikipedia.

Mangelnder Respekt für diejenige, die der Schreiber für ungeeignet hält, wächst sich hier zu Verachtung aus. Mit der Verrohung der Sprache fallen die Grenzen bürgerlichen Anstands. Bleibt nur zu hoffen, dass
keiner den Schreiber beim Wort nimmt und handelt. Es wäre nicht das erste Mal.

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Wolf Achim Wiegand, Vera Lengsfeld, Thomas Schmid.

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