Ist Friedrich Merz wirklich der Richtige?

von Franz Sommerfeld5.11.2018Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik, Medien

Die Empörung von Friedrich Merz im Jahr 2002 war groß. Doch nun will es Merz der Kanzlerin nocheinmal zeigen. Ob ihn das qualifiziert, müssen die CDU-Delegierten entscheiden, meint Franz Sommerfeld.

Juli 2002 am Rhein. Ein schwieriges, manchmal bitteres Jahr für Angela Merkel. Wenige Monate zuvor hatte sie Edmund Stoiber beim „Wollfratshausener Frühstück“ die Kanzlerkandidatur übertragen. Nicht, dass sie ihm jetzt eine Niederlage wünschte. Sie tat alles für den Sieg der Union.

Aber sie wusste, dass bei einer Wiederwahl Gerhard Schröders ihre Stunde schlug. Sie mochte im politischen Alltag auf Sicht fahren, aber sie dachte in langen Linien. Und das war in dem Sommer die übernächste Bundestagswahl, die dann schon im Jahre 2005 statt fand. Man hätte gar nicht mit ihr sprechen müssen, um zu wissen, dass sie nach einem Scheitern Stoibers das Amt der Unions-Fraktionsvorsitzenden anstreben würde.

Die Empörung von Merz war groß

Um so unverständlicher war die grosse Empörung von Friedrich Merz am Ende des Jahres 2002, als sie den Anspruch darauf erhob. Hatte er es nicht geahnt, fehlte es ihm am notwendigen politischen Instinkt. Oder er nahm sie einfach nicht Ernst, weil sie eine Frau war und zudem noch aus dem Osten kam. Dann fehlte es ihm am Gespür für den Wandel der Zeiten. In den wenigen aktuellen Statements ist nicht zu erkennen, dass er dazu gelernt hat.

Offenbar will der tief Gekränkte es ihr noch einmal zeigen. Ob ihn das qualifiziert, müssen die CDU-Delegierten entscheiden.

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