Kapitalismuskritik, richtig gedacht

von Frank Schäffler9.11.2011Gesellschaft & Kultur, Wirtschaft

Der freie Markt ist das sozialste und fairste Wirtschaftssystem. Das Problem ist das Kasino, nicht der Kapitalismus. Wir müssen weg vom schuldenfinanzierten Wirtschaften.

Kapitalismus ist eine Gesellschaftsordnung, die auf Vertragsfreiheit und Privateigentum beruht. Der Staat schützt die Eigentumsrechte dabei nicht nur für die Konsum-, sondern speziell auch für die Produktionsgüter. In einer solchen Ordnung steuern die individuellen Nachfragebedürfnisse der Menschen die Produktion dezentral. Unternehmen bieten ihre Produkte und Dienstleistungen unter wettbewerblichen Marktbedingungen an. Dadurch ist eine optimale Versorgung der Bevölkerung sichergestellt; alle profitieren.

Der Markt macht’s

Unternehmen, die zu höheren Kosten produzieren als sie Erlöse generieren, scheiden aus dem Markt aus. Wertvernichtende Unternehmen machen so Platz für bessere Alternativen. Der Rechtsstaat setzt durch, dass niemand auf Kosten unfreiwillig Beteiligter agiert (z.B. Umweltschutz). „Gerade der liberale Liberalismus eröffnete mit dem Wohlstand und der Vertragsfreiheit die Möglichkeit, Gutes zu tun aus guter Gesinnung und auf eigene Kosten, während unser Wohlfahrtsstaat Nächstenliebe und freie Solidarität sozialisiert und dadurch die viel beklagte soziale Kälte erst heraufgeführt hat“, bemerkt “Professor Gerd Habermann”:http://www.welt.de/print/die_welt/debatte/article13677330/Liberaler-Liberalismus.html in seinem jüngsten Aufsatz für die „WELT“ richtig: „Der echte Liberalismus ist das Menschenfreundlichste und Sozialste, was es gibt“. Der „Kapitalismus“ ist aber gerade im Zuge der Geld-, Schulden- und Wirtschaftskrise immer mehr zum Reizthema geworden. Die Kritiker haben dabei jedoch nicht die hier dargestellte liberale Gesellschaftsverfassung im Visier. Sie beziehen sich auf eine andere Art von „Kapitalismus“, der zur Krise, und sozialen Ungerechtigkeiten geführt hat: Kasino-„Kapitalismus“.

Das Problem liegt im Kreditwesen

Woher kam überhaupt all das Geld, das die Fehlinvestitionen ermöglicht hat? Die Antwort ist einfach: Alles Geld kommt als Kredit in Umlauf. Kreditgeber letzter Instanz ist die Europäische Zentralbank mit ihrem gesetzlich geschützten Monopol auf die Geldschöpfung. Wegen des Geldmonopols können Investitionen nur mittels des Zentralbankgeldes getätigt werden. Dadurch wird die Zentralbank auch zum Investor letzter Instanz. Da jedoch hinter der Zentralbank keine persönlich haftenden Eigentümer stehen, sondern sich diese ihr Geld einfach selbst druckt, sind Exzesse vorprogrammiert. All dies geschieht auf Kosten der Bürger, deren Ersparnisse in Euro sich auf Grund der steigenden Geldmenge entwerten. Die Erstbezieher des neuen Geldes, namentlich die Banken und ihre Manager, profitieren zusätzlich. Schließlich können sie noch zu alten Preisen kaufen. Die Preise steigen danach erst allmählich, wenn das neue Geld voll in Umlauf kommt (“Cantillon-Effekt”:http://ef-magazin.de/2009/01/10/881-oekonomie-cantillon-effekte). Darum ist es nicht verwunderlich, dass die derzeitigen kapitalismuskritischen Proteste im Umfeld der Europäischen Zentralbank in Frankfurt stattfinden. Wer jedoch auf Grundlage eines falschen Geldsystems und dadurch pervertierten Kapitalismus zusätzliche Regulierungen fordert, wird die gegenwärtige Lage noch weiter verschlimmern. Schließlich wird so nicht das Grundübel beseitigt. Um die Krise zu lösen, ist ein “evolutionärer Übergang zu einer marktwirtschaftlichen Geldordnung”:http://www.libinst.ch/publikationen/LI-Paper-Schaeffler-Tofall-Geldordnung.pdf nach „Bauart“ des Nobelpreisträgers Friedrich August von Hayek notwendig. Nur dies wäre konform zu der auf Freiwilligkeit und Eigenverantwortlichkeit aufbauenden Menschenwürde. Nur so können Entscheid und Haftung wieder zusammengeführt werden. Nur so können unverantwortliche Spekulationen zu Lasten unfreiwillig beteiligter Bürger und künftige Krisen verhindern werden.

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Die AfD ist der Aufstand der Straße gegen die Zumutung des kategorischen Imperativs

Die mangelnde Problemlösungsfähigkeit, die den regierenden Parteien in Umfragen unterstellt wird, scheint mir das eigentliche Problem. Keiner behauptet, die AfD könne die Probleme lösen oder habe die Konzepte dafür; sie ist reine Protestpartei, inhaltlich nichts sagend.

Die DDR kommt wieder!

Zwei Drittel der Berliner befürworten einen Mietendeckel, wenn die Mieten zu stark ansteigen. Das Bundesverfassungsgericht sagt, dass „preisrechtliche Vorschriften, die durch sozialpolitische Ziele legitimiert werden, verfassungsrechtlich nicht ausgeschlossen sind“. Die Mietpreisexplosion in Be

Die AfD verändert die politische Geographie

Am 1. September wird in Brandenburg und Sachsen gewählt. Die ermatteten Volksparteien bekommen ihre Quittung für eine Politik politischer Lethargie. Die AfD pflügt seit Wochen die politische Landschaft um, aber warum hat sie so eine Macht in Ostdeutschland?

Das völkische Denken der AfD ist antibürgerlich

Frank-Walter Steinmeier hat große Zweifel an der bürgerlichen Selbstdarstellung der AfD geäußert. Damit reagierteder Bundespräsident auf Äußerungen des Parteivorsitzenden Alexander Gauland, der seine Partei nach den Wahlen in Brandenburg und Sachsen als "Vertreter des Bürgertums" bezeichnet

Der Klassenkampf hat gerade erst begonnen

Es ist hohe Zeit zu begreifen, dass der linke Zeitgeist brandgefährlich ist. Jene, die das, was sie für das Gute halten, wie eine Monstranz vor sich her tragen und unermüdlich die Welt verbessern wollen, lassen alle Hemmungen fallen, wenn sie feststellen müssen, dass es Andersdenkende gibt.

Öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten machen linke Berichtserstattung

Zur Studie des Reuters Institute, wonach die öffentlich-rechtlichen Sender lediglich eine Minderheit der Bevölkerung erreichen, die sich darüber hinaus links der Mitte verortet, erklärt der AfD-Fraktionsvorsitzende Alexander Gauland.

Mobile Sliding Menu