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„Algorithmen sind die Mathematisierung von Vorurteilen“

Auf dem SignsAward in München warnt Conrad Albert vor Filterblasen im Internet. Der ProSiebenSat.1-Vorstand kritisiert eine Verengung des politischen Diskurses durch digitale Meinungssteuerung und kündigt eine journalistische Digitaloffensive mit der Plattform „Studio 71“ an.

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Der IOC-Präsident und der Juso-Chef, Konzernlenker und Popstars, Minister und Meinungsmacher haben sich zum glamourösen SignsAward in München getroffen. Alljährlich ehrt der SignsAward die kommunikativen Zeichensetzer des Jahres. n-tv nennt ihn den „Oscar der Kommunikationsbranche“ und für das Handelsblatt steht fest: „Hier werden die Impulsgeber des Jahres gekürt.“ Zu den diesjährigen Preisträgern zählen Thomas Bach, Julia Klöckner, Kevin Kühnert, Frank Walthes, Ralf Wittenberg, Tom Beck, Lotte und Studio71, die für #DeineWahl ausgezeichnet wurden. Das junge Format, bei dem YouTuber die Kanzlerkandidaten Angela Merkel und Martin Schulz im Vorfeld der Bundestagswahl interviewten, führte zum Überraschungserfolg: 3,6 Millionen Zuschauer verfolgten live via YouTube wie Merkel und Schulz den jungen Wählern Rede und Antwort standen.

Conrad Albert, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von ProSiebenSat.1, lobte Studio71 für diesen Erfolg und ihre glaubwürdige Kommunikation. Gerade im Zeitalter von Fake News bräuchte die Gesellschaft mehr von solchen Formaten, die vor allem junge Wähler erreichen würden, meint Albert. Immer mehr Menschen nutzen das Internet als Hauptinformationsquelle, so auch soziale Netzwerkplattformen – Chance und Risiko zugleich, denn undurchschaubare Algorithmen im Internet würden Filterblasen produzieren und somit Vorurteile in der Gesellschaft verhärten. Diese könnten mit neuen, innovativen Formaten abgebaut werden, ergänzt Albert.

Albert kündigte einen weiteren Ausbau der rasch wachsenden Plattform Studio 71 an. Man werde in journalistische Inhalte investieren. Auch politische Fragen seien dabei ein Thema, denn junge Menschen würden sich mehr für Politik interessieren als gemeinhin behauptet. Studio 71 ist zu einem der weltweit führenden Multi-Platform-Networks für Kreative und Influencer heran gewachsen. Als Tochterunternehmen von ProSiebenSat.1 sei die Plattform ein mächtiger Anbieter digitaler Inhalte und Web-Produktionen geworden und erreiche inzwischen rund 8 Milliarden Video Views, insbesondere ein junges Publikum. Tatsächlich ist Studio 71 zu einem der weltweit führenden Multi-Platform-Networks für Kreative und Influencer heran gewachsen und fokussiert sich mit seinem Creator Portfolio seit Gründung auf besonders beliebte und kreative Influencer, darunter Luca, Sarah Harrison, Julien Bam, Jean Pierre Kraemer oder ViktoriaSarina. Außerdem unterhält das Unternehmen einige der erfolgreichsten YouTube-Channels bekannter TV-Shows, darunter “The Voice Kids” oder Daily-Formate wie “Galileo”, die mit regelmäßigen Highlight-Clips ein treues Publikum erreichen. Im deutschsprachigen Raum ist Studio71 mit weit über 600 Millionen Video Views die Nummer 1 und distribuiert die Web-Only-Inhalte der Sendergruppe über alle digitalen Plattformen.

Neben Studio71 wurden beim SignsAward 2018 prominente Zeichensetzer in acht weiteren Kategorien ausgezeichnet. Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees Thomas Bach erhält den SignsAward 2018 für seine olympische Versöhnung zwischen Nord- und Südkorea. Das Engagement Bachs sei zum machtvollen Friedenszeichen und zum Türöffner einer möglichen Wiedervereinigung in Frieden geworden. Bach erhielt die Ehrung in der Kategorie „Vision“. Unter den deutschen Politikern haben die CDU-Vizevorsitzende und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner sowie der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert die SignsAwards 2018 in den Kategorien „Ehrlichkeit“ und „Engagement“ errungen. Aus der Wirtschaft wurden die beiden Vorstandsvorsitzenden Frank Walther (Bayerische Versicherungskammer) und Ralf Wittenberg (BAT) ausgezeichnet, der Schauspieler und Sänger Tom Beck gewann den SignsAward für „Verantwortung“, die Sängerin und Songwriterin Lotte wurde zum Newcomer des Jahres gekürt. Der SignsAward für „Glaubwürdigkeit“ ging an das Studio71 und der für „Mut“ an Batomae & Jana Crämer.

Bereits zum achten Mal fand der SignsAward in München statt. Diesmal mit Rekordandrang. Prominente Meinungsmacher, Entscheider und Kommunikatoren aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft waren gekommen, um neun Zeichensetzer für ihre Offenheit in der Kommunikation zu ehren. Veranstaltet wird die Gala von der WEIMER MEDIA GROUP. Deren Verleger, Dr. Wolfram Weimer und Christiane Goetz-Weimer, stiften den Preis, um in Zeiten wachsender Polarisierung den offene Diskurs und die mutige Kommunikatoren zu würdigen. Dies unterstrich die Verlegerin Christiane Goetz-Weimer in ihrer Eröffnungsrede: „Unser Land braucht mehr Miteinander-Kommunikation statt immer nur Übereinander-Kommunikation.“

Die WEIMER MEDIA GROUP ist eine Verlagsgruppe mit Sitz in München, die sich auf anspruchsvollen Wirtschafts- und Politikjournalismus konzentriert. Das Portfolio umfaßt ein Dutzend Medienmarken, darunter die Unternehmerzeitung WIRTSCHAFTSKURIER, das einzige Online-Pflichtblatt der deutschen Börsen BÖRSE AM SONNTAG sowie THE EUROPEAN – Deutschlands großes Debattenmagazin.

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Jan-Erik Schirmer, Andreas Plöger, Nico Stehr.

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von Andreas Kern
23.03.2015
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