Julia Klöckner warnt vor einer Vergiftung der politischen Kultur

von Florian Spichalsky8.06.2018Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik, Medien

Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft Julia Klöckner kritisiert persönliche Diffamierungen politischer Gegner. Beim SignsAward 2018 wurde Klöckner ausgezeichnet. Sie nutzt ihre Dankesrede, um für mehr Respekt in der politischen Debatte zu werben und die Kampagne der Tierschutzorganisation Peta „Tierqualprofiteure raus aus der Politik“ zu kritisieren.

Klöckner warnte davor, sich in der Politik von digitalen Shitstorms und Social-Media-Meinungsmache treiben zu lassen. Integrität, Haltung und die Qualität von Argumenten müsse höher geschätzt werden als die Quantität von wechselseitigen Beschimpfungen. Klöckner kritisierte insbesondere systematische Verunglimpfungen politisch Andersdenkender. Konkret nannte die Bundesministerin eine kürzlich von der Tierschutzorganisation veröffentlichte Kampagne, die zur Hetzjagd auf Politikerinnen aufrufe. „Ehrliche Kommunikation bedeute nicht, politische Gegner zu verletzen, sondern Diskurs zuzulassen und Andersdenkenden Gehör zu schenken“, so Klöckner. Persönliche Diffamierungen politischer Gegner – egal aus welcher ideologischen Richtung – würden zu einer Vergiftung der politischen Kultur führen. Klöckner zollte zugleich dem politischen SPD-Konkurrenten Kevin Kühnert Respekt für seine Haltung und seine rhetorische Begabung: „Manchmal haben wir in der CDU gedacht, einen der so überzeugend schwätzt, könnten wir auch gut gebrauchen.”

Den SignsAward für politische Kommunikation erhielt Klöckner mit der offiziellen Jury-Begründung: “Sie vertritt ihre politische Positionen leidenschaftlich, aber respektvoll Andersdenkenden gegenüber. Sie argumentiert oft aus einer persönlichen Werte-Haltung heraus und nicht infolge von Meinungs-Opportunismus oder politischer Korrektheit. Sie setzt dabei immer wieder auf mutige Offenheit und Ehrlichkeit, zuweilen gegen den medialen Mainstream. Klöckner setzt dabei häufig auf Humor als verbindendes Element politischer Debatten.“ Umfragen bescheinigten der Ministerin hohe Glaubwürdigkeits- und Sympathiewerte. Auf den Parteitagen der CDU sei sie seit 2012 stellvertretende Bundesvorsitzende mit außergewöhnlich guten Wahlergebnissen. Der politische Kommunikationserfolg von Julia Klöckner liege in einem besonderen Maße an ihrer persönlichen Glaubwürdigkeit, so die Jury des Zeichensetzer-Preises.

In insgesamt neun Kategorien wurde der SignsAward 2018 verliehen. Den SignsAward für „Vision“ erhielt der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Thomas Bach. Bach wird wegen seins couragierten Einsatzes für einen gemeinsamen Auftritt von Süd- und Nordkorea bei den Olympischen Winterspielen Pyeongchang 2018 geehrt. Die Laudatio hielt Ban Ki-moon, 8. Generalsekratär der Vereinten Nationen . Der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert, der mit seiner klaren Haltung zur Neuauflage der großen Koalition ein Zeichen für den offenen Dialog in der Demokratie gesetzt hat, erhielt die Auszeichnung in der Kategorie „Engagement“.

Die Preisverleihung mit 300 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft wurde von der WEIMER MEDIA GROUP präsentiert. Der Nachrichtensender n-tv nannte den SignsAward den „Oscar der Kommunikationsbranche“, das Handelsblatt befand: „Hier werden die Impulsgeber des Jahres gekürt.“ Die gastgebende Verlagsgruppe hat sich unter der Führung des Verlegerehepaars Dr. Wolfram Weimer und Christiane Goetz-Weimer auf anspruchsvollen Wirtschafts- und Politikjournalismus spezialisiert. Unter ihrem Dach erscheinen ein Dutzend Medienmarken, darunter das Debattenmagazin THE EUROPEAN, die Unternehmerzeitung WIRTSCHAFTSKURIER sowie das einzige Online-Pflichtblatt der deutschen Börsen BÖRSE AM SONNTAG. Auch der CH. GOETZ-VERLAG gehört zur Gruppe.

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