Digitalisierung und globale Monopolisierung | The European

Kauft das große Geld in der angeblichen Pandemie die Regierungen auf?

Florian Josef Hoffmann30.09.2020Wirtschaft

Der Eindruck verdichtet sich, dass großes Geld sich aufgemacht hat, die Regierungen der Welt zu kaufen. Die globale Gleichzeitigkeit der Verhängung von Shutdown-Maßnahmen und der Einführung von Masken-Tragepflichten wegen einer angeblichen Pandemie, kombiniert mit einer schwer zu übersehenden und diskussionslosen Gewissenlosigkeit, stützt derlei Vermutungen, meint Gastautor Florian Josef Hoffmann.

Große Plattformern in einer Hand, Shutterstock

„Was lacostet die Welt?“ Könnte man scherzhaft fragen, wenn die Lage nicht so ernst wäre. Der Spruch ist 40 Jahre alt und stammt aus der beginnenden Hype-Periode der Modemarken. Lacoste war eine davon und stand für ein Lebensgefühl des Aufbruchs zur Verschönerung der Welt mit Mode. Dennoch: Die Frage ist heute hochaktuell, aber nicht mehr so harmlos. Sie könnte heute wirklich lauten: Was kostet die Welt? Denn der Eindruck verdichtet sich, dass großes Geld sich aufgemacht hat, die Regierungen der Welt zu kaufen. Die globale Gleichzeitigkeit der Verhängung von Shutdown-Maßnahmen und der Einführung von Masken-Tragepflichten wegen einer angeblichen Pandemie, kombiniert mit einer schwer zu übersehenden und diskussionslosen Gewissenlosigkeit, stützt derlei Vermutungen. Wenn man als wissenschaftliche Erkenntnis von einer durchschnittlichen Ausbreitungsgeschwindigkeit von Viren in der Bevölkerung von 30 Kilometern pro Tag ausgeht, dann vergehen Jahre, bis sich so ein Virus in die letzte Ecke der Welt ausbreitet. Nicht so der Corona-Virus. Er war zu Jahresbeginn binnen wenigen Wochen global präsent – aber wohl eher nicht durch den Virus, sondern weil seine fast gleichzeitige Verbreitung aktiv in einer konzertierten Aktion mittels Lockdown betrieben wurde.

Diese Vermutung ergibt sich aus einem vielbeachteten Ereignis: Der Präsident Weißrusslands, Lukaschenko, ist zwar nicht gerade ein vertrauenswürdiger Zeitzeuge, aber wenn er in einer Pressekonferenz von konkreten Bestechungsversuchen spricht und sie konkret beschreibt, dann spricht für die Glaubhaftigkeit der Aussage einfach die Vermutung, dass man so etwas nicht so einfach erfindet, wenn es nicht ein tatsächliches Vorkommnis dazu gibt, das einen erst auf die Idee bringt. Und: Welchen Sinn hätte es für Lukaschenko, ein derartiges Ereignis zu erfinden? Seine Aussage in einer Pressekonferenz ist einfach der Augenöffner für die Tatsache, dass sie Regierungen der Welt von IWF und der WHO wohl in einer konzertierten Aktion gekauft wurden. So wie Italien, soll Lukaschenko geäußert haben.

Was ist für die vorgenannten Organisationen auch leichter, als mit ihren Hunderten hochqualifizierten und -bezahlten Mitarbeitern, die im Besitz aller wichtigen Kontaktadressen zu den 189 Regierungen dieser Welt sind, diese zu kontaktieren, Gesprächstermine zu vereinbaren und entsprechende Angebote zu machen. Geld genug dafür haben IWF und WHO, um dem Virus per Lockdown im Bewusstsein der Weltbevölkerung eine exorbitante Ausbreitungsgeschwindigkeit zu verschaffen.

Der digitale Turbo und seine Schattenseite

Es ist wenige Jahre her, da waren die finanziellen Krösusse dieser Welt die Ölscheichs und die Ölstaaten. Das Fracking der Amerikaner, dann der Corona-Lockdown waren stärksten Faktoren, die die Ölpreise verfallen ließen. Unkontrollierbare Überkapazitäten bestimmen nach wie vor das Marktgeschehen. Zu diesen politischen und marktwirtschaftlichen Geschehnissen schaltete sich in diesem Jahr ein Turbo zu, der bisher üblicherweise fast nur als Heilsbringer angepriesen wurde, der aber in diesem Corona-Jahr plötzlich und unbeirrt seine Schattenseiten offenbart: Die Digitalisierung. Sah man bisher darin eine Komponente des normalen und guten technischen Fortschritts, so hat sich das schlagartig geändert. Im Angesicht des Zusammenbruchs des halben Einzelhandels – sieht man vom Lebensmitteleinzelhandel ab – und der explosionsartigen Verbreitung von Amazon und ein paar Spezialisten, sitzt der Schrecken doch tiefer als jemals vorhergesehen.

Natürlich gibt es die Diskussion über für und wieder von Internet und Digitalisierung schon seit geraumer Zeit, vor allem bei früh stark Betroffenen, also allen voran den Printmedien, den Tageszeitungen und anderen, die die Digitalisierung sozusagen im Schlaf erwischte. Aber die aktuelle Situation hat eine andere Qualität, denn zur technologischen Macht hat sich eine irrsinnige finanzielle Macht gesellt.

Ein kleiner Rekurs in die Vergangenheit offenbart die Zusammenhänge: Da erfand ein gewisser Steve Jobs das Smartphone mit Oberfläche für App-Buttons, d. h. ein Telefon, das er mit der Technologie des Computers und des Internets verband, und löste – neben anderen – zwei Verhaltenseffekte aus: Der eine Effekt war die neue Bequemlichkeit: Weshalb soll ich mich anziehen, in die Kälte gehen und beim Buchhändler ein Buch kaufen, wenn ich es kostenlos nachhause gebracht bekomme – wenn auch erst am nächsten Tag. Die Bequemlichkeit erfasste nicht nur das Buch, sie erfasste uns alle. Apps aller Art erleichtern das Leben. Der Pionier war WhatsApp, bald gefolgt vom Wetter, von der eMail, der SMS, dem Kalender, dem Adressverzeichnis, der Kamera, der Uhr, dem Taschenrechner, dem Radio, der Bilder-Sammlung, von Google-Maps, Internet und – Telefon.

Totalversorgung mit kostenlosem Zugang

Der zweite Effekt war die plötzliche überall-Totalversorgung. Mit einem Zugang zum Internet ist an den entlegendsten Stellen der Welt die Welt der Informationen und der Warenkörbe offen. Aber jetzt passiert etwas, was eigentlich das Alltäglichste ist: Ich brauche in meinem Umfeld nur einen Bäcker, einen Apotheker, einen Metzger, einen Gemüsemarkt, einen Supermarkt, einen Uhrmacher, einen Schneider, einen Schuhmacher, etc. Ein Bäcker im Dorf ist genug und ein Apotheker auch.Was ich hier aufzähle ist die Grundausstattung eines jeden größeren Dorfes. Und genau so sieht der Spaziergang auf der Oberfläche meines Smartphones aus. Es gibt für alles immer nur einen Button, eine App – für Experten eines Fachs, z. B. Spiele oder Spekulationen, ganz wenige Ausnahmen abgesehen. Und was die übrigen Anbieter anlangt, siegt wieder die Bequemlichkeit: Dem Otto-Normalbürger reicht eine Suchmaschine, Google, eine Auskunftsplattform, Wikipedia, eine Wetter-App. oder ein Outlook, also jeweils ein Button.

Diese Tatsache ist ein Hohn auf alle Wettbewerbstheorien, bei denen die Märkte nur dann in Ordnung sind, wenn es überall Wettbewerber gibt, also mehr als zwei Anbieter auf einem Markt. Die Realität führt die Theorie auf jedem iPhone oder P20 ad absurdum, denn die Welt ist anders gestrickt – die Wettbewerbstheorien sind Ideologien, die die Welt anders haben wollen, als sie ist. Was hier greift ist das Markenphänomen, das den Menschen am Liebsten immer nur ein Produkt (Tempo) zur Verfügung stellt und nicht viele. Der Grund ist ganz einfach: Die Oberfläche unseres Gehirns ist mit vielen „Marken“ bepflastert und sozusagen aus Platzgründen und aus Gründen der Bequemlichkeit immer nur mit einer “Marke” je Thema markiert. Zweitanbieter werden als überflüssig empfunden, weil sich das Gehirn ja eh schon so viel merken muss. Und außerdem, rein funktional: Wer braucht ein zweites Google, ein zweites YouTube, ein zweites eMail-Programm? Niemand. Mehr als ein Button je Angebot passt auch gar nicht auf die Eingangsplattform des Smartphones – und auch gar nicht in unseren Kopf.

Pool-Position bedeutet Monopol

Der Platz vor allem auf der Eingangsoberfläche des Smartphones ist einfach zu knapp. Er ist so umkämpft, wie die Positionen der Marken auf den Regalen der Supermärkte – nur noch härter, weil nicht tausend Quadratmeter Verkaufsfläche zur Verfügung stehen, sind nur einhundert bis zweihundert Quadratzentimeter oder ein paar mehr! Die wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Knappheit an “Verkaufsfläche” sind dramatisch: Wer die Pool-Position inne hat, ist Monopolist, oder wird sogar auf Dauer Monopolist, nicht selten globaler Monopolist. Ihn zu verdrängen, ist kaum möglich. Die beständige Nutzung durch die Besitzer verfestigt die Position, weil sie immer und überall und bei jedem zum Bestandteil des täglichen Lebens wird. Da muss schon was neues Besseres kommen, so wie Instagram bei der Jugend Facebook abgelöst hat. Aber eben nur bei der Jugend, also sind Milliarden von Nutzern bei Facebook geblieben – für die nächsten paar Jahrzehnte.

Die Schlussfolgerung am Ende ist einfach: Digitalisierung und Monopolisierung sind Eins. Das Smartphone ist der Marktplatz eines Dorfes, auf dem man alles findet – und das, was der User auf der Eingangsseite und links und rechts daneben platziert, weil er es am häufigsten braucht, ist der wertvollste Platz. Vorbild ist auch das alte Kaufhaus. “Der Kaufhof bietet tausendfach, alles unter einem Dach”, war der alte Werbespruch, den man heute auf das Smartphone übertragen kann. Aber das Problem ist, dass ein Dorf auch nur einen Marktplatz braucht. Und damit ist jetzt erst mal der Endzustand vorgegeben: Die Monopole auf der Eingangsoberfläche unseres Smartphones und rundherum sind zementiert – es sei denn es geschieht eine neue technologische Wende, wie es die Kaufhäuser nach über 100 Jahren Prosperität mit der Digitalisierung getroffen hat. Ansätze für Neues gibt es schon – typisch für unsere schnelllebige Zeit: Samsung hat kürzlich verkündet, dass es in fünf Jahren keine Smartphones mehr geben wird. Warten wir’s ab.

Auf der Oberfläche unseres Smartphones ist Wettbewerb nicht vorgesehen. Genau so wenig, wie in unserem Kopf. Und also machen wir Nutzer, die wir alle dieselben Apps nutzen, die paar wenigen Betreiber, die ihre Apps auf der Smartphone-Eingangs-Oberfläche platzieren konnten, reich: Da sie praktisch alle im Silicon Valley sitzen, wird die Welt heute sowohl inhaltlich, als auch finanziell von dort aus regiert. Die Player sitzen im Silicon Valley, kennen/kannten sich persönlich seit Jahren bestens und prosten untereinander täglich zu, weil die Durchsetzungsdynamik der digitalen Technologie – Corona sei Dank – unerwartet stark explodiert: Der verstorbene Steve Jobs (Apple) liefert die Geräte für den Privatmann, Bill Gates das digitale Betriebssystem für die Betriebswirtschaft (Microsoft), David Zuckerberg das Kommunikationszentrum (Facebook), Allan Bezos ist weltweit der größte kommerzielle Nutzer der digitalen Infrastruktur, die die anderen zur Verfügung stellen, usw.

Die großen Player sind „unschuldig“

Die Effizienzsteigerung in der Wirtschaft, der Rationalisierungseffekt, der fast alle Branchen betrifft, könnte ein Gewinn für alle sein. Immerhin werden Millionen von Jobs überflüssig, fallen in unbeschreiblichem Ausmaß Kosten weg, die bisher die Lieferketten belastet haben. Aber die Schattenseite ist, dass der Wegfall von Kosten zugleich für viele den Wegfall von Einkommen bedeutet. Ganze Kategorien von Jobs fallen weg, denkt man nur an den Direkteinkauf beim Hersteller, der an vielen Stellen das Aus des Großhandels und des Einzelhandels bedeutet. Deren leere Schaufenster sehen uns überall an, weil wir stattdessen fast nur noch „in“ den Bildschirm schauen. Oder denkt man an die feinmechanischen Fertigkeiten die nicht mehr gebraucht werden, weil das Smartphone, die Kamera, die Taschenlampe, den Kompass, das Vergrößerungsglas, die Uhr und anderes ersetzt – und alles auf einem Gerät. Betrachtet man die Sache wirtschaftlich, beobachten wir einen Vernichtungsfeldzug, geradezu einen Rundumschlag, gegen den gewerblichen und industriellen Mittelstand. Und das weltweit.

Und wo ist das Mittel oder die Strategie, dem zu begegnen? wäre die nächste Frage. Die Antwort ist einfach: Es gibt kein echtes Mittel. Die Corona-Hysterie zu beenden wäre wohl aktuell erst schon mal die wirksamste Bremse. Wer allerdings glaubt, das Kartellrecht oder andere gesetzliche Mittel seien geeignet, der dramatischen Entwicklung mit normalen gesetzlichen Herausforderung zu begegnen, der irrt. Das Kartellrecht schießt daneben, denn seine Anwendung setzt voraus, dass es in einer Branche mehrere Anbieter (Kartellanten) gibt, die sich über Preise und/oder Konditionen absprechen. Mit wem soll sich Marc Zuckerberg absprechen? Oder Bill Gates? Oder Google? Und, die wichtigsten Angebote sind kostenlos (Google, Wikipedia, Facebook, etc.), sodass der Vorwurf der Preisabsprache per se ausscheidet. Die großen Player beherrschen ihr Metier als Einzelerscheinungen, als Monopolisten. Die großen Player haben die Welt im Griff und sind – was wohl zu befürchten ist – mächtiger als alle Staaten dieser Welt. Sie sind sogar „unschuldig“ an der Entwicklung, denn sie können nichts für ihre Monopolstellung, die Digitalisierung “für jedermann” erzwingt sie sogar. Denn: Niemand braucht ein zweites Betriebssystem auf seinem Rechner – und die globale Kommunikation unter Einzelnen funktioniert am Bestem, wenn überall dieselbe Technik installiert ist. Gegen technologische Gesetzmäßigkeiten kann man sich nicht wehren. Wir alle sind dem ausgeliefert.

Der gesamtgesellschaftliche Tsunami

Eine der größten Fragen dieser Zeit ist deshalb, ob und wie man sich vielleicht doch dieses gesamtgesellschaftlichen Tsunamis erwehren kann. Die Frage im Einzelnen zu beantworten, hieße, den Rahmen dieser Plattform zu sprengen. Dennoch, eine kurze Darstellung des Prinzips kann ich versuchen: Am Anfang meiner Überlegungen dazu steht die einfache Feststellung: Ohne Grenzen funktioniert auf dieser Welt gar nichts. Oder umgekehrt: Es ist die Grenzenlosigkeit des Internets, der anderen Infrastrukturen (Luft, Boden, Wasser), der englischen Sprache und der wirtschaftlichen Globalisierung, die Veränderungsraten geschaffen haben, mit denen die Menschen, mit denen die Gesellschaften allesamt nicht fertig werden. Es gibt so eine Art Richtwert: Industrien verkraften in der Regel Veränderungsraten von 5 Prozent pro Jahr, d. h. wenn Kosten bis zu dieser Rate steigen, oder Preise oder Nachfrage sinken, oder wenn sich Marktverhältnisse generell mit nicht mehr als dieser Rate ändern. Letzteres bedeutet, dass der Tsunami nur abgebremst werden kann, wenn dort, wo die Entwicklung entglitten ist, Bremsen und Barrieren eingebaut werden, um die Raten der Veränderung zu reduzieren. Letztlich bedeutet das: Protektionismus aller Orten.

Diese hochkontroverse These ist strittig. Ihre Argumentation im Einzelnen auszubreiten, würde den Rahmen dieses Debattenbeitrags sprengen, wird deshalb ein anderes mal ausgeführt.

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