Noch unberechenbarer als das Wetter ist das Klima

von Florian Josef Hoffmann5.07.2019Europa, Medien

Die Leser-Reaktionen auf meinen letzten Beitrag „CO2 ist kein Gift – Elektroautos verstärken das Klimaproblem“ waren überaus positiv, wohl weil ich das CO2 so bodennah beschrieben habe, das heißt, vorwiegend aus eigenem Erleben. Persönliches Erleben wird schwieriger, wenn es um Vorgänge geht, die in der Atmosphäre bis hinauf in 10 oder 20 Kilometer Höhe oder noch höher stattfinden, wenn es also ums Wetter geht. Ich versuch’s trotzdem.

In guter Erinnerung ist uns noch der waghalsige Stratosphären-Sprung des Österreichers Felix Baumgartner im Jahr 2012 – aus immerhin 39 km Höhe. Baumgartner könnte aus eigenem Erleben erzählen, wie ihn der Heliumballon nach oben getragen hat, welche Temperaturen und Drücke er gemessen hat, welchen Winden er ausgeliefert war und ab wann er im Fall bei einer Geschwindigkeit jenseits der Schallmauer den Luftwiderstand gespürt hat – anfangs angesichts der dünnen Atmosphäre wohl kaum, sonst wäre er nicht so schnell geworden und auch weiter unten nur beschränkt. Immerhin war er luftdicht eingepackt. Kein normaler Passagier will es Baumgartner nachmachen. Unsereins bleibt beim Flug nach New York in 11 Kilometer Höhe bei 62 Grad Außentemperatur schön warm in seinem Flugzeug sitzen und wartet, bis wir mit festem Boden unter den Füßen wieder unbeschädigt aussteigen kann. Unser atmosphärisches Erleben während des Fluges beschränkt sich auf einen Geringen Druckabfall, auf den Blick in die Sonne und oft auch auf die geschlossene Wolkendecke unter uns. Das war’s dann auch.

Jemand, der etwas mehr erzählen kann, ist der Schweizer Abenteurer Bertrand Piccard, der Sohn des berühmten Tiefsee-Weltrekordlers Jaques Piccard. Piccard junior hat sich nicht den Tiefen des Ozeans, sondern den Höhen der Erdatmosphäre verschrieben. Er hat vor zwanzig Jahren zusammen mit seinem Co-Piloten in einem Heißluft/Gas-Ballon als erster Mensch ohne Zwischenlandung die Erde umrundet, und das in nur 20 Tagen. Ich hatte vor einigen Jahren das Glück, bei einem Vortrag zugegen zu sein, in welchem Piccard jun. Details seines großen Abenteuers beschrieb.

Faszinierend waren die Details seiner Lenkungsmanöver. Wetterstationen am Boden lieferten per Satelliten-Telefon Informationen über die unterschiedlichen Windrichtungen in den unterschiedlichen Höhen. Durch Höhenwechsel wie im Aufzug hinauf und herunter steuerten sie den Ballon in die gewünschte Richtung, wodurch sie (aus Gründen der Sicherheit) fast durchgehend über Land bleiben konnten. Wichtig war auch, dass sie dadurch in den Genuss schneller Winde kommen konnten, sogenannter Jetstreams. Wikipedia-informiert weiß ich heute: „Jetstreams … werden sich dynamisch verlagernde Starkwindbänder genannt, … bilden sich infolge globaler Ausgleichsbewegungen zwischen verschiedenen Temperaturregionen … und stellen die stärksten natürlich auftretenden Winde dar … mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 540 km/h“. Hoppla.

Niemand muss wissen, was eine Stratos- oder Troposphäre ist, um trotzdem anhand der Definition der gigantischen Turbulenzen in unserer Atmosphäre zu erkennen, dass es sich über uns jedenfalls nicht um ein geschlossenes Treibhaus handelt, wohl eher um eine offene dynamische Gesamtheit ohne Wand und ohne Dach, allein zusammengehalten von der Anziehungskraft der Erde, auch Schwerkraft genannt. Eine derartig gigantische und unberechenbare Dynamik in weltumspannender Dimension muss die einfache Folge haben, dass weiter unten auf der Erde, wo sich unser Wetter zusammen braut, klimatische Willkür herrscht, sprich: Das Wetter macht, was es will.

Genau damit will sich unsere Politik heute nicht mehr abfinden, weil sie glaubt, im Kohlenstoff-Sauerstoff-Molekül CO2 eine Stellschraube gefunden zu haben, mit der – wie an einem Thermostat in der Wohnung – die „Raum“-Temperatur der Erde rauf und runter geregelt werden kann. Ob das so einfach geht, ist fraglich. Physikalische Gesetze gelten zwar unbestrittener maßen, Strahlungen sind messbar und berechenbar, aber ob Letzteres auch für das Innere der Atmosphäre gilt?

Es ist davon auszugehen ist, dass sich die Verhältnisse in der Atmosphäre in letzten Tausend Jahre nicht grundlegend geändert haben. Als eines der negativen Beispiele für unseren Klimawandel wird auch immer wieder – vor allem von Versicherungsgesellschaften – das angebliche Phänomen sich häufender Hochwasserkatastrophen angeführt. Ein Blick auf die historischen Tatsachen weisen für Deutschland in eine andere Richtung, nämlich in Richtung Unvorhersehbarkeit, willkürlicher Unberechenbarkeit, also in Richtung obiger Vermutung.

Hochwasser sind objektiv messbare Größen. Geschichtliche Werte liefert der Evolutionsbiologe Josef Reichholf in seinem Buch „Eine kurze Naturgeschichte des letzten Jahrtausends“ (6. Auflage, 2018), auf Seite 102: „In den 90er Jahren hatte es gleichfalls drei sehr starke Hochwasser an Rhein und Oder gegeben. Drei Katastrophen Hochwasser in sechs Jahren von 1999 bis 2005 erwecken zwangsläufig den Eindruck, dass sich gegenwärtig die Hochwasser in nie dagewesenen Maße häufen. Doch solche Eindrücke haben mit Zeit und Vergessen zu tun. … Das stärkste Hochwasser im 20. Jahrhundert, dass Juli-Hochwasser von 1954, liegt noch nicht einmal ein volles durchschnittliches Menschenalter zurück und dennoch wird es in der Öffentlichkeit kaum noch einmal erwähnt. Am Inn bei Passau, dem zusammen mit dem Rhein wasserreichsten Alpenfluss Mitteleuropas, erreichte dieses Hochwasser 6000 Kubikmeter pro Sekunde. … Dieses Hochwasser von 1954 übertraf alle seitherigen bei weitem, das schon zur „Jahrhundertflut“ ernannte vom 23. August 2005 mit eingeschlossen. In der Rangfolge wurde es schon vom Hochwasser 1899 ganz klar an Pegelstandshöhe und noch viel mehr an Menge des Wassers übertroffen. Weitaus größere Überschwemmungen gab es 1786 und die höchste im letzten halben Jahrtausend über Wasserstände an Gebäuden verzeichnete Flut fand 1598 statt. … So ist für den Niederrhein bei Köln und Koblenz die markanteste und stärkste Hochwasser Periode in den 100 Jahren zwischen 1350 und 1450 ausgebildet.“

Vorhersehbarkeit? Berechenbarkeit? Fehlanzeige! Menschengemacht? Wie das? In der Natur der Atmosphäre und unseres Wetters herrscht – jedenfalls im Bereich der Hochwasserkatastrophen in Deutschland – eine unvorhersehbare Willkür. Natürlich gibt es noch andere Komponenten und Argumente, die sich mit der Geltung von Naturgesetzen und von Naturgesetzlichkeiten begründen lassen, aber was die Vorhersehbarkeit anlangt, wirbelt der atmosphärische Wind beim Wetter wohl erst einmal alles grundlegend durcheinander.

 

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