Klima-Diskussion: Die Atmosphäre ist kein Treibhaus

von Florian Josef Hoffmann22.07.2019Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik, Medien

Nach meinen Beiträgen über den vermeintlichen Übeltäter CO2, der sich als globaler Pflanzendünger Nummer 1 entpuppt („CO2 ist kein Gift!“) und der Beschreibung der gigantischen Turbulenzen in der Atmosphäre, die eine Berechenbarkeit des Wetters und in der Summe des Klimas ausschließen („Das Wetter ist unberechenbar, das Klima erst recht!“), stelle ich nunmehr die Frage, wie es kommen konnte, dass Wissenschaft, Politik und öffentliche Meinung in der sogenannten Klima-Politik einen derartigen Irrweg einschlagen konnten. Die Beantwortung erfolgt erneut mit nachvollziehbaren Beispielen „aus eigenem Erleben“.

Eigenes Erleben im Bereich der Erkenntnis beginnt für uns alle mit dem Lernen, zuerst in der Grundschule mit dem Erlernen des Instrumentariums, also mit dem Lesen, Schreiben und Rechnen. Es setzt sich fort mit dem Kennenlernen wichtiger Inhalte, einschließlich fremder Sprachen, und der Entwicklung eigener Fertigkeiten im Umgang mit diesem Instrumentarium, weshalb man auch noch das Singen oder Musizieren hinzunehmen kann. Wer sich danach dem Handwerk verschreibt, lernt dessen Spezialitäten kennen und übt sie ein, wird am Ende ein „Meister“. In der Oberstufe der wei­terführenden Schulen wird hingegen die Nutzung der schulischen Instrumentarien perfektioniert. „Not vitae sed scholae discimus“ heißt der oft verdrehte Satz im Original: „Wir lernen nicht fürs Leben, sondern für die Schule!“ Und nicht umgekehrt.

Erst nach der Schule, auf der Universität, lernen wir fürs Leben, indem wir uns für ein Thema ent­scheiden, das uns später ernähren soll. Die Weichenstellung enthält eine Vorentscheidung für eine der drei Kategorien (die heutzutage teilweise schon in der Schule getroffen wird), die da sind: Geis­teswissenschaften, Naturwissenschaften und Künste. Am Ende sind es im Prinzip dieselben Katego­rien wie am ganz Anfang in der Grundschule, nur komplexer und tiefer, immer tiefer. Auf dem Weg in die „Tiefe“ begleiten uns die Denkgesetze. Sie sind der gemeinsame Nenner, der das Schaffen der Kategorien zusammenhält. Sie gelten überall, sind durch das Erlernen des In­strumentariums in der Grundschule, durch Lesen, Schreiben und Rechnen, fixiert. Alle nutzen dieselben Zeichen, nutzen dieselben Worte in derselben Sprache mit denselben Inhalten – sollte man meinen, denn genau hier beginnt das Problem. Alle Geisteswissenschaften und Naturwissenschaften entwi­ckeln Fachsprachen.

Denkgesetze gelten überall

Ohne es abwertend zu meinen, kann man sagen, dass überall „Fachidioten“ ausgebildet werden, bei denen die Sprache gelegentlich den gemeinsamen Nenner verlässt. Solange man damit in der eige­nen Kategorie bleibt, spielt das keine Rolle, weil man sich über den realen Inhalt der Worte einig ist, sich darauf geeinigt hat, weshalb die Denkgesetze ungehindert angewandt werden können. Et­was anderes kann jedoch geschehen, wenn Begriffe die eigene Sphäre verlassen und es dann zu Missverständnissen kommt.

Ein typisches Beispiel dafür ist der Begriff „Wasserdampf“. Der Begriff erzeugt beim normalen Bürger ad hoc die Assoziation von Dampf, die Vorstellung von einer heißen Dampfwolke, wie wir sie vom kochenden Wasser oder aus einer Waschküche kennen. Aber: Für Chemiker und Physiker hat Wasserdampf keine Wolken. Sie bezeichnen anderes, ein unsichtbares, nämlich das verdunstete Wasser, als Wasserdampf, obwohl es sich ei­gentlich um „Gas aus Wasser“, also um Wassergas handelt. Für Naturwissenschaftler ist Wasser­gas jedoch ein Spezialbegriff für ein besonderes Synthesegas aus Wasserstoff und CO2, also etwas völlig anderes. Und weil der Begriff „Wassergas“ für dieses Synthesegas genutzt wird, d. h. weil der Begriff eben schon belegt war, hat man sich innerhalb der Wissenschaft darauf geeinigt, das Gas aus Wasser eben als „Wasserdampf“ zu bezeichnen.

Das alles spielt keine Rolle, solange sich nur die Naturwissenschaften damit beschäftigen. Aufgrund der begrifflichen Einigung bleibt intern die Gültigkeit der Denkgesetze erhalten, sprich: Es gibt keine echten Ver­ständigungsprobleme. Es fängt aber an, eine Rolle zu spielen, wenn sich der Gesetzgeber damit be­schäftigt, das heißt wenn andere, wenn Juristen oder Politiker sich ihrer Otto-Normalverbrau­cher-Sprache bedienen. Dann hat zum Beispiel ein „entweichender Wasserdampf“ bei einer Schutzvor­schrift eine andere optische und thermische Qualität, als er in Wirklichkeit hat: Man denkt an eine sichtbare, heiße Wolke, in Wahrheit sieht und fühlt man nichts. Jeder Richter steht z. B. bei der Lek­türe einer Verwaltungsvorschrift, in der der Begriff „Wasserdampf“ vorkommt, vor dem Problem, dass das Wort einen anderen Inhalt hat, als es seiner Vorstellung von einem heißen Dampf entspricht. Eine Verletzung der Denkgesetze ist vorprogrammiert.

Die Atmosphäre ist kein Treibhaus

Der Begriff „Wasserdampf“ hat nun keine politische Bedeutung, anderes gilt jedoch für die Begriffe „Treib­haus-Gas“ oder „Treibhaus-Effekt“. Der sogenannte Treibhaus-Effekt ist der Erwärmungs-Effekt in der Atmosphäre, der von manchen Wissenschaftlern der Kohlenstoff-Sauer­stoff-Verbindung CO2 zugesprochen wird, also der Träger des aktuellen politischen Klima-Hypes. Und eine fundamentale Tragik besteht darin, dass beim Begriff „Treibhaus-Effekt“ die Vorstellungen der Gedankenwelten nichts miteinander zu tun haben.

Auf der einen Seite gibt es die Sprache des Normalverbrauchers, der Medien und der Politik. Diese Seite assoziiert den Begriff „Treibhaus“ mit einem Haus aus Glas mit Glasdach, was sonst. In einem solchen Treibhaus heizt sich die Luft auf, weil die Sonne sie erwärmt und die warme Luft keine Möglichkeit hat, zu entweichen.

Die Klima-Wissenschaft meint mit Treibhaus-Effekt jedoch völlig anderes: Für sie ist der Treibhaus-Effekt ein Effekt der sogenannten Treibhaus-Gas-Moleküle in der Atmosphäre, die auf Wärmestrahlung reagieren und Energie aufnehmen, die die Wärme auch wieder abstrahlen, aber eben auch einen Teil zurück in Richtung Erde, was eine (geringfügi­ge) Erwärmung der Atmosphäre bewirken soll. Wenn man einen Physiker darauf anspricht, dass der Effekt doch gar nichts mit einem Treibhaus zu tun hat, dann sagt der, „das macht nichts, es weiß doch jeder was damit gemeint ist und einen ande­ren Begriff haben wird nicht.“ Und ergänzend sagt er vielleicht noch: „Erfinden Sie doch einen.“

Genau das stimmt eben nicht: Nicht jeder weiß, was damit gemeint ist, beide meinen, zu wissen, was damit gemeint ist: Die Begriffe „Treibhaus-Gas“ und „Treibhaus-Effekt“ werden von der Politik übernommen, werden in den öffentlichen Raum transportiert und er­zeugen dort intuitiv eine Angst vor einem Treibhaus mit einem Dach, gebaut aus CO2, das in Wahr­heit nirgendwo auch nur ansatzweise in dieser Welt existiert.

Ein Irrtum mit bösen Folgen

Der Irrtum hat böse Folgen. Die An­wendung des Begriffs „Treibhaus“ außerhalb der Physik mit dem selben Begriff, aber unterschiedlichen In­halten, verselbständigt bei den Meinungsmachern und der Bevölkerung einen politischen Irrtum, der geradezu in Hysterie ausartet und der nur deshalb so stark ist, weil er scheinbar logisch ist, also den Denkgesetzen entspricht. Wenn er dann auch noch von Klima-wissen­schaftlichen Irrtümern verstärkt wird – ohne dass man böse Absicht unterstellen muss – ist die Katastrophe komplett.

Man könnte das Ganze auch als einen einmaligen Fall ungewollter wissenschaftlicher Fehlleitung bezeichnen, den es nicht nur begrifflich zu korrigieren gilt, denn: Mittlerweile steht fest, dass die Sonne und ihre Strahlungen und Zyklen maßgeblich für die Temperaturen und deren Änderungen auf der Erde verantwortlich sind und nicht das Spurengas CO2, allenfalls noch der von der Sonne aus den Meeren erzeugte Wasser­dampf, der von den Naturwissenschaftlern ebenfalls als Treibhaus-Gas bezeichnet wird. Auch für Wasserdampf ist der Begriff „Treibhaus-Gas“ wohl die fal­sche Bezeichnung: Denn erst wenn das aus den Meeren verdunstete Wasser kondensiert und zur Wolke wird (also eben nicht als Gas, sondern als flüssiges Wasser!), kann es in kälteren Gegenden unter den Wolken ei­nen – wärmenden – Treibhaus-Effekt geben.

Alles klar? Nichts ist klar! Wer ist schuld? Viele sind schuld, weil viele nicht aufgepasst haben.

 

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