Das CO2-Wunder und viele andere

Florian Josef Hoffmann4.06.2019Gesellschaft & Kultur, Medien

Nachstehende Aufzählung der Wunder ist bei weitem nicht vollständig, aber das Ergebnis stimmt trotzdem: CO2, das ist unser Leben, CO2, das ist Flora und Fauna auf der Erde und kein Gift – und schon gar nicht für unser Klima.

Wunder Nr. 1: Die Erde. Die Erde ist eine Kugel, so ebenmäßig rund, dass die Fifa sie in kleinerer Form als Fußball durchgehen lassen würde.

Wunder Nr. 2: Die Erde war eine glühende Kugel deren freier Kohlenstoff (C-Atom) komplett verbrannte, d. h. sich mit Sauerstoffgas zu Kohlendioxyd, CO2, vereinigte und großenteils als Gas in der Atmosphäre ablagerte.

Wunder Nr. 3: Das H2O-Gas der Atmosphäre verflüssigte sich, wurde zu Meeren, als die Erde sich abkühlte und machte die Erde zur Kugel – mit viel CO2, gelöst in den Meeren.

Wunder Nr. 4: Der Mond war der Erde zu Urzeiten viel näher und ungefähr 9 mal so groß wie jetzt. Seine Anziehungskraft erzeugte Wellen, so hoch, dass sie das Wasser der Meere über die Kontinente schwappen ließ und der späteren entstehenden Vegetation großflächig das Wasser lieferte.

Wunder Nr. 5: Die Meere waren anfangs eine trübe Suppe. In ihr gab es nur schmutziges anerobes Leben – wie in unserem Darm. Dann begannen Blaualgen irgend wann, sich von Kohlendioxyd zu „ernähren“, wofür sie die Photosynthese nutzten oder erfanden: Sie empfingen in der Nähe der Meeresoberfläche die Energie der Sonne, spalteten damit das CO2 in C und O, also in Kohlenstoff und Sauerstoff. Der Kohlenstoff lieferte ihnen den Baustoff für ihr Wachstum, der mit Sonnenenergie aufgeladene Sauerstoff-Gas löste sich zuerst im Wasser und reinigte es. Als die Vegetation sich mit derselben Methode an Land ausbreitete, geschah dasselbe mit der Luft. Luft und Wasser wurden auf diese Weise so hell und klar, wie wir es gerne haben.

Wunder Nr. 6: Der quasi mit Sonnenenergie aufgeladene Sauerstoff gibt seine Energie wieder frei, wenn er verbrennt, d. h. sich wieder mit dem Kohlenstoff vereinigt. Mit gewaltiger Macht davonfliegen sehen kann man die Sonnenenergie bei jedem offenen Feuer oder bei einem Brand.

Wunder Nr. 7: Sauerstoff ist der Energielieferant allen Lebens. Während die Pflanzen ihre Energie von der Sonne beziehen, bezieht das Leben seine Energie vom Sauerstoff, indem es den Kohlenstoff als Brennmaterial nutzt (unsere Nahrung) und damit sich beides wieder zu CO2 vereinigt. Die inneren „Verbrennungsvorgänge“ im Körper gehen allerdings langsam. Sie äußern sich in Körperwärme und Bewegungsenergie.

Wunder Nr. 8: Ein Glücksfall für die Pflanzen an Land war und ist, dass der „Baustoff“ CO2 über die Atmosphäre homogen in der Luft eingelagert und damit weltweit in unendlicher Menge zur Verfügung stand und steht. Das ist noch heute so. Die Atmosphäre ist eine CO2-Lagerhalle, wenn auch nur noch in sehr geringen Mengen, weil die Pflanzen über Jahrmilliarden die Atmosphäre vom CO2 gereinigt und durch unseren Energie-Lieferanten Sauerstoff ersetzt haben. Die geringen Mengen reichen allerdings immer noch aus. Sobald irgendwo auf der Erde die sonsti¬gen Klima- und Wetter-bedingungen und ein bisschen mineralischer Fels oder Bo¬den pflanzliches Wachstum erlauben, ist der Grundbaustein, das C-Atom in Form von CO2, schon da. Es ermöglicht jedwe¬dem herangewehten Samen (also Trä¬ger von Erb¬masse) ad hoc per Photosynthese das C-Atom aus der Luft zu entneh-men und für seinen eigen pflanzlichen Aufbau zu be¬halten.

Wunder Nr. 9: Pflanzen bedeckten schon bald große Teile der Kontinente. Abgestorbene Pflanzen lagerten sich übereinander und bildeten in Jahrmillionen fossile Lager in Form von Kohle, Öl und Gas – alles Kohlenstoff-Lagerstätten in ähnlichen Verbindungen. Der pflanzliche Reinigungsvorgang war in der Erdatmosphäre so erfolgreich, dass das CO2-Gas fast vollständig verschwand. Aus ehedem 20 Prozent oder mehr wurden nurmehr nur noch 0,02 Prozent. Die Pflanzen sind heute in Folge kleiner als früher, weil ihnen immer mehr das CO2 in der Luft fehlt.

Wunder Nr. 10: Die Atmosphäre besteht aus Gasen, die die Erde durch die Schwerkraft an sich bindet. Dichte und Temperatur folgen den Naturgesetzen: Je näher das Gasgemisch der Erde ist, umso dichter ist es und umso wärmer. Alle 5.000 Meter nach oben halbiert sich die Dichte, alle 100 Meter nach oben nimmt die Lufttemperatur um 1 Grad ab. Ihre Dicke ist etwa 1 Promille des Erddurchmessers (12.740 km), ihr Gewicht nur circa 17 Meter Wassersäule oder 1 Meter Quecksilbersäule. Ihre Leichtigkeit ist für die schnellen Transporte in alle Richtungen verantwortlich (Wind, Aufwind).

Wunder Nr. 11: Die Atmosphäre besteht aus verschiedenen Gasen („Grundausstattung“: Vor allem Stickstoff, Sauerstoff und das Edelgas Argon, zusammen 99,9 Prozent), die von der Sonne direkt keine Energie aufnehmen, obwohl deren hochenergetisches Licht auf der ganzen Fläche durch sie hindurch schießt. Auch die Reflexion geschieht ungehindert (sieht man von Wolken als Barriere ab), sonst würden wir die Erde „von oben“ nicht sehen. Würde sich die Atmosphäre durch die Sonne direkt erwärmen, gäbe es keine Zirkulation, nur eine statisch heiße Atmosphäre, wäre Leben nicht möglich.

Wunder Nr. 12: Die restlichen 0,1 Prozent der Erdatmosphäre sind Spurengase, einschließlich 0,04 Prozent CO2-Gas, wobei das Wichtigste, das Wassergas, in seiner Menge sehr stark variiert, je nachdem ob man in den Tropen misst oder in der Wüste. Die Spurengase sind nur für die Verteilung der Wärme in der Luft zuständig, nicht für ihre Aufnahme. Die geschieht am Boden (Konvektion) oder im Wasser (Erwärmung und Verdunstung).

Wunder Nr. 13: Die Gase der Erdatmosphäre zirkulieren, weil große Temperaturdifferenzen auftreten. Die Sonne erhitzt Boden und Luft erst über Land, Luft steigt auf, oder das Wasser der Meere. Es nimmt Wärme auf und verdunstet. Die aufsteigende Luft erzeugt Zirkulation, und – soweit sie verdunstetes Wasser enthält – bildet beim Abkühlen in der Höhe Wolken, die vorwiegend über Land abregnen. Zu warme Luft ohne Wolken steigt auf, kältere sinkt schnell ab – das Phänomen kalter Nächte bei offenem Himmel.

Wunder Nr. 14: Circa zwei Drittel der Erde („unser blauer Planet“) sind mit Wasser bedeckt, das bei steigenden Temperaturen (durch mehr Sonneneinstrahlung oder weniger Wolken) mehr Wasser verdunsten lässt (Wassergas) und so die Erde kontinuierlich bei Temperatur hält.

Wunder Nr. 15: Soweit CO2-Gas Wärmestrahlung aufnimmt, gibt es die Energie unverzüglich an die umgebende Atmosphäre ab, die sich dadurch erwärmt und in kältere Schichten aufsteigt, wo es die Wärme wieder verliert, entweder durch den Druckverlust oder durch Abstrahlung ins Weltall. Einfluss auf die Temperatur kann es so kaum haben.

Wunder Nr. 16: Sonnenflecken und Sonnenwinde steuern nachweislich seit Hunderttausenden von Jahren periodisch die Wärme- und Kälteperioden der Erde. Änderungen des CO2-Gehalts der Erdatmosphäre folgten – statisch erwiesen – zeitlich immer den Temperaturerhöhungen nach, was belegt, dass CO2 für steigende Temperaturen nicht ursächlich sein kann.

Wunder Nr. 17: Ein höherer CO2-Gehalt der Luft fördert das pflanzliche Wachstum. Gewächshäuser in Holland werden mit CO2 angereichert, damit die Tomaten schneller Wachsen und größer werden. Und: Trotz extensiver Waldrodungen weltweit ist seit 1982 eine Grünfläche doppelt so groß wie die USA hinzugekommen, berichten Wissenschaftler im Fachma¬gazin “Nature Climate Change”, 2016 “:Volume 6, Seiten 791–795”:https://www.nature.com/articles/nclimate3004).

Vorstehende Aufzählung der Wunder ist bei weitem nicht vollständig, aber das Ergebnis stimmt trotzdem: CO2, das ist unser Leben, CO2, das ist Flora und Fauna auf der Erde und kein Gift – und schon gar nicht für unser Klima.

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