Wenn die politische Meinung stimmt, sind Fake News egal

Felix Maximilian Leidecker8.01.2019Gesellschaft & Kultur, Medien, Politik

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) wird dem Schriftsteller Robert Menasse trotz dessen Überführung als Lügner und Fake-News-Fabrikant den Carl-Zuckmayer-Preis des Landes Rheinland-Pfalz verleihen.

Menasse begründete seine Falschbehauptungen mit seiner Interpretation der philosophischen Schule von Paul Feyerabend, nach welcher das Erreichen eines gesellschaftlichen Ziels die Fälschung von Zitaten legitimiere. Die Diskussion um die erfundenen Zitate kommentierte er unter anderem damit, dass Hallstein „das nie so zugespitzt“ gesagt habe, „man müsste lange Passagen zitieren, um diese Position ableiten zu können,“ aber genau das sagen wollte. „Die Quelle ist korrekt. Der Sinn ist korrekt. Die Wahrheit ist belegbar. Was fehlt, ist das Geringste: das Wortwörtliche. Was kümmert mich das Wörtliche, wenn es mir um den Sinn geht?“

In Zeiten von Relotius und Fake-News ein verheerendes Zeichen. Es verstärkt die Vertrauenserosion in Politik, Kulturlandschaft und Presse. Dreyer zeigt damit: Wenn es ihrer politischen Meinung entspricht, sind Fake-News und Desinformation für die Ministerpräsidentin völlig in Ordnung. Schlimm!

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