Spektakuläre Rede des ukrainischen Präsidenten von der UN | The European

Selenskyj stellt Fünf-Punkte-Formel für Frieden vor

The European Redaktion22.09.2022Medien, Politik

Die Rede des ukrainischen Präsidenten auf der diesjährigen Generaldebatte der UN-Vollversammlung sorgt für Weltschlagzeilen. Selenskyj schildert neue Gräueltaten mit Massenkastrationen und fordert von der Welt eine harte Bestrafung Russlands. Er stellt zugleich Bedingungen für Friedensverhandlungen vor.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in der Generaldebatte der UN-Vollversammlung eine harte Bestrafung und Isolation Russlands gefordert. Moskau müsse sein Veto-Recht im UN-Sicherheitsrat entzogen werden, verlangte Selenskyj in seiner mit Spannung erwarteten Ansprache per Videoschalte.

https://www.unmultimedia.org/tv/unifeed/asset/2936/2936549/

Aggressoren müssten zur Rechenschaft gezogen und von Entscheidungen auf internationaler Ebene ferngehalten werden. “Gegen die Ukraine wurde ein Verbrechen begangen und wir fordern gerechte Bestrafung”, sagte Selenskyj. Teil dieser Strafe müsse sein, Russland das Stimmrecht in internationalen Institutionen sowie das Veto-Recht als eines der fünf ständigen Mitglieder im Sicherheitsrat abzuerkennen.
Selenskyj ging auch auf die von Kremlchef Wladimir Putin verkündete Teilmobilmachung in Russland ein. Dies sei ein Beleg, dass es Moskau mit Friedensgesprächen nicht ernst sei.

Beim russischen Gerede über Verhandlungen halte es sich vielmehr um eine Verzögerungstaktik. Moskaus Aktionen sagten mehr als Worte. “Sie reden über Gespräche, verkünden aber militärische Mobilisierung. Sie reden über Gespräche, verkünden aber Pseudoreferenden in den besetzten Gebieten der Ukraine”, sagte Selenskyj. Moskau wolle im Winter seine Truppen in der Ukraine für eine neue Offensive rüsten oder zumindest Wehranlagen vorbereiten, während weitere Truppen mobilisiert würden. “Russland will Krieg. Es ist wahr. Aber Russland wird nicht in der Lage sein, den Lauf der Geschichte zu stoppe”», erklärte der ukrainische Staatschef. Die Menschheit und das Völkerrecht seien stärker als der “Terrorstaat” Russland. Detailliert beschrieb Selenskyj die brutalen Gräueltaten, die Russland in der ukrainischen Stadt Isjum begangen hat, wo Massengräber gefunden wurde und Männer kastriert wurden. „Warum ist Russland so bessessen mit Kastration?“, fragte Ukraines Präsident.
Selenskyj bekräftigte seine Forderung nach mehr Waffen für sein Land. Die Ukraine werde Erfolg bei der Abwehr von Russlands Angriff haben und dessen Truppen hinausdrängen. “Wir können die ukrainische Flagge in unser gesamtes Territorium zurückbringen. Wir können es mit Waffengewalt schaffen. Aber wir brauchen Zeit.”

Selenskyj stellte zugleich eine „ukrainische Friedensformel“ vor, die fünf Punkte beinhalte: 1. Bestrafung für Aggression, 2. Schutz von Leben, 3. Wiederherstellung von Sicherheit und territorialer Integrität, 4. Sicherheitsgarantien und 5. Entschlossenheit zur Selbstverteidigung. Dies seien die ukrainischen Konditionen für Verhandlungen mit Russland. „Ich schließe aus, dass es ohne diese fünf Punkte eine Einigung mit Russland geben kann“, unterstrich Selenskyj. „Wir sind bereit für einen fairen und ehrlichen Frieden. Deswegen ist die Welt auf unserer Seite“.
Für seine Rede hatte Selenskyj eine Sondererlaubnis bekommen, sich aus seinem von Russland angegriffenen Land zur Generaldebatte der UN-Vollversammlung zuschalten zu lassen.

 

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