Stehen ARD und ZDF vor dem Aus? | The European

ARD und ZDF in Eins: Politiker wollen die Fusion

Egidius Schwarz26.02.2021Medien, Politik

Politiker wollen der Verschwendung beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk ein Ende machen und fordern eine Fusion von ARD und ZDF. Die bisherigen Sende seien zu teuer und haben ihren Auftrag verfehlt.

ARD Hauptstadtstudio, Foto: imago images / POP-EYE

Schon lange wird in der Union über eine Reform an Haupt und Gliedern bei ARD, ZDF und Co. Verhandelt werden. Laut der Gruppe soll es demnächst nur noch einen einzigen öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland geben. Das kommt einem Paukenschlag für die Branche gleich.

In Berlin brodelt es. Gleich neben dem Hauptstadtbüro in der Wilhelmstraße liegt der Bundestags und die Mehrheit der Abgeordneten geht dort täglich ein und aus. Laut einem Medienbereicht, der „The European“ vorliegt, könnte die Forderung einiger Unionspolitiker die deutsche Medienlandschaft gründlich auf den Kopf stellen. Denn was die Mitglieder der Mittelstandsvereinigung der Union (MIT), die sich seit fast zwei Jahren regelmäßig treffen, vorhaben, ist nichts anders als eine Fusion der öffentlich-rechtlichen Sender. „Es soll künftig nur noch eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt geben. Die bisherigen Sender sollen unter diesem Dach fusionieren. Mehrfachstrukturen sollen entfallen.“ Im Klartext bedeutet das Aus für ARD und ZDF sowie Deutschlandradio und Arte  zumindest in der Form wie man sie derzeit kennt. Aus den weitgehend voneinander unabhängigen Sendeanstalten würde ein großer Sender.

Zu teuer, Auftrag verfehlt

Laut des Papiers hält man in Unionskreisen den öffentlichen Rundfunk für zu zersplittert. Zudem sind die Strukturen künstlich aufgeblasen, gleich mehrfach besetzt und insgesamt zu teuer und zu ineffizient. Kritisiert wird am Öffentlich-Rechtlichen auch, dass die Mittel aus den Rundfunkbeiträgen nicht richtig eingesetzt werden. Anstatt auf Qualität zu setzen und den Bildungsauftrag zu erfüllen, produziere man auf Quantität und produziere so Inhalte, die auch bei privaten Sendern zu finden seien.

Das eine Korrektur bei den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten auf dem Programm steht, kommt nicht von ungefähr: Um den Jahreswechsel erst war die jüngste Erhöhung des Rundfunkbeitrags gescheitert, am Widerstand des Landtags Sachsen-Anhalt. Und auch zuvor und seitdem steht der Rundfunkbeitrag sowie dessen Höhe regelmäßig in der Kritik.

 

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