Christian Drosten schlägt Alarm | The European

Drosten plädiert für Lockdown: "Es bleibt nur noch der Holzhammer"

Egidius Schwarz1.04.2021Medien, Wissenschaft

Der Berliner Virologe Christian Drosten plädiert für strengere Maßnahmen: Er glaubt nicht, dass es ohne einen weiteren Lockdown gehen wird. Dennoch denkt er, dass man eine dritte Welle aufhalten könne.

Bundespressekonferenz zum Thema: Die Corona-Lage im Lockdown. Christian Drosten, Direktor Institut für Virologie, Charite Berlin, Foto: IMAGO / photothek

Angesichts der steigenden Corona-Zahlen Ende März 2021 mahnt der Berliner Virologe Christian Drosten zu schärfere Maßnahmen. „Ich glaube, es wird nicht ohne einen neuen Lockdown gehen, um diese Dynamik, die sich jetzt ohne jeden Zweifel eingestellt hat, noch einmal zu verzögern“, so der Charité-Wissenschaftler am Dienstag im Podcast „Coronavirus-Update“ (bei NDR-Info). Die Situation sei leider „sehr ernst und sehr kompliziert“. Deutschland hat in den letzten Monaten viele Gelegenheiten verpasst, die Werkzeuge zu optimieren. „Ich habe das Gefühl, dass wir eigentlich im Moment immer noch die gleichen Werkzeuge benutzen müssen, die wir schon in der ersten Welle benutzt haben.“ Es bleibe, so der Wissenschaftler, noch der Holzhammer, der Lockdown.

Weiter heißt es zur Konktaktreduzierung im Privatbereich, Erziehungs- und Bildungsbereich sowie auf dem Arbeitsplatz: „Da gibt es viele wissenschaftliche Beiträge, die jetzt auch auf Deutschland bezogen sind.“ Es sei falsch, wenn gesagt werde, man wisse ja noch gar nicht, wo das Virus übertragen wird. Wenn es zu einer hohen Inzidenz komme, werde die Bevölkerung ganz von selbst gegensteuern mit entsprechenden Schäden. „Dann ist wirklich ein Schaden auch für die Wirtschaft gesetzt.“

Zu den Mutationen aus Brasilien, England ud Südafrika sagt Drosten: „Die haben sich überhaupt nicht vermehrt.“ Beide können dem Immunsystem entweichen. Ihr Anteil sei so niedrig, weil es in Deutschland keine Bevölkerungsimmunität gebe. „Diese Varianten kommen nur dann hoch, wenn wir in der Bevölkerung schon eine Immunität haben. Sonst profitieren die nicht von ihren Mutationen.“

Die neue Podcast-Folge: (82) Die Lage ist ernst

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