Baerbock will Genderpolizei | The European

Baerbock fordert Gender-Sprache in deutschen Gesetzen

Egidius Schwarz1.08.2021Medien, Politik

Annalena Baerbock, grüne Kanzlerkandidatin, will bei einem Wahlerfolg auf geschlechtergerechte Sprache in Gesetzestexten achten. Uhr geht es darum, niemanden auszugrenzen.

Annalena Baerbock auf dem Parteitag, der sie offiziell zur Kanzlerkandidatin bestimmte, Foto: Picture Alliance

Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin der Grünen, will, sollte sie nach dem 26. September ins Kanzleramt ziehen, auf geschlechtergerechte Sprache in Gesetzestexten achten. „Ich will Politik für alle Menschen machen und das bedeutet, auch alle mit anzusprechen – und nicht nur mit zu meinen“.

Wie die Bundestagsabgeordnete betonte, verändere sich die Sprache „(…) heute reden wir zum Beispiel eher von ‚Ärztinnen und Ärzten‘ und nicht nur von ‚Ärzten‘, weil sonst im Kopf nur das Bild eines Mannes auftaucht.“ Und sie fügte hinzu: „So ist es auch in vielen anderen Bereichen. Wenn ich weiß, dass bestimmte Begriffe einzelne Personen oder Gruppen verletzen, dann sollte man versuchen, die Dinge anders auszudrücken, aus Respekt.“

Wegen Plagiaten, falschen Studienabschlüssen und der verspäteten Nachmeldung von Nebeneinkünften geriet Baerbock in den vergangenen Wochen in die Kritik. Nun hat sie sich selbstkritisch zu ihren Fehlern im Bundestagswahlkampf geäußert. „Manches hat in den vergangenen Wochen gelitten, weil ich nicht alles richtig gemacht habe und das schmerzt mich sehr“. Und zu ihrem neuen Buch „Jetzt“ fügte sie hinzu: „Ich habe da an einigen Stellen nicht genau genug gearbeitet.“

Die Grüne hatten ihre Fehler Stimmen gekostet. Die Partei sank in der Wählergunst und Baerbock büßte ihren Bonus als Kanzlerkandidatin vom Frühjahr ein. Erst diese Woche knackten die Grünen wieder die 20-Prozent-Marke.

Wie Baerbock betonte, lasse sie der Wahlkampf nicht kalt. „Es gibt gute Tage und Tage, an denen man denkt, Mensch, hätte besser laufen können.“ Trotz der anhaltenden Kritik will sie sich nicht verstecken. „Wir sind keine Roboter. Ich mache Politik als Mensch, aus der Lebenswirklichkeit der Menschen heraus. Und dabei möchte ich bleiben“.

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