Ich bin nur ein einfacher Arbeiter im Weinberg des Herrn. Joseph Ratzinger

Deutsch in Moscheen bleibt eine Ausnahme

Moscheen, in denen auf Deutsch gepredigt wird, sind die große Ausnahme. Von den im Rahmen der Studie untersuchten Moscheen wurde nur in einer auf Deutsch gepredigt. Außerdem herrscht in den untersuchten Moscheen strikte Geschlechtertrennung. Frauen erhalten nur in wenigen Fällen ausreichend Raum für ihre Glaubensausübung, befindet der Forschungsbericht “Rolle der Moschee im Integrationsprozess”

Forschungsbericht “Rolle der Moschee im Integrationsprozess”

Der neue Forschungsbericht “Die Rolle der Moschee im Integrationsprozess” von Heiko Heinisch, Imet Mehmedi et al. im Auftrag des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) untersucht die Wiener Moscheelandschaft und analysiert die Inhalte der Predigten der reichweitenstärksten Moscheen und muslimischen Glaubenshäuser. Untersucht wurden insgesamt 16 Moscheen und deren Träger (Kultusgemeinden) in Wien, in denen theologisch geschulte Beobachter mehrfach an den Freitagspredigten teilnahmen und deren Kernaussagen auswerteten. 9 der 16 Imame waren auch zu Leitfadeninterviews bereit.

Untersucht wurden:

Je zwei Moscheen

• der ATIB (österreichischer Ableger der staatlichen türkischen Religionsbehörde),

• der Islamischen Föderation (Milli Görüş),

• der Albanischen Kultusgemeinde,

• des Verbandes der bosniakischen islamischen Vereine Österreichs

• sowie zwei schiitische Moscheen.

Je eine Moschee

• der Türkischen Föderation (österreichischer Ableger der nationalistischen türkischen Partei MHP, besser bekannt als Graue Wölfe),

• der UIKZ (Union Islamischer Kulturzentren, die dem türkischen İslam Kültür Merkezleri Birliği (IKMB) angehört),

• der Arabischen Kultusgemeinde

• und eine weitere große arabischsprachige Moschee,

• als Vertreterin anderer Nationalitäten, eine pakistanische Moschee

• und eine Moschee, in der Deutsch gepredigt wird.

Fundamentalistische Tendenzen in vielen Einrichtungen

Nur zwei der untersuchten Moscheen unterstützen aktiv die Integration ihrer Mitglieder in die österreichische Gesellschaft und fordern diese ein. In mehr als einem Drittel der untersuchten Moscheen wird hingegen der Integration der Gläubigen in die Gesellschaft aktiv entgegenwirkt.

Besonders in den türkischen Moscheen sind auch deutliche fundamentalistische Tendenzen zu erkennen. Dort wird vielfach ein offener Nationalismus gepredigt. In einer dieser Moscheen wird gar islamische Überlegenheit propagiert, die österreichische Mehrheitsgesellschaft und ihre Werte werden prinzipiell abgelehnt, genauso wie andere Weltanschauungen.

Deutliche Ablehnung österreichischer Werte

In acht der untersuchten Moscheen wird ein Weltbild gepredigt, das klar in Muslim/innen auf der einen und in “alle anderen” auf der anderen Seite trennt. In sechs Moscheen findet zudem eine dezidierte Abwertung der westlichen Gesellschaft statt. Gemäß diesem Weltbild ist der Glaube nicht dem demokratischen Rechtstaat untergeordnet; vielmehr steht der Koran dort klar über den staatlichen Regeln und Gesetzen.

Starke Trennung nach Ethnien

Die Untersuchung zeigt auch, dass die Wiener Moscheelandschaft mehrheitlich stark nach Ethnien getrennt ist. So beten Menschen mit Wurzeln in Albanien, Bosnien oder auch der Türkei jeweils getrennt in eigenen Moscheen. Die Predigten in den untersuchten Gebetshäusern finden ausschließlich in der jeweiligen Landessprache statt; somit gibt es in den Moscheen kaum ethnische Durchmischung.

Deutsche Predigten als Ausnahme, meist kein Raum für Frauen

Moscheen, in denen auf Deutsch gepredigt wird, sind die große Ausnahme. Von den im Rahmen der Studie untersuchten Moscheen wurde nur in einer auf Deutsch gepredigt. Außerdem herrscht in den untersuchten Moscheen strikte Geschlechtertrennung. Frauen erhalten nur in wenigen Fällen ausreichend Raum für ihre Glaubensausübung. Sofern überhaupt Räumlichkeiten für Frauen vorhanden sind, finden sie oft nur in sehr beengten Nebenräumen der Moscheen Platz.

Hier kommen Sie zur Quelle und zum PDF

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Ulla Jelpke, Henryk Broder, Bassam Tibi.

Leserbriefe

comments powered by Disqus

Mehr zum Thema: Islam, Islamisierung, Politischer-islam

Debatte

Kampf gegen Rassismus ist nicht extremistisch

Medium_1255962f5d

Bespitzelung demokratischer Projekte darf es nicht geben!

Ist, wer sich gegen Nazis und Islamisten engagiert, ein Fall für den Verfassungsschutz? Der Inlandsgeheimdienst hat in den letzten Jahren 51 Projekte unter die Lupe genommen, die sich um Fördermitt... weiterlesen

Medium_b738a7b2e3
von Ulla Jelpke
21.05.2018

Debatte

10 Thesen zur Integration

Medium_bfc89ee814

Die Integrationsrepublik Deutschland

Über dem heftigen Meinungsstreit zwischen Multikulti-Befürwortern und deren Gegnern scheint eine nüchterne Bestandsaufnahme weitgehend zu fehlen, wo wir stehen und wohin die Reise wahrscheinlich we... weiterlesen

Medium_40985da728
von Wolfgang Sachsenröder
14.05.2018

Debatte

Der öffentliche Diskurs wird islamisiert

Die Islamisierung jeder Debatte

Ausgerechnet diejenigen, die seit Jahren leugnen, dass es eine Islamisierung in Deutschland gäbe, streiten inbrünstig dafür, dass der Islam zu Deutschland gehört. weiterlesen

Medium_8f7acabb49
von Henryk Broder
10.05.2018
meistgelesen / meistkommentiert