Zu Corona-Maßnahmen- Wie Kinder in Käfighaltung | The European

Die Corona-Maßnahmen gleichen einer Käfighaltung

Eckhard Kuhla15.08.2021Medien, Wissenschaft

„Die Frage ist nicht, was wir dürfen, sondern die Frage ist, was wir mit uns machen lassen” hatte Popsängerin Nena ihrem Publikum zugerufen. Unser Autor vergleicht die Zustände auf den Veranstaltungen als „Käfighaltung“.

Hühner in einem viel zu engen Käfig, Foto: picture alliance / Zoonar | Christopher Boswell

Kürzlich, nach einem Konzert richtete die Popsängerin Nena einen Aufruf an die überwiegend jugendlichen Zuschauer: „Die Frage ist nicht, was wir dürfen, sondern die Frage ist, was wir mit uns machen lassen!“ Damit traf sie voll die Gefühlslage der Jugend. Die Jugendlichen, die vor ihr – eingepfercht und maskiert in Boxen („Strandkörbe“) – saßen, unter kontinuierlicher Beobachtung durch die sogenannten „Ordnungskräfte“, nahmen diesen Aufruf fast als Befreiungsschlag auf, sie verließen auf einen Schlag ihre Behausungen, „Social Distancing“ Markierungen und Masken waren vergessen, Jubel und Klatschen brach aus

Aber kaum hatte Nena ihre Aufforderung ausgesprochen, stürmten die Ordnungskräfte die Bühne und ergriffen Nena, bevor sie überhaupt mit ihrer Zugabe beginnen konnte. Die enttäuschten Zuhörer quittierten diesen Zwangsaufbruch mit einem Pfeifkonzert und Buh-Rufen.

Was für Gedanken hatten wohl die Jugendlichen auf ihrem Weg nach Hause? Wahrscheinlich ein Chaos der Gefühle: enttäuschte Freude, der plötzlichen Zugriff der Ordnungskräfte? Man weiß es nicht. Angekommen zu Hause umfängt sie wieder eine Welt des Eingesperrtseins wie in den Boxen.

Apropos Boxen: Unwillkürlich muss ich an eine geplante EU-Verordnung zum Verbot der „Käfighaltung“ im Sinne des „Tierwohls“ denken.  Ein unziemlicher Vergleich?  Nein, bezeichnenderweise findet das Pendant „Kindeswohl“ im Deutschen nur eine seelenlose Anwendung in Scheidungsprozessen.

Zurück zur Familie in Zeiten von Corona: Mehr als vor Corona konnten Kinder sich zu Hause als eine vollständige Familie mit Vater und Mutter erleben. Besonders als Kleinkind konnten sie im „Trainingslager Familie“ Bindungskräfte zu beiden Eltern für eine längere Zeit entwickeln. Für Kinder wurde so die Familie zu einem Fixpunkt.

Allmählich wurden sie aber in der Coronazeit zu Objekten der Angst ihrer Eltern   Dieses bohrendes Gefühl der Corona- Angst übertrug sich auch auf die Kinder. Die Eltern banden ihren Kindern die Maske um, mit der dann ihre Hilflosigkeit keinen Ausdruck mehr fand. Mit diesem Zwei-Augen Torso werden zudem Kinder erst recht weniger wahrgenommen.

Kinder wurden auch zu Objekten der Schulverwaltungen. Für den Coronatest  mussten sie es widerwillig erdulden, dass Ihnen mit einem Wattestäbchen sekundenlang im Rachenraum herumgefuchtelt wurde.

Kinder als Objekte der derzeitigen Impfpropaganda?  Eigentlich ein Tabuthema, wird dieses Thema – mangels Vorwissen – zu einem Debattenthema. Da fehlen mir die Worte.

Mit dem Älterwerden kamen in der Vorcoronazeit externe Fixpunkte für ihre Sozialisierung hinzu:  Je nach Alter war es der Spielplatz, die Schule oder das Treffen mit Freunden.  Corona unterbrach diese wichtige Lebenszeit eines Kindes mit dem unmenschlichem Abstandsgebot. Kinder spüren nicht die 1,5 Meter, aber dafür um so schmerzlicher die Berührungsängste der Erwachsenen.
Das muss man sich mal vorstellen: Da verliert fast eine ganze Generation von Kindern das positive Gefühl der Berührung und des Minenspiels und damit die Grundfesten menschlichen Verhaltens und das in einer Lebenszeit, in der Vorbilder für Kinder eine wesentliche Rolle der Menschwerdung spielen – gleichsam ein Akt der Entmenschlichung – unvorstellbar!!  Die Regeln dafür werden zu allem Überfluß noch mit einem positiven Wort wie „Hygiene“ in Verbindung gebracht. Fand jemals dazu eine Abwägung zwischen physischen und seelischen Folgen statt?  Langfristig sind die geistig-seelischen Folgewirkungen für die Gesellschaft – nach Meinung der Fachleute – kaum absehbar.

Wir können wahrscheinlich die Nöte der Coronakinder kaum erahnen. Zudem scheint in diesem komplexen Prozess das Wort „Liebe“ ein Fremdwort zu sein. Vielleich sind wir auch deswegen nicht in der Lage, mehr Mitleid mit den Kindern zu empfinden.

Noch eine Gefühlsäußerung wurde Opfer der Hygenie- Regeln: das Kinderlachen überwiegend im Gruppen wie Familie oder Freundesgruppen. Können maskierte Menschen überhaupt lachen?

Mein Nachhausweg führt mich häufig über einen Spielplatz. Kürzlich vernahm ich dort unvermittelt Kinderstimmen. Ich blieb stehen. Es war ein Kinderlachen. Viele Kinder wuselten voller Ausgelassenheit um mich herum. Wäre ich in ihrer Mitte ,hätte ich mitgelacht, auch ohne Grund. Beim Weitergehen kamen mir längt vergessene Worte in den Sinn „Kinder… sind die Sehnsucht des Lebens nach sich Selbst.“ (K. Gibran). Kinder geben uns Hoffnung.

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