Die Familie: Metamorphose eines Begriffs | The European

Die neue Ampel-Regierung will die Familie auflösen

Eckhard Kuhla13.01.2022Medien, Politik

Im Koalitionsvertrag 2011 der Ampelregierung wird die mehrheitliche Familienform mit Vater, Mutter und Kind nicht mehr erwähnt. Stattdessen erläutert darin eine parteiübergreifende Minderheit die Leitlinien ihrer „Familienpolitik“. Von Eckhard Kuhla.

.marqs / photocase.com

Die klassische Familie mit Vater, Mutter und Kind steht auf dem Prüfstand. Mit „Familie“, verbinden wir eine Lebensgemeinschaft mit Attributen wie Liebe, Glücksmomente, Geborgenheit, Umarmungen und Vieles mehr. Diese Attribute geben der Familie inneren Halt und Stärke. Für marxistisch geprägte Ideologien wurde sie deswegen zu einem Bollwerk dank ihrer hohen Abwehrkräfte gegen staatliche Willkür.

Familie – das Drehbuch einer geplanten Zerstörung

Es begann mit der Gendertheorie (Butler), die die Unterschiede der biologischen Identitäten Mann und Frau größtenteils mit gesellschaftlichen Zuordnungen begründet – unabhängig von ihren biologischen Eigenschaften. Diese Annahmen nahmen Gruppen anderer geschlechtlicher Orientierungen zum Ziel, ihr Zusammenleben in der Gesellschaft zu normalisieren. Ihre nächsten Schritte waren Legende: Das Gesetz über die Eingetragene gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft (2001) wurde zur Grundlage der Folgegesetze, Die Gesetze zur gleichgeschlechtlichen Ehe („Ehe für Alle“, 2017) und zum 3. Geschlecht (2017) mit Ausführungsbestimmungen in 2018.

Diese Aufzählung lässt biologische, soziologische und juristische Betrachtungen außer Acht, besonders hinsichtlich des Artikels 6, GG. Sie soll nur aufzeigen, dass die Auflösung der Familie das intendierte Ergebnis einer langen Vorgeschichte war:

Auflösung der Familie

Die Familie wird im Koalitionsvertrag neu definiert: „Familien sind vielfältig. Sie sind überall dort, wo Menschen Verantwortung füreinander übernehmen“ (S. 98). Eine solche Definition kommt einer Auflösung der Familie gleich. Sie zerlegt zunächst die Identitäten Mann und Frau, und reiht sie dann jeweils in die Vielfalt von mehr als 50 geschlechtlichen Orientierungen der Queer Gruppen ein. Eine Gleichstellung par Excellence! Und die jeweilige Übernahme der Verantwortung entspricht – mit Verlaub – seit jeher den Selbstverständlichkeiten eines Alltags klassischer Familien.

Mit der Neudefinition von Familie und des gleichzeitigen „Beschweigens“ der klassischen Familie hat eine Minderheit den Einstieg in die Exekutive geschafft. Damit sind wir sind Zeuge eines wahrhaft historischen Ereignisses: das mittelfristige Verschwinden der klassischen Familienpolitik – im Gegensatz zur gesamtgesellschaftlichen Realität: über 70% der Kinder leben in den Vater, Mutter, Kind Familien.

Das Bollwerk Familie bröckelt.

Die Verstaatlichung der Kinder

Nebst der Entmachtung der Familie, hat der Koalitionsvertrag auch politische Maßnahmen aufgelistet, die ganz konkret und offensichtlich darüber hinaus die Trennung des Kindes von seiner Familie anstreben. Diese Maßnahmen behandeln Kinder dabei als Objekte beziehungsweise als Verfügungsmasse, nach zulesen in dem fast fertigen Gesetzesentwurf „Kinderrechte ins Grundgesetz“.

Ein weiteres historisches Ereignis.

Dieses Gesetz erleichtert den staatlichen Eingriff in die Familien für zwei angekündigte Maßnahmen: die „Rund-um-die-Uhr“-Kinderbetreuung, und die Einführung einer finanziellen „Kindergrundsicherung“. Eine zehn Jahre alte Ankündigung des jetzigen Bundeskanzlers Olaf Scholz geht in Erfüllung: die „Lufthoheit über den Kinderbetten“.

Schlussendlich sollte man sich als Bürger allerdings fragen, ob die Autoren der angekündigten Maßnahmen die möglichen psycho-sozialen Folgen ihres Vorhabens bedacht haben. Wenn ja, wären die zu einem Deja vu Erlebnis gekommen: die jetzt allmählich erkennbaren Schicksale und psycho-sozialen Folgen von Trennungskindern aus Ehescheidungen, ganz zu schweigen von der -vielleicht polemischen – Frage: Entsprechen diese Maßnahmen nicht summa summarum enem Kindesentzug?

Das Schweigen der Mehrheit

Nach den Schlussunterschriften haben die zukünftigen Regierungsparteien mit dem Koalitionsvertrag quasi Ihr Regierungsprogramm präsentiert. Zusammengefasst wären dies: das Beschweigen der klassischen Familie, nebst den operativen Programmteilen zur Trennung der Kinder von ihren Eltern und insbesondere: die Verkündigung von politischen Leitlinien die Queer-Gruppen.

Und die Öffentlichkeit? Gesamteindruck: Schweigen.

Es gab es keine familienpolitische Grundsatz-Debatte im Bundestag, in den Medien gab es weder bundesweite Debatten, noch Sondersendungen. Und besonders bedenklich: das beredte Schweigen der Kirchen, der Verfassungsschützer und der größeren Familienverbände. Wo bleiben die Aufrufe, die Kampagnen, öder ein längst überfällige Weckruf?

Aufklärung der Betroffenen

Nach den geringen Widerständen, bzw. Protesten ist zu befürchten, dass die Umsetzung der Maßnahmen jetzt zügig und ohne große Öffentlichkeit, aber Schritt für Schritt von statten gehen wird. Zwischen den Schritten werden natürlich Pausen eingelegt, damit die ganze Wahrheit erst nach dem Umsetzen der Gesamtmaßnahme ans Licht kommt, Stichwort: „Salami-Methode“.

Nur wenige Bundesbürger haben wahrscheinlich den Koalitionsvertrag gelesen. Aber die „Wertelobby“, wie die Vertreter der Kirchen und die der Familienverbände, sie müßten eigentlich ihre Mitglieder nunmehr über die Folgen der neuen “Familienpolitik“ aufklären und so aus Unwissenden gleichsam „Betroffene“ machen, die dann zukünftig überlegter handeln könnten. Allerdings könnte sich das als ein frommer Wunsch entpuppen. Die meisten jungen Eltern sind beispielsweise mit Elterngeldbezug und staatlicher Kinderbetreuung Nutznießer und damit abhängig von der herkömmlichen Elternförderung, die immer mehr von den obigen Zerstörungstendenzen bestimmt werden kann.

Ein reales Dilemma für die Familienlobby.

Verordnetes Sprechen manipuliert

Ein Instrument der obigen Ideologie ist die Sprache, konkreter: die Gendersprache. Wie die Familienpolitik hat auch die Gendersprache den Marsch durch die Institutionen hinter sich und ist jetzt – wie die Familienpolitik – in der Exekutive angekommen, so in den Rathäusern und anderen öffentlichen Einrichtungen. Dort haben sie schon seit langem mit der Umsetzung begonnen, beispielsweise mit der manipulativen und ideologischen Umdeutung von umgangsdeutschen Begriffen (z.B .“Familie“) und der Einführung einer Zeichensprache ( z. B. Bürger*innen).

So will sich die neue Familien(!) – Ministerin, gemäß ihrer ersten Pressemitteilung, auch zukünftig für die Anwendung der Gendersprache in allen Gesetzen und ähnlichen Vorhaben einsetzen, im Gegensatz zur französischen Regierung. Diese hat 2021 auf Hinweise der Academie Francaise den Gebrauch einer gegenderten Sprache vor allen Dingen in den Schulen untersagt, mit der Begründung, diese Sprache würde das Lernen und Sprechen für die Kinder erschweren.

Sollte die französische Regierung sich für eine größere Bürgernähe einsetzen?

Alles, was Kinder brauchen, ist Liebe

In dem Koalitionspapier werden Kinder als Objekte betrachtet und nicht als „Subjekte mit eigenen lebendigen Befindlichkeiten“ (G. Hüther). Eine solche Sichtweise läßt den natürlichen Instinkten und Gefühlen – wie Empathie – freien Lauf. Das gilt besonders für Kinder in ihren Familien mit Vater und Mutter. Diese Urfamilie hat und wird überleben. Sie hat seit Menschengedenken immer wieder überlebt. Wodurch? Es ist das Band der Liebe, sie gibt der Familie ihre innewohnende Stärke. Kinder spüren die Sehnsucht nach Liebe schon von Kindesbeinen an. Sie wird von ihren Eltern gestillt und so zur nächsten Generation weitergegeben, bis in die nächste Generation, wenn die Eltern Großeltern werden: Kinder sind die Sehnsucht des Lebens nach sich selbst (K. Gibran)

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