Ärztliches Führerzeugnis

Henrik Eberle19.10.2009Gesellschaft & Kultur, Medien, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft

Die neue Hitler-Biografie “War Hitler krank?” befasst sich mit vermeintlichen Geisteskrankheiten des Diktators. Der Mediziner Hans-Joachim Neumann und der Historiker Henrik Eberle recherchierten in den Tagebüchern von Hitlers Leibarzt Theodor Morell und liefern eine abschließende Diagnose: Hitler war gesund und voll schuldfähig, weder Krankheit noch Drogen beeinträchtigten seine Urteilskraft.

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Als Hitler in den 20er-Jahren politisches Profil gewann, waren es zwei Gruppen von Frauen, die sich dem Führer annäherten. Zur ersten Gruppe gehörten Frauen bekannter Bankiers, Verleger und Fabrikbesitzer, die allesamt dem Teenageralter entwachsen waren und Hitler durch erhebliche Geldzuwendungen beeindrucken wollten. Die andere Gruppe Frauen war finanziell unbedeutend, aber jung und schön, und Hitler hatte – so scheint es – ein Faible für den üppig gebauten, aber sportlichen Typ. Auch vor Eva Braun sind längere Beziehungen Hitlers zu mehreren Frauen bezeugt, unter anderem zu seiner Nichte Geli Raubal, zu Magda Goebbels, Leni Riefenstahl, Winifred Wagner, zu der Filmschauspielerin Renate Müller, zu Maria (Mizzi) Reiter, Tochter eines Lokalpolitikers aus Berchtesgaden, Lady Unity Valkyrie Mitford, Inga Ley und Martha Dodd, Tochter des US-Botschafters, wobei diese Liste noch keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben kann und auch im Hinblick auf die Intimität der Beziehung wenig Aussagekraft besitzt. Immerhin: Maria Reiter hat sich ihre Aussage, “dass Hitler ein ganzer Mann gewesen sei”, später notariell bestätigen lassen. Insgesamt aber gelang es ihm wohl nie, über seinen Schatten zu springen. In demselben Maße, in dem er Frauen “liebte”, fürchtete er ihren möglicherweise schädlichen Einfluss.

“Er braucht mich nur zu bestimmten Zwecken”

Die Indizien für eine heterosexuelle Orientierung Hitlers sind entsprechend weniger dubios als die Gründe, die für eine angebliche Homosexualität angeführt werden. Eva Braun, die langjährige Lebensgefährtin und kurzzeitige Ehefrau, notierte bereits im März 1935 in ihr Tagebuch: “Er braucht mich nur zu bestimmten Zwecken, es ist nicht anders möglich, wenn er sagt, er hat mich lieb, so meint er es nur in diesem Augenblick.” Am 10. Mai 1935 schrieb sie: “Wie mir Frau Hoffmann liebevoll und ebenso taktlos mitteilte, hat er jetzt einen Ersatz für mich. Er heißt Walküre und sieht so aus, die Beine mit eingeschlossen. Aber die Dimensionen hat er ja gerne.” Gemeint war Lady Unity Walkyrie Mitford, die Schwägerin des britischen Faschistenführers Sir Oswald Mosley. Vor Eva Braun sind zudem längere Beziehungen Hitlers zu mehreren Frauen bezeugt, unter anderem zu Gretl, der Tochter des Opernsängers Leo Slezak. Leibarzt Morell, der bei Weitem nicht in alles eingeweiht war, was mit Hitlers Privatleben zusammenhing, war der Meinung, dass Hitler an sich sexuell potent war. Ebendeshalb applizierte er ihm seit 1944 regelmäßig das 1935 entdeckte Sexualhormon Testosteron sowie Hormonpräparate aus eigener Produktion (Orchikrin und Prostakrin). Der Zusammenhang zu der unmittelbaren Nähe Eva Brauns ist offensichtlich. Denn von Februar bis Juli 1944 diente der Berghof, wo Eva Braun inzwischen als “Hausherrin” fungierte, als Führerhauptquartier. Zwischen dem 21. November und dem 10. Dezember 1944 wohnte sie zudem mit Hitler in der Reichskanzlei. Am 19. Januar 1945 kam sie erneut nach Berlin, reiste im Februar kurz nach Berchtesgaden und kehrte – vermutlich am 7. März – in den Bunker unter der Reichskanzlei zurück.

Steigerung der Manneskraft

Ganz sicher hatte Morell mit seinen Hormongaben die Potenzsteigerung im Blick und nicht nur – wie in seinen Notizen offiziell vermerkt – die “allgemeine Stärkung” bei Muskelschwäche und reduziertem Allgemeinzustand. Im damaligen verschämten Sprachgebrauch, der Kot als “Stuhlgang” und Genitalien mit verschiedenen irreführenden Bezeichnungen belegte, bedeutete “allgemeine Stärkung” aber genau das: die Steigerung der “Manneskraft”.

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