Über den Wolken

von Eberhard Lauth3.03.2012Außenpolitik, Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik

Wenn Bruce Springsteen singt, geht es zuerst um ein großes Thema: unser Amerika. Und dann um die traurige Wahrheit, dass es das längst nicht mehr gibt.

Eines der berühmtesten Album-Covers von Bruce Springsteen zeigt den Künstler von hinten und vor Stripes ohne Stars. Die Jeans verwaschen, in der rechten Gesäßtasche eine rote Baseballkappe, ein ikonenhaftes Bildnis. Es stammt aus dem Jahr 1984 und ziert „Born In The USA“, das kommerziell erfolgreichste Werk Springsteens. Handelte „Nebraska“, das Album davor, noch von Isolation, Trauer und Pessimismus, war „Born In The USA“ ein Werk der Hoffnung.

Es bleibt die Scheinfreiheit

Der Alltag des amerikanischen Arbeiters mag zwar hart sein, so die Botschaft, aber wer fest genug an den amerikanischen Traum glaubt und sich ehrbar verhält und gut, wird auch dafür belohnt. Vielleicht nur mit ein paar Erinnerungen daran, gelegentlich etwas richtig gemacht zu haben, aber das ist ja schon mehr als vielen anderen bleibt. Dieses Amerika war eines der erfolgreichsten Exportgüter des 20. Jahrhunderts. Eine Lebenseinstellung, transportiert mit den Mitteln der Popkultur. Und eine Lebenseinstellung ohne geografische Grenzen, denn das Amerika Bruce Springsteens und seine von Erdöl befeuerte Freiheit ließ sich überall adaptieren – in New Jersey genauso wie in, sagen wir, Niederbayern. Dieses Amerika war zwar ein überzeichnetes Idealbild, aber es war gut. Es ging um Freiheit und damit um alles. Nur hat sich der Freiheitsbegriff in den vergangenen Jahren grundlegend gewandelt. Und nicht nur das: Freiheit wird zusehends abgeschafft. In den USA stand dieser Vorgang unter der Schutzherrschaft des War on Terror, viele andere Staaten zogen willfährig mit. Was bleibt, ist – zynisch formuliert – die Scheinfreiheit von mobilem Internet auf Telefonen, die unsere

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