Das Leben der Anderen

von Eberhard Lauth14.01.2012Außenpolitik, Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik

Die Wissenschaft sagt: Je mehr Zeit Menschen auf Facebook verbringen, desto mehr gewinnen sie auch den Eindruck, dass alle anderen ein besseres Leben haben. Ich sage: Gern geschehen.

Facebook zu nutzen ist also das Gegenteil von Autofahren. Zumindest aus Sicht der Psychologie, die schon vor vielen Jahren den sogenannten Lake-Wobegon-Effekt entdeckt hat. Er beschreibt die Tatsache, dass die meisten Menschen viele ihrer eigenen Fähigkeiten für überdurchschnittlich halten. Sie machen die besseren Witze, sie kennen die verborgensten Gässchen in Venedig, sie fahren Auto wie Sebastian Vettel.

Unerwünschte Nebenwirkungen

Klar, dass es sich dabei um eine Verzerrung der Realität handelt, aber selbst der Küchenpsychologe weiß: Mit der Realität hat es ohnehin meist wenig zu tun, was wir tagtäglich so über unseren Platz in der Welt denken. Und es ist nicht einmal von Nachteil, denn wir verzerren die Realität ja nicht aus Niedertracht, sondern um unser Leben erträglicher zu finden. Leider funktioniert das beim Nutzen von Facebook nicht so gut wie beim Autofahren. Das für Millionen Menschen wichtigste Werkzeug zum Stiften ihres digitalen Abbilds kann nämlich unerwünschte Nebenwirkungen auf ihr Selbstbild haben. Das legen zumindest die Ergebnisse einer Studie nahe, die Hui-Tzu Grace Chou, Soziologin und Verhaltensforscherin an der Utah Valley University, durchgeführt hat. Sie trägt den Titel

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