Jugend ist mit 53 vorbei

von Eberhard Lauth11.02.2012Außenpolitik, Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik

Im Pop bedeutet alles nichts – und nichts bedeutet alles. Das gilt auch für die Altersfragen, die Madonnas jüngster Auftritt mit sich bringt.

Ich bin keine Frau. Ich habe graues Haar. Und ich treibe derzeit zu wenig Sport, was ich aber jetzt einmal der Kälte zuschreibe, die mich seit zwei Wochen umgibt. Da soll man ja keinen Sport machen, heißt es. Da wird das Gesunde ungesund, schneller als du laufen kannst. Außerdem werde ich als Mann nie spüren, was Frauen zum Wunsch nach ewiger Jugend antreibt. Sind es tatsächlich die Bilder von anderen Frauen, die in Hollywoodfilmen spielen? Ist es tatsächlich die Werbung? Haben die tatsächlich keine kritische Distanz zu all dem Kram? Ist es tatsächlich so banal? Ach, lassen wir das lieber, zu gefährliches Terrain, und ich habe diese Woche schon einmal vergessen, dass ich mich auf Glatteis befinde, weshalb sich der Ballen meiner linken Hand gerade von violett auf gelbgrün umfärbt. Das reicht mir völlig an Ungemach.

Jugend ist irgendwann vorbei

Und mir reicht es auch – hiermit komme ich zum eigentlichen Denkanstoß für diesen Text –, den Super-Bowl-Auftritt von Madonna vor ein paar Tagen nur einmal angesehen zu haben. Herrgott, war der langweilig in seinem Circus-Maximus-Pomp. Kein einziger Moment, der einem in Erinnerung bleiben wird. Es ging mir wohl nicht alleine so, denn die Berichterstattung danach kreiste vor allem um die 36-jährige Künstlerin Maya Arulpragasam alias M.I.A.

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