Die Macht der Gefällt-mir-Solidarität

von Eberhard Lauth29.01.2011Außenpolitik, Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik

Dank Social Media sind uns Umbrüche wie die von Tunesien und Ägypten näher als andere zuvor. Die Revolution wird zwar noch immer nicht auf Facebook entschieden, aber es schafft zumindest nachhaltige Solidarität.

In Ägypten ist Revolution. Soviel steht einmal fest. In Ägypten entlädt sich die Unzufriedenheit einer jungen Generation auf den Straßen in einer Dimension, die tatsächlich Hosni Mubarak aus dem Amt treiben könnte. Soviel steht wahrscheinlich auch fest. Und wenn das geschieht, dann wäre es vielleicht wirklich der Anfang einer Demokratisierung des arabischen Raums, ein Ereignis, das sich durchaus mit dem Jahr 1989 für Osteuropa messen könnte. Gestern Tunesien, heute Ägypten, wer kommt morgen dran? Diese Kettenreaktion hat sicher viele Gründe. Ich will mich hier nur einem widmen: Hier hat eine junge Generation eine Öffentlichkeit für ihre Anliegen gefunden. Und diese Öffentlichkeit wird sie sich – temporär abgeschalteter Internetverbindungen und Mobilnetze zum Trotz – nicht so einfach nehmen lassen. Ihre Stimmen, ihre Ansichten, ihre Träume von Veränderungen sind nun öffentlich und werden es auch bleiben. Das ist der Punkt, an dem sich jenes Potenzial von Facebook, Twitter und Blogs zeigt,

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