Lob des Verzichts

von Eberhard Lauth19.03.2011Außenpolitik, Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik

Unser von billiger Energie getriebener Lifestyle gerät dieser Tage ins Wanken. Als Alternative bleibt nur mehr der Verzicht auf lieb gewonnene Nebensachen. Es gibt Schlimmeres.

In katholisch geprägten Ländern leben wir dieser Tage in einer Phase des Verzichts. Nicht, dass das Fasten heute noch ein religiös motiviertes Breitenphänomen wäre, aber ein paar finden sich immer, die gerne mitmachen. Verzicht, so könnte man meinen, ist also in unserer Kultur durchaus verankert. Verzicht hat etwas Reinigendes. Verzicht macht gesund. Verzicht führt zu einem bewussteren Leben. Doch ehe ich mich hier in Richtung Esoterik und Selbstfindung verliere, stelle ich mich lieber der Realität unserer Gesellschaft. In der Realität ist Verzicht nicht vorgesehen, sondern ein Systemfehler. Wer verzichtet, gibt weniger Geld aus. Und wer weniger Geld ausgibt, torpediert den zentralen Antriebsmechanismus des Kapitalismus: das Habenwollen. Es gibt immer bessere Autos und schönere Häuser. Und wenn andere sie kaufen können, wollen wir sie auch(Link)

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