Die Gurken können nichts dafür!

von Eberhard Lauth28.05.2011Außenpolitik, Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik

Nahrung kommt meist im Rahmen einer industriellen Verwertungskette in unsere Mägen. Verseuchte Gurken können da schon passieren – als Kollateralschaden unserer Esskultur.

Ob es nun in Spanien oder Hamburg passiert ist – egal. Ob auf ihr Bio draufsteht oder nicht – auch egal. Ob es die Gurken waren oder vielleicht doch was anderes – nebensächlich. Verantwortung zu übernehmen ist hier ja in der Tat kompliziert. Alle haben supersauber gearbeitet, keine Fehler gemacht, tipptopp Hygiene, keine Ahnung, wie das passieren konnte. Und so sterben Menschen an einem wenige Mikrometer messenden Darmbakterium aus Schlachtvieh, das auf den Namen EHEC hört, und keiner versteht warum.

Wir haben es so gewollt

Dabei ist die Antwort einfach: Wir haben es so gewollt. Wir haben den Bezug zu unserer Nahrung verloren. Sie kommt gewaschen, geschält und geschnitten ins Haus. Sie ist kein Rohprodukt mehr, sondern praktisch und convenient. Und wir haben uns dazu entschieden, billig – oder im Idealfall: noch billiger – zu essen. Beides funktioniert nur im Rahmen einer industriellen Verwertungskette mit langen Reisewegen und komplexer Logistik. Im Supermarkt liegen Zwiebeln aus Neuseeland. Das vorgeschnittene Suppengemüse kommt aus Ägypten und Spanien. Und der Speck aus Tirol war irgendwann einmal ein Schwein, das aus Kostengründen in China geboren wurde. Man hat mit diesen absurden Auswüchsen unseres Lifestyles leben gelernt, man hat sich vielleicht bei Dokumentarfilmen wie Erwin Wagenhofers(Link)

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