"Mein Geduldsfaden ist etwas dünner geworden"

von Dunja Hayali1.08.2017Außenpolitik, Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik, Medien

“Mein Geduldsfaden ist etwas dünner geworden. Da ist dieses Frustgefühl wegen der Asylbewerber, die zu uns gekommen sind, die hier jetzt in Sicherheit leben und vom Staat, von uns allen, unterstützt werden und die dann Straftaten begehen, sich respektlos verhalten, Frauen unterdrücken, Betreuer angreifen und sich Hilfsangeboten verweigern. Das geht nicht,” schreibt Dunja Hayali auf Facebook.

Zwischen Irrsinn und Vernunft

Ein Mann läuft mit einem Messer durch einen Supermarkt und sticht auf Leute ein. Ein Schock. Und sofort fragt man sich: Terrorist? Islamist? Asylbewerber? Kaum Zeit, durchzuatmen, schon die nächste Horrormeldung: Ein Mann schießt mit einer Maschinenpistole in einer Disco um sich. Und sofort wieder der Reflex: Terrorist? Islamist? Asylbewerber? Und gleichzeitig denke ich: Bitte lass es kein Flüchtling sein. Bitte lass es kein Muslim sein. Dieses Ohnmachtsgefühl, dass Hilfsbereitschaft mit Mordanschlägen quittiert wird, ist schwer zu ertragen.

Und sofort schäme ich mich dafür, denn für die Opfer und Angehörigen macht es doch überhaupt keinen Unterschied, wer die Tat begangen hat.

Man sucht sofort nach einem inneren Ausweg: In Hamburg war es ein abgelehnter Asylbewerber, eventuell labil, eventuell mit Drogenproblemen, der wegen fehlender Papiere nicht abgeschoben werden konnte. In Konstanz war es offenbar eine Beziehungstat. Das Zufällige ist das Erschreckende, das Beiläufige. Man wird erschossen, während man fröhlich feiert. Man wird beim Einkaufen erstochen. Einfach so. Es muss für die betroffenen Familien unerträglich sein zu wissen, dass es für den Täter völlig egal war, wer stirbt. Ihnen gilt mein tiefes Mitgefühl.

Mein Geduldsfaden ist etwas dünner geworden. Da ist dieses Frustgefühl wegen der Asylbewerber, die zu uns gekommen sind, die hier jetzt in Sicherheit leben und vom Staat, von uns allen, unterstützt werden und die dann Straftaten begehen, sich respektlos verhalten, Frauen unterdrücken, Betreuer angreifen und sich Hilfsangeboten verweigern. Das geht nicht.

Da ist aber auch dieses Unverständnis, dass die Behörden offenbar wenig Plan haben, was mit denen geschehen soll, die sich hier nicht mehr aufhalten dürften, die auch noch als gefährlich eingestuft sind. Zwei Jahre nach dem

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