Erfolg kann auch Verführung sein und kann so den Weg auftun für die Verfälschung des Rechts, für die Zerstörung der Gerechtigkeit. Joseph Ratzinger

Den Kopf frei halten

Jedes Kind hat das Recht auf Kindheit – laut UN-Kinderrechtskonvention gelten alle Personen unter 18 Jahren als Kinder. Nun fordert die Menschenrechtsorganisation “Terre des Femmes” deshalb in einer Petition Verschleierung bis zur Volljährigkeit zu verbieten – nur so könnten sich junge Mädchen frei und selbstbestimmt entfalten. Wir dokumentieren:

Aus diesem Grund fordern wir ein Verbot der Mädchenverschleierung bis zum Erreichen der Volljährigkeit. Die Frühverschleierung konditioniert Mädchen in einem Ausmaß, dass sie das Kopftuch später nicht mehr ablegen können. Heranwachsende stehen nicht selten bis zur Volljährigkeit in finanzieller und rechtlicher Abhängigkeit vom Elternhaus. Zudem unterliegen „Teenager“ einem starken Einfluss durch ihr soziales Umfeld und ihre Altersgruppe, den „Peergroups“. Uns geht es um den Schutz der Rechte der Mädchen und ihrer freien, selbstbestimmten Entfaltung in der Gesamtgesellschaft.

Wir fordern deshalb die Bundesregierung auf, in Deutschland ein gesetzliches Verbot des Kopftuchs bei Minderjährigen vor allem in Bildungsinstitutionen umzusetzen.
TERRE DES FEMMES setzt sich für ein modernes, zukunftsorientiertes Frauenbild ein und grenzt sich deutlich vom Programm und dem rückwärtsgewandten Frauenbild der AfD ab (TDF Stellungnahme zu Rechtspopulismus und Extremismus).

Unterstützen Sie die Unterschriftenaktion von TERRE DES FEMMES e.V.!

Die Verschleierung von Mädchen aller Altersstufen – ein zunehmendes Phänomen in vielen Schulen und sogar in Kindergärten – steht für eine Diskriminierung und Sexualisierung von Minderjährigen.
Deshalb fordert TERRE DES FEMMES e.V. ein gesetzliches Verbot des sogenannten „Kinderkopftuchs“ im öffentlichen Raum vor allem in Ausbildungsinstitutionen für alle minderjährigen Mädchen. Wir wollen, dass Mädchen ohne Kopftuch und ohne Vollverschleierung groß werden – bei uns und anderswo.

Sie sollen frei sein für:

• den Wind in den Haaren und die Sonne auf der Haut
• das Wasser an Kopf und Körper beim Schwimmen und Tauchen
• spontane Bewegungen beim Spielen und Toben
• unverhülltes, selbstbestimmtes Denken und Handeln
• ein unverkrampftes Verhältnis zur eigenen Sexualität
• den weiten Blick in die Welt und für die eigenen Möglichkeiten
• die Chance auf gesunde Entwicklung an Körper und Seele

Und frei sein von:

• Gesundheitsrisiken durch Licht- und damit Vitamin D-Mangel
• allgemeinen Entwicklungsstörungen durch Bewegungsmangel
• gefühlter und echter Zurücksetzung gegenüber den “freien” Jungs
• der Sexualisierung des kindlichen Körpers als Lustobjekt
• dem “Feindbild Mann” als stetige sexuelle Bedrohung
• dem Drill zu einer traditionell minderwertigen Rollen-Identität als Frau
• dem Ausschluss aus vielen Lebensbereichen durch Verschleierung

Die Verschleierung von Mädchen ist keine harmlose religiöse Bedeckung des Kopfes. Sie stellt eine geschlechtsspezifische Diskriminierung und eine gesundheitliche (psychische und körperliche) Gefahr dar. Ihre Chancen auf eine gleichberechtigte Teilnahme am gesamtgesellschaftlichen Leben werden massiv eingeschränkt. Die Frühverschleierung konditioniert Mädchen in einem Ausmaß, dass sie das Kopftuch später nicht mehr ablegen können.

Öffentliche Schulen müssen für alle Minderjährigen eine angstfreie Entwicklung ermöglichen und als neutrale staatliche Orte religiöse und ideologische Symbolik vermeiden. Nur so kann der Staat seinen Bildungsauftrag erfüllen, Kindern und Heranwachsenden Gleichbehandlung angedeihen zu lassen und demokratisches Denken zu fördern. Uns geht es um den Schutz der Rechte der Mädchen und ihrer freien und selbstbestimmten Entfaltung in der Gesamtgesellschaft.

Die Unterschriften werden im Oktober 2018 an das Bundesjustizministerium übergeben.

Hier finden Sie die Petition im Original: (Terre des Femmes)

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Dokumentation - Texte im Original, Egidius Schwarz, Ekin Deligöz .

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