Die EU ist offen für Russland Carl Bildt

Die deutschen Medien berichten viel zu einseitig

Ein Leserbrief an den “Focus”, den ich stellvertretend für die vielen Schreiben veröffentliche, die gerade in den letzten Tagen an viele Redaktionen abgehen. Qualitätsmedien zu ignorieren ist die beste Abwehr gegen die Lückenpresse, so Vera Lengsfeld.

meinungsbildung pressefreiheit presse chemnitz

Sehr geehrte Damen und Herren ,

viele Jahre habe ich ihre Publikationen online und als Print konsumiert. Das beende ich hiermit und möchte Sie davon auch persönlich in Kenntnis setzen.

Lange schon ist Ihre Berichterstattung und Ihr sogenannter Journalismus weit nach links abgedriftet.

Es gibt verschieden Meinungen und zu einer Demokratie gehört dass jeder seine Meinung kundtun darf, solange damit nicht Gesetze verletzt werden.

Es sollten zu einer Diskussion immer alle Optionen dargelegt werden, man muss nicht alle Optionen für richtig halten, aber man sollte sie betrachten. Zur Aufgabe der Presse zählt es eben objektiv zu berichten. Von diesem Grundsatz habe Sie sich weit entfernt.

Ihre Berichterstattung über Chemnitz war und ist tendenziös, pusht die Demonstration und vernachlässigt die Tat die Ursache dafür ist. Eine Analyse der Kausalität zwischen Ursache und Wirkung findet bei Ihnen nicht statt.

In Ihrer gesamten Berichterstattung zu Chemnitz suggerieren Sie, dass nicht nur am am Sonntag brauner Pöbel unterwegs war, sondern auch am Montag. Sie suggerieren also tatsächlich, 7000 bis 10.000 Menschen, die in Chemnitz größtenteils friedlich demonstrierten, sind Nazis. Ist das Ihr ernst?

Keinerlei Differenzierung bei denen die da auf die Straße gingen, jede nur denkbare Differenzierung bei Tätern. Es gibt nicht nur den einen Islam, es gibt nicht nur solche Moslems, es gibt nicht nur solche Flüchtlinge. Auch dies stimmt.
Aber, soll es mich trösten dass nur ein kleiner Teil von ca. 1,2 Mio. Einwanderern nicht kriminell ist und nicht alle? Was wollen Sie mir mit solchen Aussagen vermitteln?

Ausschlaggebend für die Löschung Ihrer App ist aber der letzte Bericht zu den 20 Bürgern die sich gegen ein „braunes“ Chemnitz stellen, das ist in Ordnung und es ist ihr Recht gehört zu werden. Es ist aber auch das Recht der Gegenseite gehört zu werden. Dieses Recht gewährt Ihr Magazin nicht mehr. Dieser Beitrag war ein Beitrag zu viel.

Lange haben Sie auch die Kommentarfunktion offen gehalten und mussten erkennen dass Sie zumindest an den Kommentatoren vorbei schreiben, dennoch haben Sie die Kommentare veröffentlicht. Dafür meinen Respekt. Auch dies hat sich in letzter Zeit stark verändert. Nicht nur dass Sie Kommentare mit Verweis auf Netikette ablehnen, ohne erkennbaren Grund, verzögern Sie mittlerweile die Veröffentlichung bzw. lehnen weder ab noch veröffentlichen Sie selbige.

Sie haben sich mit dieser Art von Journalismus disqualifiziert und reihen sich ein in SPON, ND, und Junge Welt. Sie erhalten den Karl Eduard von Schnitzler Preis.

Und da ich diese Art von Journalismus nicht unterstützen möchte, habe ich die App gelöscht. Ich möchte diese Art von Journalismus nicht mittels Werbung, die ich mittels der App zugeführt bekomme, unterstützen.

Dennoch wünsche ich Ihnen viel Glück und hoffe der Focus findet zu seinen Ursprüngen zurück.

Viel Grüße

T. S.

Quelle: Vera Lengsfeld

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Sören Bauer , RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, Sören Bauer .

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