Der Suhrkamp Verlag entwickelt sich zum Parteiverlag

von Dokumentation - Texte im Original12.03.2018Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik, Medien

Der renommierte Autor Uwe Tellkamp hatte vergangene Woche gesagt, dass die Grenzöffnung durch Merkel 2015 an Recht, Gesetz und Parlament vorbei erfolgte, und dass die meisten Migranten kamen, weil sie sich ein besseres wirtschaftliches Leben erhoffen. Der Suhrkamp Verlag hatte sich daraufhin von Tellkamp distanziert. Daraufhin hat sich die Debatte um die Meinungsfreiheit in Deutschland entfacht.

Erklärung von Klaus-Rüdiger Mai

Aus gegebenem Anlass und nach reiflichem Überlegen habe ich dem Verleger des Suhrkamp Verlages, Thomas Spaar, folgende e-mail geschrieben:

„Sehr geehrter Herr Sparr,

nach der Entgleisung des Verlages in Sachen Uwe Tellkamp scheint der vormals renommierte Suhrkamp Verlag sich zu einem Parteiverlag zu entwickeln. Linkes Denken mag sich darin ausdrücken, liberales hingegen nicht, denn dieses Denken findet sich in dem Voltaire zugeschriebenen Apercu: ich bin zwar nicht Ihrer Meinung, aber ich werde alles tun, damit sie Ihre Meinung frei äußern (und publizieren) können. Sie haben sich gegen die Vielfalt und für die politische Einfalt entschieden. Ich sehe nicht und glaube auch nicht, wie ein kritischer Essay, wie ich ihn projektiert habe, bei Ihnen erscheinen kann. Ich ziehe hiermit meinen Vorschlag zurück. Er wird andernorts und mit mehr Recht erscheinen.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus-Rüdiger Mai

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